Aufnahme ab 22. Mai

Offizielle Hopspiz-Einweihung: „Zugvogel“ breitet Flügel aus

Jon-Hendrik Landwehr (Mitte) übergibt den symbolischen Schlüssel für das Hospiz an (v.l.) Petra Brackmann und Claudia Kemper. - Foto: Seidel
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Jon-Hendrik Landwehr (Mitte) übergibt den symbolischen Schlüssel für das Hospiz an (v.l.) Petra Brackmann und Claudia Kemper.

Sulingen - Von Anke Seidel. Der „Zugvogel“ ist startklar: Knapp 200 Gäste nahmen am Freitag an der offiziellen Einweihung des gleichnamigen Hospizes teil. Dafür war extra ein Zelt errichtet worden. Eine Andacht, etliche Ansprachen und Musik prägten die zweieinhalbstündige Feier. Claudia Kemper (Geschäftsführerin) und Petra Brackmann (Hospizleiterin) mussten immer wieder Hände schütteln und Geschenke entgegennehmen.

Acht Zimmer stehen Menschen in der letzten Phase ihres irdischen Lebens im „Zugvogel“ zur Verfügung – einem Neubau auf einem 3 500 Quadratmeter großen Grundstück. Heute laden die Mitarbeiter der gemeinnützigen Trägergesellschaft „Hospiz- und Palliativkompetenzzentrum“ von 11 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Die ersten Bewohner werden am 22. Mai aufgenommen.

„Die Begleitung von Sterbenden geht tief“, so Claudia Rolke als pastorale Mitarbeiterin der katholischen Kirchengemeinde Sulingen. Gemeinsam mit der evangelischen Pastorin Anja von Issendorf gestaltete sie die Andacht. Sie hatten „Hoffnungslose für Hoffnungslose“ mitgebracht: Sonnenblumenkerne – Hoffnungslose – für jeden Besucher, der Zuhause Hoffnung aufkeimen lassen und zum Blühen bringen wollte.

Während Gläser mit den Kernen durch die Reihen gingen, erteilte Moderatorin Berngard Schröder als Vorsitzende des Trägervereins für den Palliativstützpunkt ihrem Stellvertreter Joachim von der Osten das Wort. Er ließ in seinem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Hospizes keinen Zweifel daran, dass der Keim im Palliativstützpunkt gelegen hatte. „Der Startschuss fiel im Herbst 2015, als wir vom Vorstand zusammen mit der damaligen Koordinatorin Erika Thoben ein erstes Gespräch mit der AOK Braunschweig bekamen.“ Sie erteilte dem Projekt am Ende den Zuschlag – obwohl die Zahl der Hospize in Niedersachsen ausreichend war. Ausschlaggebend war jedoch die Versorgung für die Landkreise Diepholz, Nienburg und Verden von Sulingen aus.

3,2 Millionen Euro für das Hospiz

Die Saat war aufgegangen: Für 3,2 Millionen Euro war das Hospiz errichtet und ausgestattet worden – auch mit Zuschüssen und Spenden, für die sich von der Osten ausdrücklich bedankte. Spender und Zuschussgeber kamen selbst zu Wort – wie Dr. Eberhard Rienhoff vom Lions-Club Grafschaft Diepholz, der einen „Sinneswagen“ gespendet hatte. Als Vertreter der Klosterkammer unterstrich Andreas Hesse die Bedeutung der Hospizbewegung, die nicht Teil der staatlichen Daseinsvorsorge sei. Deshalb hatte die Klosterkammer 300.000 Euro für die Ausstattung des Hauses zur Verfügung gestellt – die Soziallotterie weitere 100. 000 Euro.

„Wer sterbende Angehörige in den letzten Tagen und Wochen begleitet hat, der weiß, wie wichtig die Betreuung ist“, zollte der stellvertretende Landrat Volker Meyer den Mitarbeitern und Hospizhelfern seine Anerkennung. Er begrüßte das Hospiz in Sulingen ausdrücklich. Der Landkreis hatte das Haus mit 300. 000 Euro gefördert.

Weitere 100 .000 Euro kamen aus dem Landkreis Nienburg. Dessen Landrat Detlev Kohlmeier stellte fest: „Die wenigsten Menschen sterben Zuhause.“ Die Betreuung Sterbender sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

„Tragen Sie dazu bei, dass es stabile Sicherheit gibt.“

Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb dankte ausdrücklich allen, die sich finanziell am Hospiz beteiligt hatten – und zeigte sich stolz, eine solche Einrichtung in seiner Stadt zu haben.

Als Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbands Niedersachsen erinnerte Gerd Klaus an die herausfordernde Arbeit, die im Hospiz zu leisten sei: Immer wieder müssten die Mitarbeiter Abschied nehmen von Menschen, die ihrerseits Abschied nehmen müssten von dieser Welt. Um diese Arbeit langfristig zu sichern, appellierte er an alle Funktionsträger: „Tragen Sie dazu bei, dass es stabile Sicherheit gibt.“

Es sei eine unvorstellbare Arbeit, so Jon-Hendrik Landwehr von der Casa Baubetreuung, die Hospiz-Mitarbeiter zu leisten hätten. Mit großer Anerkennung und Hochachtung vollzog er das, worauf die Gäste gewartet hatten: Er überreichte den symbolischen Schlüssel für das Haus an Claudia Kemper und Petra Brackmann.

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