GTS 2001 will rückläufigen Anmeldezahlen mit besserem Angebot begegnen

Keine Angst vor der Zukunft

Syke - Von Michael Walter. Sie war bei ihrer Gründung eine Modellschule, ist als „starke Schule“ profiliert, hat regelmäßig gute Ergebnisse bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“, an denen sich sonst hauptsächlich Gymnasien tummeln, und ist voriges Jahr als ausbildungsfreundliche Schule ausgezeichnet worden: Die GTS 2001 an der Ferdinand-Salfer-Straße. Trotzdem gehen die Schülerzahlen kontinuierlich zurück.

In den letzten zehn Jahren hat die GTS annähernd 100 Schüler verloren. 2005 besuchten laut Statistik der Stadtverwaltung insgesamt 524 Schüler die GTS. 2006 und 2007 stieg diese Zahl noch auf 546 an, danach ging es bergab. Aktuell gehen an der Ferdinand-Salfer-Straße noch 426 Jugendliche zur Schule. Allein zum Schuljahr 2014/15 verlor die GTS fast 50 Schüler.

Woran liegt das? – „Die Schulform Hauptschule hat allgemein keine große Akzeptanz mehr in der Bevölkerung“, lautet der Erklärungsversuch von Bürgermeisterin Suse Laue. Der trifft in diesem Fall aber nur sehr begrenzt zu. Denn die GTS ist keine „normale“ Hauptschule.

Erstens ist sie von Anfang an eine Ganztagsschule mit starkem handwerklichen und technischen Praxisbezug. Und zweitens ist sie von Anfang an eine Hauptschule mit eigenem Realschulzweig.

Die Anmeldezahlen bestätigen in der Tat ein schwindendes Interesse am Hauptschulabschluss. Lag das Verhältnis Hauptschüler: Realschüler vor zehn Jahren noch ungefähr bei 3:2, so ist es inzwischen längst gekippt. Bereits seit 2009 ist der Realschulzweig an der GTS größer als der Hauptschulzweig. Dennoch geht nicht nur die Zahl der insgesamt angemeldeten Schüler zurück, sondern auch die Zahl der Realschüler. Von 278 zu Beginn des Schuljahrs 2010/11 auf 233 im laufenden Schuljahr.

Stimmt am Ende das Angebot der GTS nicht mehr?

Für Konrektor Ulrich Prigge stellt sich diese Frage so nicht. Denn er hält rückläufige Schülerzahlen für kein spezielles GTS-Problem, sondern für den allgemeinen Trend. Zukunftssorgen müsse seine Schule sich zumindest mittelfristig nicht machen.

Das sieht auch Schulleiter Rainer Goltermann so. Er glaubt: Weit mehr Schüler als in früheren Jahren wechseln nach dem Abschluss auf eine höhere Schule. „Die brauchen also den hohen praktischen Anteil nicht so, auf den wir uns spezialisiert haben.“ Die GTS sei für diese Gruppe daher nicht besonders attraktiv.

Spielt auch das Thema Lehrerversorgung bei den Schülerzahlen eine Rolle?

„Ja, natürlich“, sagt Goltermann. „Eltern schicken ihre Kinder zur Ganztagsschule, weil sie erwarten, dass ihre Kinder dann auch verlässlich den ganzen Tag versorgt sind. Die Unruhe speziell der letzten zwei Jahre hat sich da negativ bemerkbar gemacht. Zeitweise hatten wir ja sogar Schwierigkeiten, ausgefallene Klassenlehrer zu ersetzen.“ Sowas spreche sich rum und wirke sich dann auch auf die Anmeldezahlen aus. „Eltern schicken ihre Kinder dahin, wo sie für sie den sichersten und befriedigendsten Weg sehen.“

Abhilfe in Sachen Unterrichtsausfall ist in Sicht, sagt Goltermann. „Fürs kommende Schuljahr sind wir gut aufgestellt.“

Parallel dazu arbeitet die GTS derzeit an einer Verbesserung ihres Angebots, um die Attraktivität für Eltern und Schüler zu erhöhen. „Wir stricken gerade am Konzept für die kommenden Jahre“, sagt Goltermann. „Damit die Zahlen wieder nach oben gehen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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