Rangeleien mit der Polizei

Proteste gegen rechte Gewalt – Aktion von Antifa und „Wir sind mehr“

Syke – Um die 200 Teilnehmer waren am Montagnachmittag einem Aufruf zur „Demonstration gegen rechte Gewalt und Corona-Verharmloser“ der „Jugendantifa Syke“ und des Bündnisses „Wir sind mehr – Landkreis Diepholz“ gefolgt.

Begleitet und beobachtet von einem annähernd gleichstarken Polizeiaufgebot zogen sie vom Bahnhof durch die Hauptstraße und übers Hachepark-Center zum Parkplatz am Mühlendamm und zurück. In einer Pressemeldung sprach Polizeisprecher Thomas Gissing von rund 175 Teilnehmern.

Weitgehend friedlich, um es vorwegzunehmen. Aber eben nicht völlig. Auf dem Weg zum Hachepark-Center kam es zu einer kurzen Rangelei zwischen Demonstranten und Polizei: Nachdem ein Teilnehmer des Demonstrationszugs einen Rauchtopf gezündet hatte, versperrte die Polizei den Weg. Daraufhin gab es Fußtritte seitens der Demonstranten, worauf wiederum die Polizisten mit Schubsern und Remplern reagierten. Laut Polizeiangaben wurden die Beamten auch mit Schirmen geschlagen. Nach einer Minute war alles vorbei und der Umzug marschierte weiter.

Etwa 200 Demonstranten zogen am Montagnachmittag vom Bahnhof durch die Innenstadt, um gegen Coronaleugner, Neonazis, Reichsbürger und die zunehmende Vermischung dieser Gruppen zu protestieren – und gegen einen tätlichen Angriff auf zwei ihrer Leute am Ostermontag in Syke, mutmaßlich durch Neonazis.

Am Ende der Veranstaltung kam es am Bahnhof erneut zu einer Konfrontation, als die Polizei versuchte den Rädelsführer des beschriebenen Vorfalls aus der Menge zu greifen. Dabei wurde ein Polizist von einer weiteren Person tätlich angegriffen, die ebenfalls von der Polizei herausgegriffen wurde. Laut Thomas Gissing hatte der zweite Festgenommene eine Flasche auf einen Polizisten geworfen.

Nach Feststellung der Personalien wurden beide Personen laut Gissing wieder entlassen und konnten mit der übrigen Gruppe mit dem Zug nach Bremen zurückkehren. Gegen 19:30 Uhr sei die Demonstration beendet gewesen.

Stell Dir vor, es ist Demo, und niemand hat die für den Durchgangsverkehr gesperrte Hauptstraße auf der Rechnung. Sowohl die Demonstranten als auch die Begleitfahrzeuge der Polizei mussten sich zwischen Bäumen und Baken hindurchschlängeln.

Zum Hintergrund: Bereits seit Monaten führt die Antifa-Bewegung Gegenveranstaltungen zu den montäglichen „Lichterspaziergängen“ vom Kirchplatz zu den Syker Altenheimen durch, deren Teilnehmer sie als „Corona-Rechte“ bezeichnen. Tatsächlich nimmt die Bewegung „Freiheitsboten“ diese Lichterspaziergänge als ihre Veranstaltung für sich in Anspruch und es gibt nachweislich Querverbindungen zwischen den Freiheitsboten zur Reichsbürger- und zur Querdenker-Szene. Die örtlichen Veranstalter dieser Lichterspaziergänge behaupten aber, nichts damit zu tun zu haben.

Lichterspaziergang abgesagt: „Corona-Rechte trauen sich nicht mehr auf die Straße“

Am Ostermontag war es im Vorfeld eines solchen Lichterspaziergangs zu einem tätlichen Angriff auf zwei Mitglieder der Antifa gekommen. Laut deren Aussage von Neonazis, die im Umfeld gesehen worden seien. Für die Veranstalter der jetzigen Demonstration stellt dieser Angriff „eine völlig neue Eskalationsstufe von mutmaßlicher Neonazi-Gewalt in dieser Gegend dar“, auf die sie jetzt mit einem möglichst großen Aufgebot an Teilnehmern antworten wollten. Die Polizei reagierte ihrerseits mit verstärkter Präsenz. Die Lichterspaziergänger hatten ihre Veranstaltung kurzfristig abgesagt.

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt zieht durch Syke

Eine Demonstration gegen rechte Gewalt formiert sich am Montag, 12. April 2021, am Syker Bahnhof.
Die Demonstranten formierten sich am Syker Bahnhof © Heinfried Husmann
Eine Demonstration gegen rechte Gewalt zieht am Montag, 12. April 2021, vom Syker Bahnhof in Richtung Innenstadt.
Die Demonstration wird von der Polizei begleitet. © Heinfried Husmann
An der Demonstration gegen rechte Gewalt am 12. April 2021 in Syke beteiligen sich auch Gruppen aus Oldenburg.
Auch eine Gruppe aus Oldenburg beteiligt sich an der Demonstration. © Heinfried Husmann
Etwa 175 Personen beteiligen sich nach einem Aufruf der Jugendantifa Syke an einer Demonstration gegen rechts am 12. April 2021.
Die Demonstration bewegt sich in Richtung der Innenstadt. © Heinfried Husmann
Die Polizei überwacht das Geschehen an der Demonstrationsstrecke der Demonstration gegen rechts in Syke am 12. April 2021.
Die Polizei überwacht das Geschehen an der Demonstrationsstrecke. © Michael Walter
Die Demonstration gegen rechts am 12. April 2021 in Syke hält eine Kundgebung auf dem Parkplatz am Mühlendamm.
Nach einer Kundgebung am Mühlendamm ging es zurück in Richtung Bahnhof. © Heinfried Husmann

Das sei ein gutes Zeichen, wertete ein Antifa-Sprecher das bei der Kundgebung am Mühlendamm. „Die Corona-Rechten trauen sich nicht mehr auf die Straße.“

Rubriklistenbild: © Heinfried Husmann

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