In 1500 Umzugskartons Akten vom Boden geräumt / Sanierung mit 160 000 Euro veranschlagt

Neues Dach für das alte Amtsgericht

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Zügig gehen die Arbeiten auf dem Dach des Amtsgerichtsgebäudes voran.

Syke - Von Dieter Niederheide. Dachdecker steigen zur Zeit dem geschichtsträchtigen alten Amtsgerichtsgebäude des Amtsgerichts Syke auf das Dach. Endlich wird vollzogen, was längst überfällig war: Das Dach wird neu eingedeckt.

Das Niedersächsische Finanzministerium gab sehr plötzlich die Gelder für die Sanierungsarbeiten frei. Die Kosten liegen bei 160000 Euro. Geschäftsleiter Cord Stöver rechnet damit, dass die Arbeiten Ende November abgeschlossen sind – wenn das Wetter mitspielt.

Bei der Auswahl der neuen Dachpfannen hatten die Denkmalschützer des Amtes für Denkmalpflege in Hannover ein Wort mitzureden. Sie entschieden, dass das Amtsgerichtsgebäude schwarze Dachpfannen tragen soll, so, wie die Jahrzehnte alten Dachpfannen es auch waren. „Die Struktur des denkmalgeschützten Gebäudes machte besonders passende Dachpfannen notwendig“, so Cord Stöver. Das Dach wird damit nicht dem Rot der benachbarten Gebäudedächer angepasst. Das Dachgebälk wird von innen isoliert.

Bevor die Handwerker die alten Dachpfannen abdeckten, die über viele Jahrzehnte auf dem Dach lagen und vom Zahn der Zeit angenagt waren, leisteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtsgerichts Schwerstarbeit. Der Dachboden des alten Gebäudes wurde und wird weiter als Aktenlager genutzt – vorwiegend für Grundbuchakten, die nicht vernichtet werden dürfen.

Stöver: „Es mussten in 1500 Umzugskartons rund ein Kilometer Akten eingepackt und mit Hilfe eines Dachdeckerfahrstuhls nach unten geschafft werden. Die Akten sind jetzt anderweitig untergebracht worden.“ Sie sind trotz der Lagerung über Jahrzehnte gut erhalten geblieben, waren, laut Stöver, nur sehr angestaubt.

Nach Fertigstellung des Daches ist die Muskelkraft der Mitarbeiter erneut gefragt. Die Akten müssen wieder auf den Dachboden hoch, aus den Umzugskartons ausgepackt und in Regale, die ebenfalls angeschafft wurden, einsortiert werden. Hilfe leisten dabei wieder Freigänger aus der Justizvollzugsanstalt Lingen. Und die Lärmbelästigung durch die Handwerksarbeiten über den Köpfen der Bediensteten? Der Geschäftsleiter: „Es geht so, ist aber zu ertragen.“

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