Verliert Kampstraße den Blues?

Willi Bründl verlässt 2019 seinen „Amtsschimmel“

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Organisieren das Festival gemeinsam: Jens Bokelmann (links) und Willi Bründl.

Sulingen - Taucht beim Organisieren des Sulinger Resonator-Festivals ein Problem auf, bleiben Jens Bokelmann und Willi Bründl, seit 35 Jahren Wirt der Kneipe „Zum Amtsschimmel“, zenartig gelassen – schließlich haben sie gemeinsam die meisten Ausgaben des Musikereignisses „gewuppt“, das der Gitarre mit dem speziellen Sound und hier vor allem dem Blues gewidmet ist.

Für das 19. Festival auf der Kampstraße am kommenden Freitag und Samstag, 7. und 8. September, jeweils ab 19.15 Uhr, fehlt noch eine Fachkraft am Mischpult. „Aber man kennt ja mittlerweile eine Menge Leute und wenn die nicht können, kennen sie jemanden, der vielleicht Zeit hat“, ist sich Bokelmann sicher. Einen Notfallplan hat er auch noch im Ärmel. In die Zukunft sehen kann er allerdings nicht – ob es ein 20. „Reso“-Festival geben wird, ist ungewiss. 

Gerüchte, dass Willi Bründl aufhört, halten sich seit Jahren hartnäckig. „Nun ist es raus: Ich werde 2019, nach dem Sulinger Frühlingsfest, den ,Amtsschimmel‘ verlassen. Und das noch bei guter Gesundheit, bis auf die Füße, und aus freien Stücken.“ Es gebe Kandidaten, die seine Nachfolge als „Schimmel“-Wirt antreten möchten – er wolle allerdings sicher gehen, jemanden auszusuchen, der wirklich Lust dazu hat und nicht nach einem halben Jahr hinschmeißt.

Festival eine Art Familienfeier

„Nehmen wir an, ich finde jemanden, der auch Interesse hat, das Festival zu übernehmen: Wenn der mich fragen würde, ob ich dabei mithelfe, täte ich Ja sagen.“ Bründl blickt in Richtung Jens Bokelmann, der sich nicht ganz so weit ins Reich des Konjunktivs wagt: „Man müsste erst mal sehen, ob es menschlich passt.“

Schließlich hat das Festival ein bisschen was von einer überdimensionalen Familienfeier. Es gebe Stammgäste, die weite Anfahrten in Kauf nehmen, versichert Willi Bründl, und die untereinander befreundeten Künstler hätten sich immer eine Menge zu erzählen, „vor allem bei ihrem gemeinsamen Frühstück auf der Kampstraße am Samstagmorgen.“ 

Ursprünglich wollten Greyhound George (links) und Andy Grünert (rechts) den Festivalfreitag als Duo eröffnen – jetzt ist Waschbrett Wolf mit dabei und damit Greyhounds Washboard Band komplett.

Trotzdem ist das Resonator-Festival international bekannt, es gab Anfragen aus Serbien und sogar Neuseeland von Musikern, die gerne auf der Kampstraße spielen wollten. Michael van Merwyk stammt aus den Niederlanden, erkundigte sich bei einem Konzert in Berlin beim Sulinger Künstler Country Rudi, ob er mal beim „Reso“ auftreten dürfe. „Das haben wir genehmigt“, erklärt Jens Bokelmann schmunzelnd, er tritt am Samstag auf. 

Line-up mit „Wiederholungstätern“

Alle weiteren Künstler im Line-up sind bewährte „Wiederholungstäter“: Ursprünglich wollten Greyhound George (Gitarre) und Andy Grünert (Blues Harp) den Festivalfreitag als Duo eröffnen – jetzt ist Waschbrett Wolf mit dabei und damit „Greyhounds Washboard Band“ komplett, die im Januar das Finale des größten Blueswettbewerbs der Welt, der IBC in Memphis/Tennessee, erreicht hat. Auch auf Bad Temper Joe und die Wildwood Flowers kann sich das Publikum am Samstag freuen, dem 200 mit Pavillons überdachte Sitzplätze zur Verfügung stehen, „falls die Sonne zu doll brennt“ (O-Ton Bründl).

Kosta Brane ist schon am Donnerstag aus Slowenien angereist, „er spielt beim Resonator-Festival in Unna“, weiß Jens Bokelmann. „Das findet zum letzten Mal statt...“ Brane eröffnet das Programm am Samstag, gefolgt von Sven-Ole Lüthke & Crazy Jivin’ JJ und den Bands Rough Silk und Fragmentshader.

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