21-Jähriger bekommt zehn Monate auf Bewährung

200.000-Euro-Auto landete im Kosovo

Syke - Von Dieter Niederheide. Eine Nobelkarosse im Wert von rund 200.000 Euro hatte ein junger Mann im Dezember 2017 bei der Polizei in Syke als gestohlen gemeldet. In Wirklichkeit sollte das Auto in den Kosovo verschoben werden. Deshalb stand der heute 21-Jährige als Angeklagter vor Gericht. Wegen Unterschlagung, Erstattung einer Falschanzeige und außerdem noch wegen Betrugs zum Nachteil der Arbeitsbehörde in Syke verurteilte ihn der Jugendrichter am Amtsgericht zu zehn Monaten Gefängnis mit Bewährung.

Das Auto hatten dubiose Hintermänner Ende November 2017 im westfälischen Bünde angemietet. Mit der Nobelkarosse der Marke Audi setzte sich der Heranwachsende nach Belgrad ab. Von dort aus flog er zurück nach Hannover. Einer der Hintermänner soll ihn begleitet haben. Von anderen Personen sollte der Wagen über die Grenze von Serbien in den Kosovo gefahren werden. Die Grenzer am Übergang spielten allerdings nicht mit. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt und soll wieder zum Autohändler in Bünde gekommen sein.

Im Dezember 2017 hatte der junge Mann den Wagen dann beim Polizeikommissariat in Syke als gestohlen gemeldet. Bei seiner Anzeige soll er behauptet haben, dass bewaffnete Gangster ihm den Wagen geraubt hätten.

Der Jugendrichter attestierte dem Verurteilten in der Urteilsbegründung einerseits eine günstige Sozialprognose, andererseits machte er deutlich, dass er bei dieser Autoverschiebung eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag gelegt habe.

Der Angeklagte gab an, er sei angesprochen und gefragt worden, ob er Geld nebenbei verdienen wolle. Er habe den Wagen in Bünde übernommen und sei damit nach Bruchhausen-Vilsen gefahren, wo einer der Hintermänner zustieg. Von dort aus ging es weiter nach Belgrad. Für seine Arbeit seien ihm 1000 Euro gezahlt worden. In der Beweisaufnahme machte der Angeklagte reinen Tisch. Nur die Namen der Hintermänner nannte ernicht.

Die Staatsanwältin hatte zehn Monate Gefängnis nach dem Allgemeinstrafrecht gefordert. Was den Betrug betrifft, ging es darum, dass der Heranwachsende ein Jahr lang von der Arbeitsbehörde in Syke rund 6100 Euro für angebliche Weiterbildungskosten kassiert hatte. Zu Unrecht, weil er zu dieser Zeit in einem Beschäftigungsverhältnis stand.

Der Jugendrichter ordnete den Einzug von 7140 Euro nach dem Gesetz zur strafrechtlichen Vermögensabschöpfung an.

Rubriklistenbild: © kom

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