Lebenshilfe aus Sulingen beteiligt sich an Demo

„Wollen selbst entscheiden dürfen“

Die Demonstrationsteilnehmer von der Lebenshilfe aus Sulingen. - Foto: Margret Herzog

Sulingen - Zum Protest gegen das geplante Bundesteilhabegesetz, das in ihren Augen auf Leistungskürzungen für Behinderte hinausläuft –etwa durch Einschränkungen bei Eingliederungshilfen – hatten für Donnerstag Behindertenverbände und Sozialeinrichtungen aufgerufen.

An der Demonstration auf dem Opernplatz in Hannover beteiligte sich auch eine Gruppe der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz aus Sulingen, teilt Margret Herzog (Organisation von Selbsthilfe und Inklusion) mit: „Mit einem Plakat versehen machten sich elf Personen per Bus und ab Nienburg per Regionalbahn auf in die Landeshauptstadt, um mit ihrer Anwesenheit zu dokumentieren, dass sie so nicht mit dem Bundesteilhabegesetz einverstanden sind.“ Den folgenden Bericht hat Margret Herzog gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bewohnervertretung der Wohnanlage Schwafördener Weg in Sulingen, Arne Thormann, geschrieben.

„Der Zug aus Richtung Bremen war voll besetzt. Viele Menschen mit Plakaten oder Transparenten waren wie wir auf dem Weg. Am Opernplatz angekommen empfing uns schon eine riesen Menge an Demonstranten und es wurden immer mehr. Es wurden über 7 000 Menschen mit und ohne Behinderung, die sich hier versammelten. Die Redebeiträge von Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen, Holger Stolz, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe und anderen waren sehr eindrucksvoll und in leicht verständlicher Sprache gehalten. Sie forderten mehr Teilhabe und keine Ausgrenzung von behinderten Menschen. Wir wollen auch keine Schlechterstellung, wenn Pflegeleistungen in Anspruch genommen werden müssen.

Menschen mit Behinderung wollen selber entscheiden können, wo sie arbeiten und wo sie leben wollen. Wir waren auch mit der Forderung eines Mitglieds der Bewohnervertretung angereist: ,Mein Geld – bleibt mir‘. Das bedeutet, dass auch Menschen mit Behinderungen ein ,Sparbuch‘ haben dürfen, ohne dadurch Nachteile befürchten zu müssen.

Viele diese Dinge und noch mehr wurden auch von den Rednern gefordert. Niedersachsens Sozialministerin, Cornelia Rundt, hat versprochen, dies alles mit nach Berlin zu nehmen. Dort wurde noch am gleichen Tag über dieses Gesetz gesprochen.

Aber es gab nicht nur Reden auf dieser Demo. Eine Gruppe aus Seelze machte tolle Musik. Auch gab es Gespräche mit anderen Teilnehmern. Nach der Veranstaltung machten wir uns wieder auf den Weg nach Sulingen. Die Regionalbahn war noch voller als auf dem Hinweg. Wir waren etwas müde und die Füße taten uns weh. Aber wir waren da! Wir haben mit demonstriert und den Entscheidern in der Politik, gemeinsam mit vielen anderen, die Rote Karte gezeigt.“

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