Prozess gegen 20-Jährigen

Silvesterparty außer Kontrolle: 21-Jährige bis zur Atemlosigkeit gewürgt

Eine Party an Silvester 2017/2018 ist außer Kontrolle geraten: Eine heute 21-Jährige wurde gewürgt, weitere Gäste wurden durch Schläge verletzt. Ein 20-Jähriger steht nun vor Gericht.

Syke - Von Wiebke Bruns. In der Silvesternacht 2017/2018 soll in Syke ein 20 Jahre alter Angeklagter auf einer privaten Feier mehrere Personen durch Schläge verletzt und eine heute 21-Jährige bis zur Atemlosigkeit gewürgt haben. Zunächst musste sich der Student vor dem Amtsgericht Syke wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Dort wurde jedoch ein versuchter Totschlag in Betracht gezogen und das Verfahren an das Landgericht Verden abgegeben. In dem neu gestarteten Prozess wird zudem geprüft, ob der Heranwachsende aufgrund seiner Alkoholisierung schuldunfähig war. Dann käme jedoch eine Verurteilung wegen Vollrausches in Betracht.

„Ziemlich viel durcheinander getrunken“

Viele offene Fragen hat die 3. Große Jugendkammer zu klären, doch hinsichtlich der konkreten Tathandlungen kann oder will der Angeklagte nichts beitragen. Er könne sich nur noch erinnern, dass man erst in kleiner Runde bei einem Freund gefeiert habe. Nach Mitternacht sei man zu einer Nachbarin gegangen, die offenbar sturmfreie Bude hatte. „Dort wurde ein Trinkspiel gespielt und da habe ich ziemlich viel durcheinander getrunken. Die einzige Erinnerung danach ist, dass irgendwas im Flur vorgefallen ist.“ Draußen sei er später auf die Gastgeberin und eine weitere Person getroffen.

Klarer waren die Aussagen der anderen Zeugen in dem Prozess. Irgendwann habe sich der Angeklagte übergeben. „Wir hatten ihm Hilfe angeboten“, berichtete ein 21-Jähriger aus Barrien. Er sei an dem Abend der Fahrer gewesen, doch der Angeklagte habe keinesfalls nach Hause gewollt. Es habe Weihnachten einen ähnlichen Vorfall gegeben und seine Eltern hätte ihn so nicht sehen sollen. „War doch das erste Mal dieses Jahr“, habe der Zeuge gescherzt. Daraufhin sei der Angeklagte aggressiv geworden.

Angefaucht wie eine Katze

Im Vorgarten habe die Gastgeberin nur nach ihm sehen wollen, sei dann aber gleich angegriffen und „massiv gewürgt“ worden. „Bis ich zu Boden ging und keine Luft mehr bekam“, so die 21-Jährige. Einer der anderen jungen Männer ging dazwischen. „Dann hatte ich die Hand am Hals“, berichtet dieser.

Ein Messer soll dem Angeklagten noch abgenommen worden sein. Dann habe man ihn bis zum Eintreffen der Polizei draußen auf dem Boden fixiert. „Wir sollten auf keinen Fall Polizei oder Krankenwagen rufen. Weil das ein Nachspiel hätte. Er hat gedroht, uns sonst umzubringen.“

Zeugen berichteten von einem wiederholten Fauchen. „Als er von der Polizei abgeführt wurde, hat er uns angefaucht wie eine Katze und böse angeschaut“, so die als Nebenklägerin an dem Verfahren beteiligte 21-Jährige. Ein anderer Zeuge verglich es mit Zombiefilmen, „wenn die am Boden liegen“. Der Prozess gegen den 20-Jährigen wird fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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