Experimentelle Techniken

„Kunst!?“ Marianne Kellermann-Hillers Malschüler stellen in Sulingen aus

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Brigitte Rasching, hier mit Tochter Charlotte, ist eine der Teilnehmerinnen der Malkurse von Marianne Kellermann-Hiller (rechts), im Fachwerkhaus am Meierdamm ausstellen.

Sulingen - Von Andreas Behling. „Kunst!?“: Warum hängt das Fragezeichen am Titel der Ausstellung, in der neun Teilnehmer der Malkurse von Marianne Kellermann-Hiller in Varrel und Wagenfeld ihre Werke im Fachwerkhaus am Meierdamm in Sulingen präsentieren? „Kunst ist ein Thema, über das sich streiten lässt. Der Betrachter soll entscheiden, was sich für ihn als Kunst darstellt“, erklärt die Dozentin.

Das gilt wohl ganz besonders für Werke, die in einer gerade im Trend liegenden Technik entstanden sind, dem „Pouring“, also Englisch für „Gießen“: „Man gibt alle Farben, die man verwenden möchte, in einen Becher, dann kommt Öl dazu“, verrät Marianne Kellermann-Hiller das „Rezept“. „Dann kippt oder gießt man die Mischung auf die Leinwand – das Ergebnis lässt man, wie es ist, oder bearbeitet es, streicht es aus.“ Das Pouring lässt dem Zufall großen Raum bei der Bildgestaltung, die sich dennoch lenken lässt. „Wir sind da noch im Anfangsstudium, versuchen, größere ,Zellen‘ hinzubekommen.“ 

Was gar nicht so einfach sei, denn neben der Auswahl der Farben spielen das Mischungsverhältnis, der Öl- und der Wasseranteil, ja sogar die Raumtemperatur eine Rolle – „und man muss gut umrühren, um Luftblasen zu vermeiden.“ Die Ergebnisse können sich in Sachen Ästhetik auf jeden Fall sehen lassen, auf einem der Werke ließen sich (subjektiv betrachtet) beispielsweise Sterne, Galaxien, Spiralnebel erkennen. „Das ist das Schöne, jeder kann daraus sehen, was er sehen möchte.“ 

In den USA beschäftigen sich Künstler schon länger mit dieser Technik, entwickeln sie weiter, berichtet die Varrelerin und zeigt auf ihrem Smartphone ein Beispiel, bei dem sich das Portrait einer Frau im Farbenspiel findet.

Brigitte Rasching aus dem Wagenfelder Malkursus von Marianne Kellermann-Hiller, findet das Pouring spannend, möchte es auch ausprobieren – wobei sie eigentlich eher der figürlichen Darstellung verbunden ist, sie steuert zum Beispiel ein Stillleben mit Blumenvase zur Ausstellung bei. „Ich finde es schön, wenn man was erkennt“, stellt sie lächelnd fest. „Die meisten malen zu Beginn realistischer, zum Abstrakten kommt man dann“, weiß Marianne Kellermann-Hiller. „Worauf ich achte ist, dass die Teilnehmer Tiefe in ihre Bilder bekommen, es soll nicht lediglich etwas plakativ oben draufstehen.“

Abstrakte Malerei und „etwas erkennen“, das schließt sich durchaus nicht aus – so ist ein Werk im Fachwerkhaus zwar eindeutig abstrakt gestaltet, zeigt aber ganz klar einen Vogelschwarm am farbintensiven Himmel. Oder? „Das ist eine Stadt“, sagt Charlotte (8), Brigitte Raschings Tochter. „Man muss es von weiter weg betrachten“, hilft die Dozentin auf die Sprünge. Ja, gut, so gesehen – eine Stadt. Auf jeden Fall: Kunst. Punkt.

Die Ausstellung „Kunst!?“ ist an den Sonntagen 7., 14. und 21. Oktober von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Es sind jeweils einige der Künstler vor Ort, deren Werke zu sehen sind. Neben Brigitte Rasching und Marianne Kellermann-Hiller selbst sind das Anke Gerdes, Heike Kolloge, Ursel Nuttelmann, Elke Förthmann, Martina Cording, Günter Glückstadt, Sylke Bukowski und Wolfgang Schwettmann.  

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