Angebot bis 10. Oktober

Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Neben einer Hüpfburg stehen drei Männer, und zwischen ihnen kniet ein Pferd.
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Am Wochenende bildet das Gelände den Hüpfburgpark, während unter der Woche hier Enrico Köhler und seine Söhne Mariano und Marietto (von rechts) trainieren und mit den Tieren arbeiten.

Sulingen-Gaue – Ein Hüpfburgpark mit Streichelzoo – das klingt nach jeder Menge Spaß für Kinder. Allerdings hat die Angelegenheit einen ernsten Hintergrund: Zirkus-Familie Köhler sichert damit den Unterhalt für ihre Tiere.

Seit Mitte Juli ist der Park im Sulinger Ortsteil Gaue an der Bundesstraße 214 samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Sobald die entsprechende Genehmigung verlängert worden ist, soll auch das Reiten auf Ponys und Kamelen möglich sein, zudem können die Besucher sich dann die übrigen Bewohner der Menagerie wie Ziegen, Rinder oder Hunde ansehen.

Für Familie Köhler ist dieser Park eine Premiere. Ihr Zirkusunternehmen ist seit vielen Jahren mit der „Show der Sensationen“ unterwegs und gastierte bereits häufig in Sulingen, früher noch auf dem alten Marktplatz am Hallenbad, erinnert sich Enrico Köhler, und später häufig auf dem „Informa“-Gelände. Daran ist nun aber nicht zu denken, denn „wir dürfen ja nicht reisen“, stellt Nicole Köhler fest. In diesen Wochen sei eigentlich die Saison, in der der Zirkus in den Niederlanden, Dänemark und Schweden unterwegs sei, in den übrigen Monaten zwischen März und Oktober trete man zwischen Nienburg, Oldenburg und Ostfriesland auf. All das ist nun nicht möglich, ebenso wenig wie die sonst üblichen Vorstellungen in der Karnevals- oder Weihnachtszeit.

Täglich trainiert Enrico Köhler mit Hengst „Negro“.

Ohne Auftritte fehlen die Einnahmen – und das seit anderthalb Jahren. Nachdem Ersparnisse und Rücklagen aufgebracht sind, lebe sie von Hartz IV, sagt Nicole Köhler. Einfach einem anderen Job nachzugehen, sei für die Familie kaum möglich, denn die Zirkustiere müssten täglich versorgt und bewegt werden, und das Training sei für sie ein wichtiger Teil des Tagesablaufs. Trainieren müssen auch Marietto und Mariano, die Söhne des Paares, damit sie ihre Fähigkeiten als Artisten nicht verlieren und ihre Darbietungen weiter zeigen können: „Wir müssen ja bereit sein, wenn wir wieder losdürfen“, so Enrico Köhler.

So hilfreich die staatliche Unterstützung auch ist, sie ist eine Hilfe zum Lebensunterhalt – Kosten für Tierfutter und Veterinär, Steuern und Versicherungen sowie die Aufwendungen für Unterhalt und Instandsetzung von Fahrzeugen und Requisiten werden davon nicht gedeckt.

Gelassen verfolgen die Kamele das Treiben in der Sommersonne, bis sie mit dem Training an der Reihe sind.

So sei die Idee des Hüpfburgparks entstanden: Die vier Hüpfburgen dafür habe man sich von Schaustellerkollegen geliehen, und die Einnahmen des Angebots sollen den Tieren zugutekommen. Für Futterspenden sowie Heu oder Stroh sei man ebenfalls sehr dankbar: „Das wäre eine große Hilfe“, betont Nicole Köhler.

Bis zum 10. Oktober könne man bleiben, weil die Fläche Privatgelände ist. „Das ist ideal für die Tiere, hier können sie weiden und haben viel Auslauf“, freut sich Enrico Köhler. Wie es danach weitergeht, wisse man nicht: „Für uns ist dieser Park Neuland.“

Viele Zirkus- und Schaustellerkollegen hätten in der Pandemie bereits aufgegeben. „Wir wollen aber weitermachen, wir sind damit aufgewachsen.“ Wann und in welcher Form es mit dem Zirkus weitergeht, ist ungewiss: „Es wird nicht mehr so sein wie vorher“, ist Nicole Köhler sicher, „aber vielleicht können wir in ein, zwei Jahren wieder losziehen.“

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