9000 Autos am Tag: Landesstraße laut Landkreis „für solchen Verkehr gebaut“

Sudweyher Straße: Tempo50 bleibt ein Anlieger-Traum

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Mediengruppe Kreiszeitung

Barrien - Von Zina Mazounis Haustür bis zur Sudweyher Straße (L334) sind es nur ein paar Meter. Der Lärm und die Geschwindigkeit der passierenden Fahrzeuge sind ihr ein Dorn im Auge. Ihre Vorbehalte haben einen guten Grund: Vor rund sieben Monaten wurden ihre beiden Söhne bei einem Unfall auf der Straße verletzt. Vor wenigen Tagen sah die Barrierin ihre Hoffnung auf ein strengeres Tempolimit plus Überholverbot kurzzeitig erfüllt. Doch dem Jubel folgte schnell die Enttäuschung.

Das Tempo-50-Schild war, wie Mazouni schnell erfuhr, nur aufgestellt worden, weil die Fahrradstrecke des Weyher Duathlons an ihrem Haus vorbeiführte. „Das kann doch nicht wahr sein“, ereifert sie sich. „Für ein Fahrradrennen machen die das, aber für Kinder ist das nicht möglich?“

Diesen Vorwurf lässt Wolfgang Nogga, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehrswesen beim Landkreis, so nicht gelten. „Wir wägen diese beiden Dinge ja nicht gegeneinander ab“, erklärt er. Für diese Sonderveranstaltung sei eine Reduzierung des Tempolimits erforderlich gewesen. „Wir müssen aufpassen, dass da keiner den Radfahrern reinbrummt.“

Den Unfall der beiden Söhne von Zina Mazouni hatte eine Bürgerinitiative zum Anlass genommen, um Unterschriften zu sammeln: gegen das ihrer Ansicht nach zu lasche Tempolimit von 70 Kilometern pro Stunde. Zu gefährlich und zu laut, waren ihre Argumente.

Der Landkreis war in dieser Sache in den vergangenen Monaten nicht untätig: So wurden die Belastungszahlen der Straße und auch die Lärmbelastung für Anwohner ermittelt.

Die Ergebnisse sind recht eindeutig: Mit etwa 9000 Autos in 24 Stunden, davon etwa 270 Schwerlasttransporte, ist die Verkehrsbelastung nicht außergewöhnlich hoch, als Unfallschwerpunkt ist die Sudweyher Straße bislang nicht in Erscheinung getreten, und auch die Lärmbelastung liegt im tolerablen Bereich.

Wolfgang Nogga äußert zwar Verständnis für die Bemühungen der Anlieger – „wir nehmen so etwas immer ernst“. Aber er verweist auch auf die überörtliche Bedeutung einer Landestraße. Immerhin sei das Tempolimit bereits auf 70 reduziert worden. „Die Straße“, betont Nogga, „ist für solchen Verkehr gebaut.“ Nach allen Erkenntnissen gebe es keinen Grund, die Geschwindigkeit weiter zu reduzieren.

Eine Erklärung, die Zina Mazouni nicht zufrieden stellt. Für Kinder sei es kaum möglich, gefahrlos die Straße zu überqueren. Dabei führt der Weg zum nächsten Spielplatz oder zur Schule direkt über die L334. „So eine Entscheidung geht doch am Bürger vorbei“, findet sie. Und auch Yvonne Kettler, Initiatorin der Unterschriftensammlung, findet es „schade, dass es so bleibt. Aber wir haben eigentlich mit nichts anderem gerechnet.“

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