IT-Fachmann Ludolf Lühmann arbeitet für den „Shell“-Konzern an dessen bislang größtem Projekt

Ein Sulinger im Emirat Katar

Das Ehepaar Bärbel und Ludolf Lühmann bei einem Ausflug in die Wüste.

Sulingen - SULINGEN/QATAR (mks) · „Meine Frau und ich sind in Sulingen geboren. Viele Verwandte leben hier, deshalb sind wir oft in Sulingen zu Besuch,“ schreibt Ludolf Lühmann. Er wohnt und arbeitet seit fast zwei Jahren im Emirat Katar. Hier verbrachten er und seine Familie in diesem Jahr das Weihnachtsfest – unter einem künstlichen Weihnachtsbaum, der zu ihrem Auswanderer-Equipment gehört.

„Katar ist ein muslimischer Staat, deshalb wird es von den Religionshütern nicht gern gesehen, wenn die Weihnachtszeit zu öffentlich gefeiert wird“, erklärt Ludolf Lühmann. Auch der Jahreswechsel läuft nach anderen Regeln ab: „Partys ja, Feuerwerk nein“, heißt es in Katar. Freunde der deutschen Tradition müssen bis zum Oktoberfest warten, laut Ludolf Lühmann dem „Highlight deutscher Traditionspflege schlechthin“.

Der 53-Jährige, der nach dem Abitur am Sulinger Gymnasium und seinem Wehrdienst ein Studium der Physik in Göttingen aufgenommen hatte und 1985 mit einer Arbeit über Experimentelle Kernphysik promovierte, ist seit 24 Jahren im Bereich der Informations- und Datenverarbeitung für den „Shell“-Konzern tätig. Seit April ist er „IM & T“ (Information, Management and Technology) Manager in Doha, der Hauptstadt von Katar.

In dieser Position leitet er eine Organisation von 100 Mitarbeitern, die für die Planung, Durchführung und Dokumentation von IT-Projekten sowie die Bereitstellung und Pflege von IT-Geräten und -Anwendungen verantwortlich ist: ein umfangreiches Spektrum, zumal „Shell“ derzeit mit dem Bau einer Raffinerie, die Erdgas in Diesel umwandelt, das größte „Shell“-Projekt aller Zeiten in Katar realisiert.

„Das Leben in Katar ist sehr angenehm“, berichtet Ludolf Lühmann. Positiv erlebt die Familie die vielseitigen Kontakte mit deutschen und holländischen „Expats“ („Gastarbeitern“), das trocken-heiße Wüstenklima und die geografische Lage, durch die Länder wie Indien, die Malediven, Syrien, Jordanien oder das Sultanat Oman in wenigen Flugstunden zu erreichen sind: „Von den damit zusammenhängenden Annehmlichkeiten machen wir regen Gebrauch.“

Die Tatsache, dass die USA auf der Al Udeid Air Base in der Wüste von Qatar ihr Regionalkommandozentrum am Golf eingerichtet haben, sei für das öffentliche Leben nicht von Nachteil. „Im Gegenteil: Die Präsenz der Amerikaner gilt allgemein als ein Garant der Unabhängigkeit von Katar.“

Im Emirat leben 1,5 Millionen Einwohner, unter ihnen eine in den letzten drei Jahren von 700 auf 1 600 Personen angewachsene deutsche Gemeinschaft. Turnusgemäß steht für Ludolf Lühmann voraussichtlich Mitte 2012 ein beruflicher Wandel innerhalb des „Shell“-Konzerns an. „Vielleicht werde ich in die Zentrale in Den Haag wechseln. Oder in ein anderes Land, in dem meine Kenntnisse und Erfahrungen am meisten benötigt werden.“

Für die Familie bedeutet die berufliche Unbeständigkeit eine hohe Anforderung an Flexibilität. Die beiden Töchter, 20 und 24 Jahre alt, sind inzwischen wieder in Deutschland zu Hause. Ludolf und Bärbel Lühmann sind gespannt darauf, wo sie ihren Weihnachtsbaum in den kommenden Jahren aufstellen werden...

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