Eröffnung in Heiligenfelde

26-jährige Jennifer Hartwich macht sich mit eigener Maßschneiderei selbstständig

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Ihren Meisterbrief präsentiert Jennifer Hartwich mit Stolz.

Es gibt nicht viele junge Frauen, die es riskieren, sich mit 26 in einem eigenen Handwerksbetrieb selbstständig zu machen. Bei Jennifer Hartwich ist es so gekommen. Sie eröffnet am Freitag in Heiligenfelde ihre eigene Maßschneiderei.

Heiligenfelde - Von Michael Walter. Industriekauffrau hätte sie eigentlich lernen wollen, erzählt Jennifer Hartwich. Aber als sie mit der Schule fertig war, fand sie dafür keinen Ausbildungsplatz. Eher aus der Not heraus fing sie dann eine Ausbildung zur Maßschneiderin an. „Das war eine Fügung für mich“, sagt sie heute mit strahlenden Augen. „Ich habe sehr schnell gemerkt, wie viel Spaß mir das macht und wie gut mir das liegt.“

In Bremen ist sie geboren, in Bassum aufgewachsen und zur Schule gegangen. Ihre Ausbildung hat Jennifer Hartwich in Twistringen absolviert. 2014 war sie damit fertig - und hat direkt im Anschluss in Dortmund ihre Meisterausbildung drangehängt. Ein Jahr in Vollzeit. Anschließend fing sie in Kerpen als Meisterin bei einer Maß-Änderungsschneiderei für einen großen Braut- und Abendmodenhersteller an. „Da hab ich alles gelernt, was es über Braut- und Abendkleider zu wissen gibt“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. „Tag und Nacht hab ich gearbeitet. Buchstäblich.“

Entscheidung fiel nach Urlaub in den USA

Und dann kam das Heimweh! „Ich wollte zurück“, sagt Jennifer. „Mein ganzes Leben hat sich hier im Norden abgespielt. Meine Familie, meine Freunde - alles war hier.“ Und so wechselte Jennifer Hartwich zu einem Modehaus im Norden. Zwei Jahre war sie dort als Atelierleiterin tätig. „Ich hatte da alles, was ich mir wünschen kann. Aber ich hab mich trotzdem irgendwie eingesperrt gefühlt.“ Die letzte Entscheidungsfreiheit habe ihr gefehlt, erzählt sie.

Die Entscheidung, sich selbstständig zu machen fiel nach einem Urlaub bei einer Freundin in den USA. „Wir hatten uns im Spaß ausgemalt, wie das wohl sein würde. Das hat mich dann schon ziemlich gepusht.“

Ende 2018 war Jennifer Hartwich dann soweit, ihren Entschluss in die Tat umzusetzen. Doch die Ernüchterung folgte schnell. „Ich hätte nicht gedacht, was für einen Riesenaufwand das bedeutet“, sagt sie. „Ich wollte ursprünglich von zuhause aus arbeiten - als Kleingewerbe in Teilzeit. Aber das funktionierte nicht.“ Also musste sie Geschäftsräume suchen.

Businessplan und Kalkulation

Die fand sie sogar relativ schnell: An der Hannoverschen Straße 57 in Heiligenfelde. Jedoch: Weil damit ja auch Kosten verbunden sind, hatte sich das Thema Teilzeit und Kleingewerbe schon erledigt. Als Einzelunternehmerin - so nennt sich die Rechtsform - musste Hartwich vor der Anmeldung ihres Betriebs einen Businessplan ausarbeiten und eine Kalkulation vorlegen, dann damit zur Handwerkskammer nach Hannover. „Zwischendurch habe ich mich schon ein paarmal gefragt: Worauf hast du dich da bloß eingelassen?“, lacht sie.

Zusammenarbeit mit Modehäusern

Was Jennifer Hartwich in ihrer Maßschneiderei macht ist Handwerk - kein Verkauf. Brot und Butter will sie mit Änderungen nach Maß für Braut- und Abendmoden verdienen. Dazu arbeitet sie partnerschaftlich mit mehreren Modehäusern und Fachgeschäften aus der Region zusammen. „Zu meinen Leistungen gehört daneben aber auch die Anfertigung von maßgeschneiderten Kleidungsstücken“, sagt sie.

„Ich liebe es, mit Menschen zusammenzuarbeiten“, sagt Jennifer Hartwich. „Irgendwie habe ich die Gabe, dass ich verstehe, was sie möchten - selbst wenn sie es selber vielleicht gar nicht so ausdrücken können.“

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