Stadtrat spricht über Klinik Sulingen

Im Zweifel Eigenbetrieb?

Sulingen - Der Rat der Stadt Sulingen wird sich während seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 22. Juni (18 Uhr, Alte Bürgermeisterei) mit der Weiterentwicklung der Klinik Sulingen der Alexianer im Landkreis Diepholz beschäftigen. Bürgermeister Dirk Rauschkolb hat am Montag einen Beschlussvorschlag veröffentlicht, nach dem er den Rat einlädt, die derzeitigen Planungen der „Alexianer“ mitzutragen, aber auch konkrete Forderungen an den Verbund zu stellen: „Erfolgt eine entsprechende Erklärung nicht oder gibt es sonstige Zweifel an der Fortführung der Klinik Sulingen als funktionierendes Krankenhaus, begehrt der Rat der Stadt Sulingen die Herauslösung der Klinik Sulingen aus dem Klinikverbund“, heißt es in dem Beschlussvorschlag wörtlich.

Rauschkolb fordert, die derzeitige Bettenzahl mit den Schwerpunkten Orthopädie und Inneres zu halten und mindestens eine chirurgische Abteilung am Standort Sulingen weiterzubetreiben. Ist die Geschäftsführung nicht bereit, dieser Forderung nachzukommen, solle sich der Rat bereit erklären, die Klinik mit einem Budget, das sich möglichst an dem Ergebnis des Klinikverbundes des Jahres 2013 orientiert, symbolisch für einen Euro zu übernehmen und in eine noch von der Stadt zu gründenden gemeinnützigen Gesellschaft zu überführen. Rauschkolb: „Die Beschlussfassung erfolgt vorbehaltlich einer betriebswirtschaftlichen Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Hauses und der vorab einzuholenden Zustimmung des Sozialministeriums, im Rahmen des Trägerwechsels auf Antrag eine neue Zulassung zu erteilen oder die Krankenhauszulassung fortbestehen zu lassen.“

Die Vorschläge basieren dem Vernehmen nach auf den Beratungen einer nicht öffentlichen Ratsinformationsveranstaltung Ende vergangener Woche, während der die Klinikverbund-Geschäftsführer Andreas Barthold und Uwe Lorenz den Ratsmitgliedern Rede und Antwort gestanden haben sollen.

Rauschkolb in der Sachdarstellung zur Sitzung des Rates am Donnerstag: „Seit einigen Jahren muss sich die Klinik Sulingen immer wieder behaupten und ihre Daseinsberechtigung belegen.“ Trotz der Schließung der Geburtenabteilung in Sulingen habe die Klinik bis zum Jahr 2013 „hervorragende Zahlen“ vorweisen können, „zumal sie sich im chirurgischen und neurochirurgischen Segment einen Namen machen konnte.“ Die fortwährenden Diskussionen um die Ausrichtung der einzelnen Häuser hätten aber letztendlich dazu geführt, dass renommierte Mitarbeiter das Haus verließen.

Rauschkolb: „Aufgrund der Ausführungen in der nichtöffentlichen Ratsinformation besteht Hoffnung, dass die Klinik in Sulingen auf mindestens dem heutigen Niveau weiterbetrieben wird. Hier gilt es aber, eine entsprechende Erklärung einzufordern.“

Laut Sitzungsvorlage sollen im Rahmen einer „sachlich geführten Diskussion“die Geschäftsführer herausgestellt haben, dass sie den Bestand der Klinik Sulingen garantieren könnten. Zukünftiger Schwerpunkt solle demnach die Orthopädie und die Innere sein. Die Einstellung eines Lungenspezialisten als Chefarzt wird von der Sulinger Stadtverwaltung begrüßt und als positives Signal gewertet. Dennoch: „Nach dem Wegfall des Verletztenartenverfahrens in Sulingen und keiner Übernahme durch Bassum ist das Argument, die Chirurgie nach Bassum zu verlegen, aus Sicht der Stadt Sulingen entfallen“, schreibt Rauschkolb.

Die Stadt Sulingen habe alles getan, was in ihrer Macht steht, der Klinikverbund sei aber auf keines der gemachten Angebote, unter anderem das Verletztenartenverfahren in Sulingen zu halten, eingegangen. Der Bürgermeister formuliert: „Die Stadt Sulingen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Ohne Diskussion über andere Klinikstandorte.“ 

oti

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