Das Moderne Orchester des TuS Syke trotzte mit Open-air-Konzert in der Wolfsschlucht den widrigen Wetterverhältnissen

„Swinging in the rain“ am Sonntag

Gut beschirmt: das Orchester im Regen...

Syke - · Open-air-Konzerte bleiben in hiesigen Gefilden ein Wagnis. Das moderne Orchester des TuS Syke weiß das aus leidvoller Erfahrung. Deshalb darf die Tatsache, dass die Musiker ihr Konzert in der Wolfsschlucht diesmal weitgehend trocken absolvierten, als ein Versöhnungsgruß von Petrus verstanden werden.

In den vergangenen Jahren musste das Orchester seine Auftritte in der schönen Wolfsschlucht stets wetterbedingt absagen. Am vergangenen Sonntag wagte das Ensemble unter Leiterin Sabine Rosenbrock erneut den Versuch trotz aller miesen Wetterverhersagen.

„Wir riskieren es einfach“, meinte die Dirigentin unter guten, heißt trockenen Bedingungen vor gut 60 Besuchern in herbstlicher Kleidung. Das Publikum muss etwas geahnt haben. Gut eine Minute später, mitten im Auftaktstück „kick off“, setzte der Regen ein. Leicht aber beständig. Aus dem Publikum eilten Zuhörer mit Schirmen zu Hilfe, beschirmten Musiker und Instrumente. Eine naturbedingte Pause folgte. Der Optimismus siegte. Wenige Minuten später zeigte sich für kurze Zeit sogar die Sonne. Es blieb trocken. Das Orchester konnte endlich einmal sein Open-air-Programm starten. Schwungvoll swingend, rockig und poppig. Mit „Dawn of a new day“ von der kanadischen Sängerin Crystal Shawanda. Eine romantische Ballade, bei der sich die Bläser des Modernen Orchesters auszeichnen konnten.

Märchenhaft ging es weiter mit Kompositionen zu Gullivers Reisen – ins Land der Kleinen und Großen und zur fliegenden Insel. Als Sabine Rosenbrock die vierte Sequenz, den Pferderitt in den Sonnenaufgang, ankündigte, erntete sie angesichts des wieder etwas unfreundlicher gewordenen Wetters doch einige herzhafte Lacher.

Bei den vier auch inhaltlich sehr unterschiedlichen Gulliver-Themen konnte das Orchester musikalisch glänzen und zeigte sich in den bedächtigen wie schnellen Passagen aufmerksam.

Den Block Legenden leitete das Ensemble mit der Filmmusik zu Zoro furios ein. Rockig wurde es anschließend bei der Musik zu dem Film „Lilo und Stitch“, einem Medley von Elvis-Songs. Dabei agierte das Orchester sehr variabel.

Der Abschluss hätte nicht passender sein können. Zumindest verbal ankündigen konnte Sabine Rosenbrock die Filmmusik zu „Fluch der Karibik“ noch. Danach sorgte ein kräftiger Regen für ein frühzeitiges Ende des Konzerts. Ob dabei ein Fluch im Spiel war?

Dem Orchester gebührt Anerkennung für den erneuten Versuch, gegen alemannische Unbilden anzukämpfen. Gut 45 Minuten hat es ja geklappt. Vielleicht gelingt im nächsten Jahr ein kompletter Durchlauf – trocken und sonnig.

n Detlef Voges

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