Zeitreise mit tiefem Timbre

Gabriele Banko entfacht eine besondere Sehnsucht beim Varreler Neujahrskonzert

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Gabriele Banko (Mitte) wurde begleitet durch Peter Knaak am Flügel und Lynda Cortis am Cello.

Varrel - Von Gerhard Kropf. Sie habe schon als Kind in Quakenbrück immer gern gesungen – allerdings sehr zum Verdruss ihrer Großmutter. Mit den Worten „Du hast eine Stimme wie ein Saufbold!“, habe diese ihr vom Singen abgeraten. Das erzählte Gabriele Banko beim Neujahrskonzert im Varreler Küsterhaus.

Glücklicherweise hörte Banko nicht auf ihre Oma, studierte später sogar Gesang und interpretierte am Sonntagabend im Varreler Küsterhaus unter dem Titel „Sehnsucht – von Knef bis Alexandra“mit ihrer tiefen Altstimme melancholische und humorvolle Lieder. „Mit „Eins und eins das macht zwei“ eröffnete Banko das Konzert im ausverkauften Saal, und wer die Augen schloss, glaubte sich tatsächlich in die sechziger Jahre zurückversetzt und Hildegard Knef zu hören. 

Die meisten Lieder kannte das zumeist schon etwas ältere Publikum und hörte sie gerne wieder. Bankos „missionarischer Eifer“ hatte sie veranlasst, die Texte gelegentlich zu verändern, zum Beispiel erweiterte sie das Chanson von Zarah Leander „Eine Frau wir erst schön durch die Liebe“ um zwei Strophen, die die vergeblichen Versuche beschreiben, der Schönheit mit Rasieren, Solarium und Botoxspritzen näher zu kommen. 

Reise in die Zeit von Nappo und Mäusespeck

Auch das Lied von Zarah Leanders große Liebe, die Waldemar heißt, wurde um einen zweiten Mann mit Namen „Ottokar“ erweitert, der sich als Geflügelzüchter aus dem Vechtaer Raum erweist. Dass Banko auch temperamentvoll singen kann, bewies sie mit der Ballade „Stroganoff“, die die Entstehung des „Stroganoff-Filets“ beschreibt. 

Mit viele anderen Liedern, die zu der „abgrundtiefen Stimme“ von Gabriele Banko passten, versetzte sie das Publikum zurück in die fünfziger und sechziger Jahre, wo man als Kind Brausepulver lutschte, Nappos und Mäusespeck aß. „Aber schön war es doch“, dieser Song von Hildegard Knef aus dem Jahre 1963 passte zu den Erinnerungen. Dalida sang 1973 „Er war gerade achtzehn Jahr“, und nach diesem Lied gestand Banko: „Ich bin schon drei mal 18 Jahr, und noch drei dazu.“ „Mein Freund der Baum (Alexandra)“, „Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hildegard Knef)“, „Kann denn Liebe Sünde sein (Zarah Leander)“, „Unter den roten Laternen von St. Pauli (Lale Andersen)“ oder „So ein Mann (Margot Werner)“ waren weitere zeitlose Songs, mit denen Gabriele Banko das Publikum in ihren Bann zog. 

Peter Knaak am Flügel und Lynda Cortis am Cello begleiteten die Sängerin, und beide bewiesen ihr Können auch mehrfach bei Instrumentalstücken. Gedichte von Robert Gernhardt ergänzten das Programm, so dass das Publikum zum Schluss begeistert Beifall klatschte und mit zwei Zugaben belohnt wurde: „Am Tag als der Regen kam (Dalida)“ und „Illusionen (Alexandra)“.

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