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Zu frühes Schichtende beim „Schichtwechsel“ bei der Sulinger Kreiszeitung

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Von: Carsten Sander

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Einen Tag bei der Tageszeitung – das erlebten Heike Schünemann (rechts) und Heike Trautmann gemeinsam mit Kreiszeitungsredakteur Carsten Sander (Bild links). Im Druckhaus in Syke erklärte René Brendel, wie die Zeitung gedruckt wird.
Im Druckhaus der Kreiszeitung in Syke erklärte René Brendel, wie die Zeitung gedruckt wird. © Carsten Sander

Sulingen/Syke – Schichtbeginn beim „Schichtwechsel“ ist für Heike Schünemann und Heike Trautmann um 9.30 Uhr. Treffen in der Redaktion der Sulinger Kreiszeitung – und dann geht das mitunter rasante Reporterleben auch direkt los für die „Schichtwechsler“ der Delme-Werkstätten. Im Rahmen des bundesweiten Projekts tauchen sie für einen Arbeitstag ein in die Welt der Tageszeitung.

Es beginnt mit einem Crashkurs am Computer. Wie entsteht damit eine Zeitungsseite? Welche Layoutvorschriften sind zu beachten? Und wie ist eine Tageszeitung eigentlich aufgebaut? Es sind eine Menge Informationen, die den beiden Heikes binnen weniger Minuten zufliegen. Mehr Zeit ist aber nicht, denn schon steht der erste Außentermin an. Die neue Tagespflege „Zum Hollerbusch“ hat zur offiziellen Übergabe des neuen Gebäudes eingeladen. Am 4. Oktober startet dort der Betrieb – und das soll dokumentiert und berichtet werden. Heike Schünemann, bei der „Delme“ in der Abteilung Verpackung beschäftigt, und Heike Trautmann, eigentlich im Bereich Tischlerei angesiedelt, sind dabei nicht alleine unterwegs. Carsten Sander, Redakteur der Sulinger Kreiszeitung, begleitet das Duo durch den Tag. Aber arbeiten müssen, na klar, auch die „Schichtwechsler“. Heike Schünemann schnappt sich die Kamera, testet kurz den Autofokus aus – und schwupps ist das Foto mit all den Hollerbusch-Beteiligten auch schon im Kasten. „Fotografin zu sein, das könnte ich mir vorstellen“, sagt Heike Schünemann später.

Clown, Artist oder Jongleur ist dagegen eher nichts für sie. Um solche geht es beim zweiten Termin des Vormittags. In der Grundschule Sulingen startet ein Zirkusprojekt, alle Fakten dazu wandern erst in den Notizblock und später auf die Zeitungsseite. „Ganz schön stressig“ sei so ein Tag, meint Heike Trautmann.

Einen Tag bei der Tageszeitung – das erlebten Heike Schünemann (rechts) und Heike Trautmann gemeinsam mit Kreiszeitungsredakteur Carsten Sander (Bild links). Im Druckhaus in Syke erklärte René Brendel, wie die Zeitung gedruckt wird.
Einen Tag bei der Tageszeitung – das erlebten Heike Schünemann (rechts) und Heike Trautmann gemeinsam mit Kreiszeitungsredakteur Carsten Sander (Bild links). Im Druckhaus in Syke erklärte René Brendel, wie die Zeitung gedruckt wird. © Ute Stollreiter

Sie hatte einen klaren Wunsch für ihren „Schichtwechsel“: Das Druckhaus am Verlagsstandort der Mediengruppe Kreiszeitung in Syke zu besichtigen – das wär’ was. Dort angekommen wird erst mal groß gestaunt über die Unmengen an riesigen Papierrollen, die im Lager auf ihre Verarbeitung warten. Meterhoch türmen sie sich auf. Wie viele es sind? Kaum zu zählen, so viel Zeit bleibt nicht in einer Schicht. Rotationsleiter René Brendel erklärt Heike und Heike, wie die Druckmaschine funktioniert und wie schnell sie ist. 26 000 Ausgaben schafft sie in der Stunde und acht der großen Rollen werden für eine Tageszeitungsproduktion benötigt. In Aktion kann Heike Trautmann die Rotation nicht erleben – der Andruck liegt nicht in ihrem Zeitfenster. „Dann muss ich wohl nachts noch mal wiederkommen“, sagt sie, denn nun weiß sie: Zwischen 22.30 Uhr und 3 Uhr nachts haben die Drucker ihre Schicht. „Das würde ich gerne mal miterleben“, sagt die Beschäftigte der Delme-Werkstätten. Vielleicht klappt es ja beim nächsten „Schichtwechsel“ – oder schon früher.

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