1500 Kilogramm Saftlieferanten

Apfeltag in Gessel: Mosterei im Dauereinsatz

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Auch die Gesseler Feldmäuse nutzen die mobile Mosterei, um aus ihren Äpfeln leckeren Saft herzustellen.

Gessel - Von Luka Spahr. Was zischt, lockt gelegentlich die eine oder andere Wespe an und riecht verführerisch nach Äpfeln? Die mobile Mosterei, die sich am Freitag auf dem Biolandhof von Heinz-Jürgen Michel in Gessel zu einem kleinen Publikumsmagneten entwickelte. Der erste Apfeltag des Hofes, der durch seine Obst- und Gemüselieferungen mit der Frischekiste bekannt ist, lockte zahlreiche Besucher aus Nah und Fern an.

Nicht nur die Gesseler Feldmäuse vom Kindergarten aus der Nachbarschaft rückten mit einem Bollerwagen voll Äpfel an. Rund 15 Anmeldungen zum Obstpressen erhielt Mosterei-Inhaber Pedro dos Santos im Vorfeld. Der hatte schließlich gut zu tun. „Wir haben den ganzen Vormittag durchgearbeitet“, erzählt er erschöpft, aber glücklich. Er rechne damit, am Ende des Tages rund 1500 Kilogramm Äpfel zu Saft verarbeitet zu haben.

Die ersten 1000 Kilogramm davon gehen auf das Konto des Gastgebers. Michel hatte nach einer schlechten Ernte im vergangenen Jahr diesmal alle Hände voll zu tun, die kleine Streuobstwiese hinter dem Haus abzuernten. Über zehn verschiedene Apfelsorten konnte er den Besuchern präsentieren und zum Verkosten anbieten. Darunter neben Klassikern wie dem Royal Rouge auch alte Sorten wie die Champagnerrenette oder den Uelzener Rambour.

Bei den 1000 Kilogramm, die er der mobilen Mosterei dann zum Pressen gab, wurden alle Apfelsorten gemischt. Auch beim zu diesem Anlass gebackenen Apfelkuchen ließen sich die Apfelsorten nicht mehr unterscheiden. Macht aber nichts: Den Besuchern schmeckten der Saft und der Kuchen des Biolandbetriebs trotzdem sehr gut. Auch die rund 30 bis 40 anderen Obst- und Gemüsesorten des Betriebes, die wie an jedem Freitag wieder auf dem Hof angeboten wurden, fanden reichlich Abnehmer.

Die Äpfel werden besser, merkt Betreiber dos Santos

Der Stuhrer Thomas Schult hatte in der Zeitung von der mobilen Mosterei vor Ort gelesen. Seine Frau hätte zu ihm direkt gesagt: „Thomas, da musst du hin.“ Der Grund dafür steht in Form von vier Apfelbäumen seit mehreren Generationen im Garten von Familie Schult. Die erbrachten in diesem Jahr rund 80 Kilogramm Äpfel, die Thomas Schult in dreieinhalb Kisten nach Gessel brachte.

Die Qualität der angelieferten Äpfel sei in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden, bemerkt dos Santos, der auch eine feste Mosterei in Dimhausen betreibt. Die Äpfel seien in diesem Jahr durch den warmen Sommer sehr schnell reif geworden. Nur ein kurzer Seitenblick auf eine Apfelanlieferung reicht ihm jedoch, um zu bemerken: „Die Äpfel da hätten aber noch ein wenig länger reifen können.“

Am Ende jedoch sei der Saft oft dennoch sehr gut. Sogar Äpfel mit Druckstellen und Wurmlöchern verpresst dos Santos einfach zu Saft. „Die Würmer sind dann längst raus, und der Saft ist trotzdem sehr gut.“

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