Flügel und Galerie kommen

Windmühle Labbus in Sulingen: Die Finanzierung für Phase II steht

Das Mühlengebäude von unten ohne Flügel und Galerie.
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Noch fehlen die Galerie und die Flügel am Galerieholländer in Labbus, aber das soll sich – so die Hoffnung – noch in diesem Jahr ändern.

Sulingen – Der Pfingstmontag wird ein vergleichsweise ruhiger Tag werden an und in der Windmühle in Labbus, die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat den Deutschen Mühlentag verschoben und angekündigt, dass die beliebte Veranstaltung zeitgleich mit dem Tag des offenen Denkmals am 12. September ausgerichtet werden soll.

„Das ist das zweite Jahr in Folge ohne Mühlenfest auf dem Mühlenhof“, bedauert Aileen Hansing, Schriftführerin des Mühlenvereins Labbus. Die Mitglieder seien aber zuversichtlich, sich im September in irgendeiner Form am Mühlentag beteiligen zu können: „Wir sind da flexibel.“ Sobald die Corona-Bestimmungen wieder gelockert werden, wolle der Verein aber zumindest an Wochenenden die Mühle für Besucher öffnen. „Immer wieder kommen Leute mit dem Fahrrad vorbei und fragen, ob sie sich die Mühle ansehen dürfen und wir freuen uns sehr, wenn wir etwas zeigen können.“ Gerne gehe man, auch in kleinen Gruppen, bis ganz nach oben in die Mühlenkappe.

Bis dahin hätten Interessierte aber noch die Möglichkeit, sich per Video über Phase I der Mühlenrestaurierung zu informieren, einen virtuellen Rundgang durch die Mühlenkappe zu unternehmen oder Einblick in die Mühlentechnik zu bekommen. Zu finden sind die kurzen Filme auf der Internetseite des Vereins (www.labbusmuehle.de/videos).

Bingo-Umweltstiftung fördert Restaurierung

Dabei hat der Verein allerhand gute Neuigkeiten zu verkünden: Bis auf letzte Kleinbaustellen sei die Mühle mit Motor so gut wie mahlfähig. Noch viel wichtiger aber: Wie die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung kürzlich mitteilte, erhält der Verein eine Zuwendung in Höhe von 20 000 Euro. Damit könne die auf ein Volumen von 100 000 Euro geschätzte Phase II der Restaurierung beginnen: „Die Finanzierung steht“, freut sich Aileen Hansing.

Nach der Wiederherstellung der Kappe und des Achtkants in Phase I, die im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnte, geht es nun darum, wieder die namensgebende Galerie und die Flügel am Galerieholländer anzubringen. Das Grundgerüst des Ende 2012 abgenommenen Flügelkreuzes mit einer Spannweite von 21 Metern solle wieder so hergestellt werden, wie es 1972 an der Mühle angebracht worden sei. Allerdings müsse ein Teil erneuert werden, weil manche der alten Stücke, die zuvor schon an anderen Mühlen in Gebrauch waren, nicht wieder verwendet werden können. „Das ist ein Merkmal dieser Mühle, dass Technik aus anderen, stillgelegten Mühlen, wie zum Beispiel der Mühle aus Aschen, hier eingebaut und weiter verwendet wurde“, verrät Aileen Hansing. Weiter verwendet werden sollen auch die Jalousien der Flügel, die 1985 installiert worden seien. Ersatz nach alten Bauplänen soll es auch geben für die 2006 wegen Baufälligkeit abgerissene hölzerne Galerie. Ihr Platz wird wieder in sechs Metern Höhe sein. Sie ist für den Mahlbetrieb per Wind unverzichtbar, „sie muss so breit sein, dass von ihr aus die Flügel und die Bremse bedient werden können.“

Hoffnung: 170. Geburtstag der Mühle mit Flügeln

Der Bauantrag für diese Maßnahmen sei gestellt, nun hole der Verein Angebote ein. Die große Herausforderung dabei sei die Lage auf dem Holzmarkt – „wir rechnen mit längeren Wartezeiten.“ Falls jemand aus Sulingen oder der Umgebung trockene Eichenstämme zu verkaufen hat, freue sich der Verein sehr über eine Nachricht. Ansonsten sei die Hoffnung, dass sich die Flügel in der zweiten Jahreshälfte 2021 oder der ersten Hälfte 2022 wieder drehen: „In diesem Jahr wird unsere Mühle 170 Jahre alt, das hätten wir gerne mit dem Abschluss der Restaurierung gefeiert.“ Die Arbeit am Gebäude und der Technik gehe dem Verein aber sicher nicht aus – „es gibt immer etwas zu tun.“ Zu den Aufgaben gehöre auch die Öffentlichkeitsarbeit: Zuletzt habe es in mehreren Fachzeitschriften mehrseitige Artikel über die Restaurierung gegeben, „wir erhalten viel Anerkennung dafür, dass wir die Mühle wieder zum Laufen bringen wollen.“

Ähnliche Anliegen verfolgten die Betreiber der Wassermühle Bruchmühlen in Bruchhausen-Vilsen und der Wassermühle Neubruchhausen: Eine Kooperation mit beiden sei in Vorbereitung. „Wir wollen unsere Mühlen zeigen als produzierende historische Mühlen, davon gibt es in Deutschland vielleicht noch 50. Und künftig drei weitere alleine in unserem Landkreis.“ Angedacht sind laut Hansing etwa gemeinsame Öffnungstage, an denen Interessierte bei einer Rundtour drei sehr unterschiedliche Mühlen im Betrieb erleben können. Bis dahin dauere es noch. „Wir freuen uns auf Lockerungen, damit wir richtig loslegen können.“

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