Ziel Wiedervernässung

Sulinger Moor: Aufnahme in die Fortschreibung des Flurbereinigungsprogrammes

Olaf Stührmann von der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landesentwicklung, Dirk Rauschkolb, Agrarministerin Barbara Otte-Kinast und Landesbeauftragte Heike Fliess (von links).

Sulingen - „Das ist der Startschuss“, sagt Dirk Rauschkolb. In den Händen hält der Bürgermeister der Stadt Sulingen das von Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Barbara Otte-Kinast unterzeichnete Schreiben. Die Adressaten: die Akteure und Verantwortungsträger des zukünftigen Flurbereinigungsverfahrens Sulinger Moor. Heinrich Dammeier vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser geht davon aus, dass das Verfahren noch in diesem Jahr offiziell eingeleitet wird.

Otte-Kinast hatte schon Mitte Mai die Aufnahme des Vorhabens in die Fortschreibung des Flurbereinigungsprogrammes 2018 des Landes Niedersachsen bescheinigt. Rauschkolb und Dammeier sprechen jetzt von einem Finanzvolumen von 1,2 Millionen Euro, durch das das Verfahren getragen werde. Laut Rauschkolb investiere die Stadt Sulingen 300 000 Euro in den Wegebau; allein 134 000 Euro in die Sanierung des Scheunenbuschdamms.

Im Zuge der Beratungen zum Haushalt 2018 hatte sich der Rat dafür ausgesprochen, das Vorhaben mit Finanzmitteln der Stadt Sulingen zu fördern. Wohl aber nicht nur mit dem Ziel der Optimierung des Wegenetzes im Sulinger Süden: „Klimaschutz hat für uns eine hohe Priorität“, sagt Rauschkolb mit Verweis auf die Absicht der Wiedervernässung des Sulinger Moores. Eine Absicht, die der Naturschutzbund Deutschland sich bereits vor Jahren auf die Fahnen geschrieben hatte und zu diesem Zweck „mühsam versuchte, kleinste Parzellen hin- und herzutauschen. Da ist so ein Verfahren dann der größere Ansatz; wahrscheinliche auch ein erfolgversprechender Ansatz“, sagt Rauschkolb.

Heinrich Dammeier sieht das ähnlich. Von den etwa 450 Hektar des Sulinger Moores befinden sich aktuell nur etwa 100 im Besitz der öffentlichen Hand. „Überwiegend in Streulagen“, so Dammeier. Eine Zielsetzung des Verfahrens sei, diese durch den Flächentausch zusammenzubringen und welche zuzukaufen, damit die Bemühungen einer Wiedervernässung tatsächlich Früchte tragen.

In der Summe umfasst das Verfahrensgebiet zwischen dem Verbindungsweg der Siedlung Lindern und dem Sulinger Bruchdamm, südlich des Bruchdammes bis zum Postdamm eine Fläche von 900 Hektar. Details habe laut Dammeier der noch zu bildende Vorstand der Teilnehmergemeinschaft zu klären: „Zunächst kommt im Juli noch einmal der Arbeitskreis zusammen. Dann gehen wir alle weiteren Schritte an; unter anderem den offiziellen Aufklärungstermin.“ Der Mitarbeiter des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) schätzt die Zahl der zu beteiligenden Grundstückseigentümer auf 250.

Angestoßen hatten die Mitarbeiter des ArL die Überlegungen der Einleitung eines Flurbereinigungsverfahrens Sulinger Moor bereits im Herbst 2016. Gemeinsam mit Dezernatsleiter Christian Schönfelder hatte Heinrich Dammeier in Lindern über Chancen und Möglichkeiten eines möglichen Verfahrens informiert, explizit auch über die Bestrebungen von Stadt sowie von Naturschutz- und Umweltverbänden, das Sulinger Moor wieder zu vernässen. Befürchtungen, dass Anlieger für Maßnahmen im und um das Moor zur Kasse gebeten werden, hatten Dezernats- und Projektleiter ausgeschlossen. Die Eigentümer müssten ökologische Projekte nicht mitfinanzieren.

Noch während der Info-Veranstaltung war der Kreis gegründet worden, der die Ziele formulierte, die dann schlussendlich im Verfahrensantrag mündeten. 

oti

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