Dritter Abschnitt des „Europawaldes“ in Ramminghausen: Zwei Bremer Unternehmen forsten auf

15 000 neue Bäume für die Zukunft

Mitarbeiter der beiden beteiligten Betriebe und ihre Familien halfen mit, dem „Europawald“ weitere junge Bäume hinzuzufügen. Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Auf der ehemaligen, rund drei Hektar großen Weihnachtsbaumplantage in Ramminghausen entsteht seit einigen Jahren in Zusammenarbeit zwischen der Revierförsterei Syke und den Bremer Firmen Hansa-Flex und Office-Partner Peter Bormann ein kleiner Wald, der sich trotz der zwei vergangenen trockenen Sommer erstaunlich gut entwickelt hat.

Die beiden Betriebsleiter, Peter Bormann und Uwe Buschmann, hatten nachgefragt, ob und in welcher Form sie den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Betriebe durch Aktionen kompensieren könnten, um die „Grüne Lunge“ um Bremen herum zu stärken. Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier bot ihnen die Wiederaufforstung dieser ehemaligen Weihnachtsbaumplantage an und erarbeitete dazu einen nachhaltigen Pflanzplan, der auf eine Nutzungsdauer von 80 bis 200 Jahre ausgelegt ist.

Der Plan sieht auch eine sogenannte Europa-Allee vor, durch die der Wald erschlossen wird. Diese Allee ist von Edelkastanien gesäumt. In der Mitte des Waldes soll ein „Meeting-Point“ entstehen, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. „Diese Schutzhütte wird hier in der nächsten gemeinsamen Aktion errichtet“, versprach Uwe Buschmann.

Heinz-Dieter Tegtmeier konnte seinen Partnern auf der gegenüber liegenden Schnittgrünplantage auch schon ein Gelände für zwei weitere „Print & Plant-Aktionen“ anbieten.

Die Arbeiten auf der aktuellen Fläche wurden in drei Teilbereiche von jeweils 1,1 Hektar untergliedert. Die ersten 11 000 Quadratmeter wurden 2014 aufgeforstet. Damals wurden zunächst vorwiegend Edel-Laubholzarten wie Ahorn, Kirsche und Linde gepflanzt. Zwei Jahre später lag der Schwerpunkt auf Eichen, aber es wurde auch der Versuch unternommen, sogenannte „Klimabäume“ wie Flatterulme, Walnuss, Platane und Tulpenbaum zu setzen, um zu ermitteln, wie sich diese Baumarten auf dem relativ guten Boden entwickeln.

Jetzt wurden die letzten der insgesamt 15 000 Bäume gepflanzt: Eiche, Hainbuche, Spitzahorn, Lärche und Flatterulme. Insgesamt wurden auf dem Gelände 27 unterschiedliche Baumarten gepflanzt. Begleitet wurden die Pflanzaktionen durch die Anlage von Strauchzonen an den Rändern der Fläche. Dabei wurden zwölf Straucharten mit insgesamt rund 1000 Pflanzen in die Erde gesezt. Diese „Waldrandbepflanzung“ hat sich in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls gut entwickelt. Die Schlehen haben bereits Samen gebildet, von anderen Straucharten wie Roter Hartriegel, Pfaffenhütchen, Schneeball und Holunder wird das auch erwartet. „Es ist die Vielfalt, die sich gegenseitig schützt und stützt“, beschrieb Tegtmeier die nachhaltige Bewirtschaftungsform. Deshalb sei „Europawald“ auch symbolisch ein treffender Name für dieses Wäldchen.

Rund 100 Mitarbeiter der beiden Bremer Betriebe waren auf der dritten Teilfläche im Einsatz. Sieben Mitarbeiter des Forstamtes hatten die Setzlinge mitgebracht und auf dem Areal die Fortsetzung der Europa-Allee ebenso gekennzeichnet wie die Stellen, an denen die Pflanzen eingesetzt werden sollten. Spaten standen bereit, jeweils zwei Personen bildeten ein Team: Einer bereitete das Loch vor, der andere steckte den kleinen Baum hinein, und gemeinsam wurde er festgetreten.

Wie Tegtmeyer berichtete, werden Mitarbeiter der Revierförsterei in den kommenden vier bis fünf Jahren mit der „Jungwuchspflege“ beschäftigt sein. In voraussichtlich zwei Jahren werde auch der Zaun entfernt, der die Anlage jetzt noch gegen Wildverbiss schützt.

Buschmann machte während seiner Ansprache eine unerwartete Pause. Nein, meinte er, als er seine Rede fortsetzte, er habe den Faden nicht verloren. Er habe nur genau vier Sekunden inne gehalten. Das sei die Zeitspanne, in der gegenwärtig weltweit ein Hektar Wald verschwindet.

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