Sulinger Publikum zeigt sich begeistert

Klassische Philharmonie Nordwest: „Zum Dahinschmelzen“

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Die 40 Orchestermitglieder überzeugten unter dem einfühlsamen Dirigat von Ulrich Semrau.

Sulingen - „Musik zum Träumen und Genießen“ hieß das Motto des Konzerts der Klassischen Philharmonie Nordwest am Sonntagabend im Sulinger Stadttheater im Zeichen der romantischen Musik. Die Gastgeber hatten nicht zu viel versprochen: Das – leider überschaubare – Publikum zeigte sich vollends begeistert von den Vorträgen des groß besetzten Instrumentalensembles.

Die 40 Orchestermitglieder überzeugten unter dem einfühlsamen Dirigat von Ulrich Semrau, der die Klassische Philharmonie Nordwest seit ihrer Gründung im Jahr 1996 leitet, mit sauberem, homogenem Klang und differenzierter Dynamik. „Das ist zum Dahinschmelzen“, kommentierte ein Zuhörer das Konzerterlebnis, das die Besucher entgegen aller Etikette zu heftigem Applaus zwischen den einzelnen Sätzen bewog.

Die Klassische Philharmonie Nordwest spielte sich mit der Ouvertüre „Die Zauberharfe“ von Franz Schubert (1797 bis 1828) „warm“: Bühnenmusik zu dem großen romantischen Schauspiel „Rosamunde“ von Helmina von Chézy. Einen weniger hohen Bekanntheitsgrad als Schubert hat der Komponist Max Bruch (1838 bis 1920); er wurde und wird, ebenso wie sein Werk, von der Öffentlichkeit oft verkannt. Seine Sinfonie Nr. 1 Es-Dur entstand nach seinem Amtsantritt als fürstlicher Hofkapellmeister in Sondershausen. Unverkennbar ist seine stilistische Anlehnung an Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms, mit dem er zeitlebens befreundet war.

Zweifelsfrei war die „Symphonie Espagnole“ von Édouard Lalo (1823 1892) für Violine und Orchester Höhepunkt des Konzerts. Als Violinsolistin konnte Ulrich Semrau Karin Tilch (54) gewinnen – beide haben ihre musikalischen Wurzeln im Jugendsinfonieorchester Bremen. Die Violinistin ist seit 25 Jahren Mitglied des weltweit renommierten Philharmonia Orchestra London.

Die „Symphonie Espagnole“, ein technisch äußerst anspruchsvolles Werk, ist das einzige, mit dem Édouard Lalo zu Lebzeiten einen größeren Erfolg verbuchen konnte. Auch er gehört zu den eher unbekannten Komponisten. Neben dem homogenen Klangbild des Orchesters überzeugte die Auswahl des Stücks, die originelle Mischung aus Symphonie und Solokonzert mit rhythmisch-tänzerischen Charakteristiken der spanischen Volksmusik.

Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Beifall. Ein Extra-Applaus galt Karin Tilch, die die fragilen Violinpassagen der „Symphonie Espagnole“ souverän meisterte und – nebenbei bemerkt – auswendig beherrschte.

Die Wahl-Londonerin verlieh dem Konzert einen besonderen Glanz. Und hatte möglicherweise die Klassische Philharmonie Nordwest zu Höchstleistungen beflügelt.

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