„Wir sind Sulingen 2.029“: Leitbildwerkstatt mündet in ersten Arbeitsgruppen / Interesse an Problemlösungen

Bereit zum bürgerlichen Engagement

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„KoRis“-Mitarbeiterin Tanja Frahm moderierte unter anderem die Diskussionsrunde im Workshop „Modalität“: „Man läuft auch Gefahr, an kleineren Dingen kleben zu bleiben.“

Sulingen - Die Diskussionen um eine mögliche Neuordnung der Krankenhauslandschaft im Landkreis Diepholz macht auch vor dem in Entstehung befindlichen Bürgerbeteiligungsprozess „Wir sind Sulingen 2.029“ nicht Halt. Noch während der Leitbildwerkstatt am Dienstagabend in der Alten Bürgermeisterei bildete sich die „Bürgerinitiative Krankenhaus Sulingen“. „Erste Aktionen sind für Sonnabend während des Wochenmarktes in der Sulinger Innenstadt geplant“, sagt Andreas Albers, einer der Mitbegründer der Initiative. Mittwochabend sollten erste Details besprochen werden.

Die Leitbildwerkstatt selbst war nach der Zukunftskonferenz und einem Jugend-Workshop die dritte Veranstaltung im Zuge des Bürgerbeteiligungsprozesses, der von den Mitarbeitern der Sulinger Stadtverwaltung und des Büros „KoRis – Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung“ begleitet wird.

Der Titel des Beteiligungsprozesses, „Wir sind Sulingen 2.029“, ist in Anlehnung an die für das Jahr 2029 geplante 1000-Jahr-Feier der Stadt Sulingen gewählt.

Laut Birgit Dullin, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, sollen die Leitsätze nach den Sommerferien verabschiedet werden. Dem Ratsbeschluss geht eine Sitzung der Koordinierungsgruppe voraus, in der neben den Vertretern der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung welche der Initiative, der Zukunftswerkstatt und des Senioren- und Behindertenbeirates mitarbeiten. „Die Leitbildwerkstatt dient dazu, die Leitsätze mit Inhalte zu füllen“, erklärte Karolin Thieleking vom Büro „KoRis“ am Dienstag.

Die einzelnen Handlungsfelder waren im Zuge der Zukunftskonferenz zusammengefasst worden: „Wohnen, Stadtzentrum und Identität – Hier leben wir gerne“, „LandWirtschaft und Handel – Ein starkes MittelZentrum“, „Verkehr und Mobilität – Intelligent vernetzt“, „Soziales, Bildung und Gesundheit – Rund um versorgt“, „Naherholung, Kultur und Freizeit – Bunt und beliebt“, „Natur, Klima, Umwelt – Innovativ und nachhaltig“ sowie „Kooperation und Kommunikation – Gemeinsam aktiv.“

Tatsächlich mündete die Leitbildwerkstatt in der Festlegung erster Projekte und Vorhaben, die die Akteure in Angriff nehmen wollen, zumindest könnten: Neben dem Einsatz des Ausbaus des Klinikstandortes behandelten die an die 70 Veranstaltungsteilnehmer am Dienstag unter anderem Themen wie Mobilität, Leerstandsproblematik oder auch Wohnraum für Singles.

„Man läuft dabei aber auch Gefahr, an kleineren Dingen kleben zu bleiben“, erläuterte „KoRis“-Mitarbeiterin Tanja Frahm mit Blick auf den Workshop, deren Mitglieder sich mit Verkehr und Mobilität beschäftigten. Forderungen nach einem am tatsächlichen Bedarf orientierten öffentlichen Personennahverkehr, speziell als Anbindung an die Großzentren, und einer intelligenten Verkehrslenkung wurden mehrfach laut. Claus Wilhelm Vocke von „Ranck“ will mit Blick auf den Handel im Mittelzentrum auch die „Mobilität von außen“ berücksichtigt wissen. „Zwei Drittel der Kunden kommen aus dem Umland. Die müssen wir willkommen heißen.“

Werner Focke forderte in der Gruppe Soziales, Bildung und Gesundheit innovative Konzepte, um die Situation der niedergelassenen Ärzte und die Bemühungen um die Ansiedlung von Fachärzten zu optimieren.

Für den Bereich Naherholung, Kultur und Freizeit mahnten die Workshopteilnehmer unter anderem Verbindlichkeit von Terminabsprachen an, zeigten sich aber auch innovativ: Eine intensivere Nutzung des Gartens des Bürgerhauses für Kultur-Veranstaltungen wäre demnach denkbar, genauso die Nutzung der Räume der Stadtbiliothek für Kleinkunst.

Karolin Thieleking bei der Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse: „Man wird schnell merken, dass alles irgendwie mit allem zusammenhängt“ – Handel und Mobilität, Gesundheit und Infrastruktur,... Der Koordinierungsgruppe käme dementsprechend eine besondere Bedeutung zu.

Das Gros der Teilnehmer der Leitbildwerkstatt zeigte sich motiviert, nicht nur Handlungsfelder festzulegen, sondern auch an Problemlösungen mitzuwirken.

Andreas Albers: „Die ersten Treffen können ja schon in zwei bis vier Wochen sein.“

oti

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