Anwohner an B-214-Umleitung beklagen Verhalten der Verkehrsteilnehmer

Viel zu viele fahren viel zu schnell

Auf der Geraden der K 1 wird gefahren, was die Fahrzeuge hergeben, mancher hält sich aber sogar ans Tempolimit.
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Auf der Geraden der K 1 wird gefahren, was die Fahrzeuge hergeben, mancher hält sich aber sogar ans Tempolimit.

Sulingen – „Gerade ist es eigentlich ganz ruhig“, sagt Susanne Ehlers und doch: Während des Telefonates am Mittwochvormittag sind deutlich die Geräusche zu hören, die ein Lkw macht, der im vehementen Pferdestärkengalopp vorbeirauscht. Gleich mehrfach ist es zu hören, und Susanne Ehlers ist einfach nur noch fassungslos: „Die rauschen hier alle vorbei, treten aufs Gas, Autos überholen sich, fahren hier mit 180 Sachen entlang.“

Für Bauarbeiten an der B 214 zwischen Groß Lessen und Sulingen, die bis zum 27. September andauern sollen, sind Umleitungen ausgeschildert: In Richtung Sulingen über die L 347 nach Varrel, die K 19 nach Barenburg und die B 61 nach Sulingen, aus Richtung Sulingen sollen die Verkehrsteilnehmer über die B 61 in Richtung Bassum bis zur Abzweigung der Kreisstraße 2 in Sulingen-Stadt, weiter über Rathlosen bis zur K 1 nach Groß Lessen und von dort weiter auf der B 214 in Richtung Diepholz fahren.

Laut Susanne Ehlers sind aber auch viele Verkehrsteilnehmer aus Richtung Diepholz über die Groß Lessener Variante unterwegs. „Und es fällt schwer, zu Fuß über die Straße zu kommen. Insbesondere während des Berufsverkehrs. Wenn wir noch eine Schubkarre voller Heu für unsere zwei Rinder auf die Weide gegenüber bringen wollen, geht das kaum.“

Autofahrer geben gerne Gas, überholen vielfach.

Ehlers wohnt mit Ehemann und einer bunten Anzahl an Tieren auf einem der wenigen Höfe, die direkt an der Kreisstraße 1 liegen. Einen Fuß- oder Radweg sucht man hier vergebens. Dennoch nutzen die Strecke gemeinhin viele Radler, deren Zahl gestiegen sei, sagt Susanne Ehlers. Wollte von den Anwohnern jemand zur Bushaltestelle „Groß Lessen Kolonie“ der Linie 122 gelangen, derjenige müsste auf einem unebenen Grünstreifen direkt neben der Fahrbahn entlang gehen.

„Keine großräumige Umleitung für Lkw geplant“

Zurück zur Straße: Nachgefragt beim Landkreis Diepholz. Eine neue, dann großräumige Umleitung der Lkw ist nicht angedacht. „Eine weitere ist derzeit nicht geplant“, teilt Pressesprecherin Anne-Katrin Suilmann mit. Und erklärt, warum nicht: „Die Verkehrssituation auf den Umleitungsstrecken wurde in der vergangenen Woche und auch am Dienstag kontrolliert. Am Dienstag wurde an der Kreisstraße 1 nach den Eingaben von Anliegern in der Ortslage Barrien eine Verkehrserhebung durchgeführt. In den Morgenstunden von 7 bis 8 Uhr wurden 101 Fahrzeuge in Fahrtrichtung Groß Lessen und 27 Fahrzeuge in Fahrtrichtung Rathlosen / Ehrenburg gezählt.“ Diese stündliche Verkehrsbelastung ergebe einen „DTV“ (durchschnittlicher Tageswert) von 1 280 Fahrzeugen.

„Verkehrsbelastung derzeit nicht überdurchschnittlich“

„Dieser derzeitige Wert ist für Anlieger der K 1 sicherlich belastend; im Vergleich zu den Werten anderer Kreisstraßen im Landkreis ist dieser jedoch nicht weit überdurchschnittlich“, erklärt Suilmann. Der auf der Kreisstraße gestiegene Schwerlastverkehr wirke sich zudem geschwindigkeitsmindernd aus.

Susanne Ehlers kritisiert, dass die Verkehrserhebung im Bereich Barrien erfolgt ist, wo die kurvige Straßenführung die Geschwindigkeit automatisch drossele. Im Bereich „Kolonie“ jedoch, an den Wohnhäusern entlang, führt eine Gerade, auf langer Strecke gesäumt von Bäumen. Eigenhändig hergestellte Schilder mit dem Hinweis „Achtung Tiere“ mussten entfernt werden. Ehlers hat auch Angst um Hofkatze Flummi, 23 Jahre alt, die gerne mal zum Nachbarn über die Straße stromert.

Das Queren der K 1 zum Schuppen ist mitunter schwierig.

Kurzfristig eine zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbegrenzung in dem Bereich einzurichten, wie es Susanne Ehlers sich wünscht, wird abgelehnt. „Aus der Verkehrserhebung ergibt sich, dass verkehrsbeschränkende Maßnahmen in Form einer Geschwindigkeitsbegrenzung wegen des starken Schwerverkehrs und der damit verbundenen Geschwindigkeitsminderung nicht weiter zielführend sind“, heißt es in der Pressemitteilung. Suilmann kündigt aber an, dass „im Rahmen der Verkehrsüberwachung der Streckenabschnitt der K 1 weiter beobachtet“ werde. Soll heißen? „Kurzfristig werden Kontrollen durch die kommunale Verkehrsüberwachung durchgeführt“, erklärt Suilmann. Nach Vorlage der Ergebnisse werde die Situation gegebenenfalls neu beurteilt.

Aber wie kann verhindert werden, dass Verkehrsteilnehmer kleinere Straßen (per Navigationsgerät ausgewählt) nutzen, die für eine solche Anzahl an Fahrzeugen nicht ausgelegt sind? Dazu gibt es mitunter keine Alternativen, kleinere Straßen könnten nicht gänzlich von der Nutzung ausgenommen werden. Suilmann verweist auf das, was bisher praktiziert wird: „Bei Auftreten erster Schäden wird die Stadt Sulingen als Straßenbaulastträger tätig und beschränkt die Nutzung.“

Bauarbeiten auf der B 214 liegen im Zeitplan, Freigabe am 27. September

Immerhin: Der „Grund des Übels“, die Bauarbeiten an der B 214 liegen im Zeitplan: „Der derzeitige Baufortschritt entspricht den Planungen, die Freigabe der B 214 wird voraussichtlich zum 27. September erfolgen können“, erklärt Anne-Katrin Suilmann.

Von Sylvia Wendt

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