Zusatzausbildung zur „Palliativen Pflegefachkraft“ / Gefördert durch den ESF

„Für mehr Menschlichkeit“

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Einer der Dozenten des Qualifikationskurses: Pastor Dr. Michael Chors vom Zentrum für Gesundheitsethik in Hannover.

Sulingen - Lia Pogorzelski gibt sich zufrieden: „Es ist gut, mehr zu erfahren, fachlich, aber auch für den Umgang mit den Menschen.“ Die Mitarbeiterin der Senioreneinrichtung „Haus am Park“ in Sulingen ist Teilnehmerin des Kurses, in dem aktuell 21 Pflegefachkräfte aus allen Teilen des Landkreises für ihre Zusatzqualifikation „Palliative Pflegefachkraft“ büffeln. Freitag endet der vierte von vier Unterrichtsblöcken in den Räumen des „Hauses am Suletal“. Bis zum 22. April bleibt den Teilnehmern dann Zeit, ihre Abschlussprüfungen abzugeben. Deren Präsentationen sind für den 29. April geplant.

Ein „gutes Gefühl“ hätten die Dozenten Lia Pogorzelski, die im Nebenerwerb auch im Wohnheim der Lebenshilfe Grafschaft Diep-holz in Sulingen tätig ist, vermittelt, sagt sie. Nicht nur durch Antworten auf Rechtsfragen, sondern auch in denen nach Tipps in der Sterbebegleitung. Gabi Schmitz bestätigt das. Sie sei seit 26 Jahren in der Pflege tätig. Sterbebegleitung sei für die Mitarbeiterin des Seniorenhauses Martfeld kein Neuland. Aber: „Bisher hat man gemacht, was man für richtig hält. Jetzt hat man einen anderen Blick.“ Antje Rieger vom Häuslichen Krankenpflegedienst Stecker spricht von einen Gewinn an Professionalität, damit auch einem Mehr an Lebensqualität für den Patienten, das die Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme vermitteln könnten. Die kommen nicht nur aus Pflegediensten und Senioreneinrichtungen. Christa Schroeder ist Mitarbeiterin der Klinik Diepholz der Alexianer, arbeitet ehrenamtlich für den Ambulanten Hospizverein in der Kreisstadt. „Das, was wir gelernt haben, hilft auch bei der Gesprächsführung.“ Cirsten Brinkmann, Mitarbeiterin des Wohnheimes der Lebenshilfe Syke in Twistringen, nickt.

Erst im Dezember hatten die Mitarbeiter des Palliativstützpunktes im Landkreis Diepholz mit Sitz in Sulingen und die der Katholischen Erwachsenenbildung in Cloppenburg als Bildungsträger die Maßnahme ausgeschrieben. Mitte Januar begann dann der erste von vier Unterrichtsblöcken der insgesamt 160 Stunden umfassenden Ausbildung.

Dozenten sind zum Teil ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter des Palliativstützpunktes Landkreis Diepholz. Annette Hopfmann, Projektleiterin in der Katholischen Erwachsenenbildung, und Palliativstützpunkt-Koordinatorin Erika Thoben sehen darin Strategie: „So lernt man gleich die besser kennen, die auch später bei Fragen helfen können.“

Der Stundenplan der 21 Maßnahmenteilnehmer beinhaltet neben fachlichen Themen, wie unter anderem Symptomkontrolle, Wundversorgung in der Palliativpflege oder die Auseinandersetzung mit verschiedenen Krankheitsbildern, auch Einheiten mit Überschriften wie Lebensbilanz, Umgang mit Abschied und Trauer, Angehörigenarbeit beziehungsweise Gesprächsführung.

Laut Annette Hopfmann kalkuliert die Katholische Erwachsenenbildung einen Lehrgangsplatz mit 1648 Euro. Gefördert wird die Maßnahme auf Vermittlung der Wirtschaftsförderung des Landkreises Diepholz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Kleinere und mittelständische Unternehmen bezahlen für einen Lehrgangsplatz 420 Euro.

Mit der Abschlusspräsentation ist für Erika Thoben die Betreuung der zukünftigen „Palliativen Pflegefachkräfte” noch nicht beendet. „Wir bieten in regelmäßigen Abständen Weiterbildungen und Dialogforen an.“ Die nächste mit der „1. Hospiz- und Palliativfachtagung im Landkreis Diep-holz” am Freitag und Sonnabend, 11. und 12. September, in Twistringen (nähere Informationen unter www.palliativ-diepholz.de).

Zu den Teilnehmerinnen wird gegebenenfalls auch die Sulingerin Lia Pogorzelski zählen: „Es ist gut, mehr zu erfahren, fachlich, aber auch für den Umgang mit den Menschen.“

oti

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