Thema: Nach dem Großbrand im Jahr 1719

Dreharbeiten für „Sulingen Projekt“: Holzschuhe und Sensen gesucht

Zeitreise ins Mittelalter mit dem Sulingen-Projekt: Dreharbeiten im Larpdorf in Ströhen.

Sulingen - Wer noch überlegt, wohin mit den alten Holzschuhen, der wende sich an die Macher des „Sulingen Projektes“. Die suchen nämlich Holzschuhe, gerne auch Statisten, die sie tragen. Geplant sind Aufnahmen zum Thema „Hollandgänger“. Oh, und Sensen könne man ebenfalls gut gebrauchen, heißt es seitens des Projektteams.

Die ersten Sequenzen sind im Kasten. Und, wie war's? „Anstrengend“, sagt Martin Hermann. Der kennt das ja, Dreharbeiten. Stundenlange Vorbereitungen, Drehzeiten und dann schneidet er das Material ja auch noch selbst. Erste Filmaufnahmen entstanden jetzt im benachbarten Ströhen, im Larp-Dorf. Martin Hermann konzentrierte sich auf die Darsteller, weniger auf die Gebäude. Die Szene spielt im Jahr 1719. Sie zeigt Ingenieur-Leutnant Eden, wie der einen Plan für den Wiederaufbau der Stadt Sulingen zeichnet.

Denn: Am 12. September 1719, morgens um 10 Uhr, war ein Brand in Sulingen ausgebrochen. 82 Wohnhäuser und 44 Nebengebäude brennen ab, 750 Menschen werden obdachlos – sie können nur wenige Habseligkeiten und einen Teil des Viehs retten. König Georg verfügt ob des Brandes, dass künftig Pfeifen einen Metalldeckel haben müssen. Vorgaben für Eder lauten: Die Straßen müssen breiter sein, die Abstände zwischen den Häusern größer, Strohdächer sind verboten und die Häuser haben künftig einen Schornstein.

Dreharbeiten ziehen große Kreise

Die Dreharbeiten im Rahmen des „Sulingen Projektes“ ziehen derweil große Kreise: Etwa wegen der Kostüme. Kerstin Melloh-Kordes hat Kontakte geknüpft zum Team der Domfestspiele in Verden, die Sulinger können sich etliche der Kostüme ausleihen.

Patrick Bade aus Sulingen und Addi Stock aus Bremen kennen sich als Komparsen von TV-Dreharbeiten für den ARD-„Tatort“. In der jetzt gedrehten ersten Szene spielt Bade den Leutnant Eder und Stock den damaligen Bürgermeister Kramer.

Professionelle Ausrüstung: Regisseur Martin Hermann hinter der Kamera, hier mit Frank Wenker.

Bis es allerdings soweit ist haben Martin Hermann, Frank Wenker, Kerstin Melloh-Kordes und zahlreiche Helfer und Statisten seit mittags alles vorbereitet für die Aufnahmen. Hier eine kleine Dorfszene, dort eine Großaufnahme von Menschen im Gespräch. Der Aufwand auch für kleine Sequenzen ist nicht wesentlich geringer als für große Szenen.

Damit überhaupt gedreht werden kann, ist das THW-Sulingen mit Leiter Volker Schweers vor Ort, sorgt für Strom. Die THWler haben sich bei der „Apparatspott“-Trilogie bereits als verlässliche Partner für Dreharbeiten erwiesen. „Sie sind Gold wert, ihnen gebührt einfach großer Dank“, sagt Regisseur Martin Hermann. Das Team beendet die Dreharbeiten nach gut zwölf Stunden nachts um 2 Uhr. Das soll jetzt aber Interessierte, die Lust haben, als Statisten bei den nächsten Dreharbeiten mitzuwirken, nicht abhalten... Gesucht werden nämlich zahlreiche Darsteller, zunächst für eine Szene rund um die Hollandgänger. Gesucht werden generell nicht nur junge Schauspieler, sondern auch ältere. „Wir können ja nicht immer die selben Darsteller in den Szenen präsentieren“, erklärt Hermann.

Einst fünf Sensenschmieden in Sulingen

Einst gab es in Sulingen fünf Sensenschmieden, die jährlich zusammen etwa 400 Sensen und etwa 80 Futtermesser herstellten. Und heute sucht das Film-Team dringend nach Sensen für eine Szene zum Thema. Die nächsten Drehtermine sind bereits vereinbart und sollen im Juni und Juli stattfinden. Aufwendigere Szenen sind für Anfang September geplant: Die Hinrichtung der Frau Susewind. Derweil werden weiterhin Zeitzeugen befragt, Geschichten recherchiert und Dreharbeiten vorbereitet, das Team ist obendrein ständig auf der Suche nach Requisiten oder Drehorten.

Wer Lust hat mitzuwirken an dem Projekt, das bis zum kommenden Jahr die 1000-jährige Geschichte Sulingens in einem besonderen Zusammenspiel von Geschichte und Film aufarbeitet, der wendet sich an das Team des Sulingen Projektes: Neben Martin Hermann, Frank Wenker und Kerstin Melloh-Kordes gehören auch Christine Nordenholz, Werner Focke, Kerstin Niemeyer und Maleen Kordes dazu.

https://www.sulingen-projekt.de/

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