Gastro-Öffnung bis 1. April gefordert

Dehoga-Demo in Syke: „Wir können. Wir müssen. Lasst uns öffnen!“

Andree Meyer, Dehoga-Kreisverbandsvorsitzender Grafschaft Hoya, spricht während der Demonstration am Kreishaus in Syke zum Landtagsabgeordneten Volker Meyer.
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Andree Meyer, Dehoga-Kreisverbandsvorsitzender Grafschaft Hoya, spricht während der Demonstration am Kreishaus in Syke zum Landtagsabgeordneten Volker Meyer. Rund 50 Teilnehmer aus der Gastro-Branche hören zu.

Drei Kreisverbände tun sich zusammen und kämpfen für die gleiche Sache: die Öffnung der Gastronomie in Niedersachsen bis spätestens 1. April. Diese Forderung haben die Dehoga-Verbände Diepholz-Sulingen, Grafschaft Hoya und Nienburg gemeinsam während einer Demonstration vor dem Kreishaus Syke bekannt gegeben.

Syke – Rund 50 Teilnehmer aus der Gastro-Branche nahmen unter Einhaltung der Corona-Auflagen teil und sahen dabei zu, wie die Vorsitzenden eine Resolution des Dehoga Niedersachsen an die Kreisverwaltung und den Landtagsabgeordneten Volker Meyer überreichten.

„Bevor wir hinterher meckern, sagen wir lieber vorher etwas“, sagte Andree Meyer, Kreisverbandsvorsitzender Grafschaft Hoya, über das geplante Bund-Länder-Treffen am Mittwoch. Deswegen sei diese bundesweite Dehoga-Aktion kurzfristig ins Leben gerufen worden. Ihm standen in Syke Wilhelm Nordloh, Verbandsvorsitzender Diepholz-Sulingen, und Friedrich-Wilhelm Gallmeyer, Verbandsvorsitzender Nienburg, zur Seite.

Sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen: Die Steuersenkung für die Gastronomie wurde bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Die Dehoga Kreisverbände Diepholz-Sulingen, Grafschaft Hoya und Nienburg fordern allerdings eine dauerhafte Steuererleichterung.

Insgesamt 25 Wochen sei die Gastro-Branche in den Jahren 2020 und 2021 bislang im Lockdown gewesen. „Wir haben gelitten“, sagte Andree Meyer, „und wir werden zum Buhmann gemacht, sind es aber gar nicht.“ Denn Hotels und Restaurants seien nachweislich keine Corona-Infektionsherde. „Wir können unsere Abstände doch problemlos einhalten“, sagte er.

Die Dezemberhilfen seien mittlerweile zwar bei fast Gastronomie-Betrieben angekommen, „aber sie gelten halt für den Dezember. Wir sind jetzt schon im März“, merkte Andree Meyer an. Die Restaurant- und Hotelbetreiber würden deswegen schon wieder seit drei Monaten von den eigenen Rücklagen zehren. „Wir sind am Ende“, klagte er. Deswegen könne die Branche nicht bis zum Sommer dicht bleiben. „Wir brauchen eine echte Perspektive“, forderte Meyer unter dem Applaus der Zuhörer.

Laut meiner eigenen Statistik ist Fassbier das im Moment am wenigsten getrunkene Bier. Das sollten wir schleunigst ändern.

Andree Meyer

Beate Gehrken betreibt das Hotel Zur Börse in Twistringen. Sie meldete sich als Teilnehmerin der Demo spontan zu Wort. Dabei sprach sie den menschlichen Aspekt in den Dehoga-Forderungen an. „Die Gastronomen und alle Mitarbeiter wollen morgens aufstehen und etwas tun“, meinte sie. Das lange Warten und Nichtstun zehre an den Nerven. „Die Öffnung der Betriebe ist nicht nur wirtschaftlich, sondern aus menschlicher Sicht wichtig.“

Neben den Forderungen in der Dehoga-Resolution (siehe Kasten) sprachen sich die an der Demo in Syke beteiligten Kreisverbände auch für eine dauerhafte Mehrwertsteuersenkung auf Speisen aus der Gastronomie aus. Bislang gilt diese Steuersenkung bis Ende 2022. „Warum nicht für immer?“, fragte Andree Meyer. „Das könnte unsere Verluste einfangen.“

Die Forderungen im Überblick

Die Dehoga-Kreisverbände Diepholz-Sulingen, Grafschaft Hoya und Nienburg haben während einer bundesweit geplanten Gastro-Demo eine Resolution des Dehoga Niedersachsen kundgetan. Folgende Forderungen richten die Gastronomen darin an die Politik:

• die Öffnung der Gastro-Branche bis spätestens 1. April.

• eine verlässliche Vorankündigung, damit Betriebe sich auf die Öffnung vorbereiten und potenzielle Gäste ausreichend informieren können.

• eine Eröffnungsperspektive, weil staatliche Hilfen und betriebliche Rücklagen aufgebraucht sind.

• die Politik soll die Öffnung des Gewerbes nicht nur an Inzidenzzahlen festmachen, sondern andere Faktoren für eine kurzfristige Öffnung definieren und einfließen lassen.

Der Landtagsabgeordnete Volker Meyer sagte während der Demo: „Ich kann den Frust verstehen. Deswegen werde ich mich in den kommenden Tagen für die Gastronomie starkmachen.“ Landrat Cord Bockhop sagte im Gespräch mit der Kreiszeitung: „Ich begrüße es, dass die Gastronomen sich Gehör verschaffen. Wir brauchen Perspektiven.“ In einem offenen Brief schrieb der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig: „Die Betriebe brauchen einen Zuschuss, um zu öffnen.“ Deswegen spreche er sich für eine sogenannte Anschubfinanzierung für die Gastronomen aus.

Jetzt gelte es abzuwarten, ob die bundesweiten Dehoga-Demonstrationen unter dem Motto „Wir können. Wir müssen. Lasst uns öffnen!“ ihre Wirkung erzielen. Salopper formulierte es Andree Meyer: „Laut meiner eigenen Statistik ist Fassbier das im Moment am wenigsten getrunkene Bier. Das sollten wir schleunigst ändern.“

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