Stadt steht vor Kanalisationsproblem

Gefährliche Abwässer in Syke: Tenside vergiften die Bakterien in der Kläranlage

Nicht gerade sauber, was bei einer Kläranlage ankommt - Coronaviren inklusive.
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In Syke sucht die Stadtverwaltung nach dem Verursacher für Tenside im Abwasser.

Syke – Das entwickelt sich zu einem echten Problem: Durch die Syker Kanalisation fließen immer wieder Abwässer, die den Betrieb der Kläranlage gefährden. Seit Monaten sucht die Stadtverwaltung nach dem Verursacher. Bisher vergeblich.

  • Werte in der Kläranlage in der Syke sind schlecht
  • Große Mengen an Tensiden vergiften die Bakterien in der Anlage
  • Falls das Problem nicht gelöst werden kann, muss die Stadt Syke die Kläranlage abschalten

„Wir haben das Problem noch immer nicht im Griff“, erklärte Bauamtsleiter Hein Sievers am Montagabend im Bauausschuss. „Der Betrieb, den wir als Verursacher in Verdacht hatten, leitet derzeit keine Abwässer ein. Trotzdem sind die Werte schlecht“, so Sievers. Also muss es jemand anderes sein.

Bisher ist nur bekannt, dass es sich um Tenside handelt. Die sorgen dafür, dass sich Stoffe miteinander mischen, die das normalerweise nicht tun würden. Fett und Wasser zum Beispiel, weswegen Tenside die Basis von Waschmitteln, Shampoos und dergleichen sind. Eigentlich harmlos, aber in großen Mengen pures Gift für die Bakterien in der biologischen Klärstufe der Anlage. Sterben die, funktioniert das gesamte Klärwerk nicht mehr richtig. Die Stadt müsste es dann eigentlich abschalten. Das geht aber nicht, weil dann über kurz oder lang die Kanalisation buchstäblich überlaufen würde. Und das darf nicht passieren.

Die Untersuchung der Substanzen in Sykes Kläranlage ist ein „ziemlich langwieriges Verfahren“

„Wir wissen nicht, wo es herkommt“, sagt Sievers. Beim Klärwerk in Bremen-Seehausen habe die Stadt um Unterstützung gebeten. „Weil die viel größer und viel besser ausgestattet sind als wir.“ Die Bremer haben laut Sievers geraten: „Ihr müsst erst mal wissen, welche Substanzen genau ihr da überhaupt habt, bevor ihr auf die Suche nach dem Verursacher gehen könnt.“ Das sei aktuell gerade in Arbeit. „Aber das wird ein ziemlich langwieriges Verfahren werden.“

So lange bleibe die Situation ernst, aber sie sei bislang noch nicht dramatisch. „Wir können alle Grenzwerte einhalten“, betont Sievers. „Manchmal sind wir zwar im roten Bereich, aber noch geht es.“

Von Michael Walter

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