Trägt die Eisschicht auf den Gewässern im Landkreis? „Auf keinen Fall“, sagen zuständige Behörden

Acht Zentimeter reichen nicht

Bitte nicht: Eisflächen sollten Neugierige im Landkreis derzeit nicht betreten – das Eis ist nicht dick genug.Archivfoto: jeh

Von Katrin PliszkaLANDKREIS · Schnee hält warm – in gewissem Maße jedenfalls. Die weiße Pracht isoliert die meisten Gewässer im Landkreis so gut gegen die kalte Luft, dass sie derzeit keine tragfähige Eisdecke besitzen. Städte und Gemeinden warnen daher, Dümmer, Silbersee oder Mühlenkampteich zu betreten.

„Acht Zentimeter an drei Stellen des Mühlenteiches“ meldet Angela Kehl, Mitarbeiterin des Syker Ordnungsamtes. In der Hachestadt rücke regelmäßig ein Mitarbeiter des Bauhofes aus, der die Eisdecke an den einschlägigen Stellen im Bereich misst.

Das heißt, dass derzeit die Verbots- und Warnschilder am Mühlenteichgelände und bei den Regenrückhaltebecken in Syke bleiben. Erst ab 14 Zentimeter dickem Eis werden die entfernt, so Kehl. „Man kann nur davor warnen, auf die Flächen zu gehen“, betont sie eindringlich. Die Schneedecke habe eine isolierende Wirkung, so Kehl, daher sei das Eis darunter hauchdünn.

Ähnlich ist die Situation in den Gemeinden Stuhr und Weyhe: „Auf den Naturschutzflächen ist das Betreten sowieso verboten“, schildert der zuständige Gemeindemitarbeiter Udo Petersohn die Lage in Weyhe. Es gebe aus haftungsrechtlichen Gründen von der Gemeinde keine offizielle Freigabe – „das ist zudem aus eigentümerrechtlichen Gründen schwierig“, ergänzt Petersohn. Zuständig sei die Gemeinde für den Rathausteich, den Mühlenkampteich und eventuell für den Wieltsee, und für diese Gewässer gebe es keine Freigabe. „Das gilt auch für die Alte Weser, aber es hängt da vom Gebiet ab, ob die Gemeinde oder das Land zuständig ist“, so Petersohn weiter.

Jürgen Suling vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt in der Gemeinde Stuhr zeigt Schlittschuläufern für den Silbersee ebenfalls die rote Karte. „Die Gemeinde Stuhr gibt keine Flächen frei“, betont er.

Auch der Dümmer See ist ein Magnet für Schlittschuhfreunde. Allerdings besteht auch auf der rund 13,5 Quadratkilometer großen Oberfläche keine stabile Eisdecke, weiß Lembruchs Bürgermeisterin Margarete Schlick.

Dennoch begegnet sie immer wieder beratungsresistenten Bürgern, die meinen, die lange Kälteperiode habe dort für eine sichere Eisdecke gesorgt – ein Trugschluss.

„Die Eisfischer nehmen hier Proben – derzeit ist es nicht zu empfehlen, raufzugehen“, stellt sie klar. Zwar ist der See mit einer maximalen Tiefe von rund 1,50 Metern beziehungsweise zwei Metern in den Häfen nicht besonders tief, nichtsdestotrotz sorge auch dort die dicke Schneedecke dafür, dass es nicht gefriert.

„Es ist nicht kalt genug, und der Schnee wirkt wie ein Dämmpaket“, stößt auch Gregor Korte, Leiter des Fachdienstes Gestaltung der Umwelt bei der Stadt Diep-holz, in das selbe Horn. „Gehen Sie nicht drauf, das ist im Moment zu gefährlich“, warnt Korte vor dem Betreten des kleinen Baggersees, der westlich von Diepholz liegt. Gleiches gelte auch für die zahlreichen Flusszuläufe in der Stadt sowie den kleinen Burggraben.

„Man kann im Moment fast besser auf der Straße schlittschuhlaufen“, scherzt der Verwaltungsmitarbeiter. Auch Angelika Kehl rät Frischluftfreunden mit einem Augenzwinkern dann doch, die „Füße vom Eis zu lassen und lieber zu rodeln“.

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