Sulingens Insektenbetreuer gibt Tipps

Kost und Logis: Wildbienen können Hilfe gebrauchen

Eine Blattschneiderbiene im Anflug auf ihren Bau im Deckel eines Bienenstocks.
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Eine Blattschneiderbiene im Anflug auf ihren Bau – der befindet sich kurioserweise im Deckel eines der Bienenstöcke von Werner Warneke.

Sulingen – Am 20. Mai wird seit 2017 der Weltbienentag begangen. Er wurde unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen eingerichtet, um auf die Bedeutung der Bienen bei der Bestäubung von Pflanzen hinzuweisen. Bienenfreundliche Gärten sind unter Gartenfreunden aktuell ein wichtiges Thema – doch beim Anlegen werden oft Fehler gemacht, sagt Werner Warneke, Insektenbetreuer der Stadt Sulingen.

Es gehe nicht um den Schutz der domestizierten Honigbienen, so der Imker, sondern um die Wildbienen: „Wir haben vielfach Solitärbienen hier. Die kann man mit den Honigbienen nicht vergleichen.“ Denn die hätten einen Flugradius von drei bis fünf Kilometern und fänden Nahrungsquellen, während ihre wilden Verwandten manchmal nur im Umkreis von 20 Metern Nahrung suchen würden. „Viele haben Insektenhotels aufgestellt, aber dabei das Futter vergessen.“

Gerade die Solitärbienen sind besonders gefährdet, weiß Warneke. Viele von ihnen legen Brutröhren in offenen Böden an, die von der Sonne beschienen werden. Deren Wärme sorge dafür, dass die Eier ausgebrütet werden. Diese Flächen dürften aber nicht bearbeitet werden. Früher seien dafür Feldwege mit spät gemähten Wegrainen oder Hecken ideal gewesen, aber die gebe es heute kaum noch. Neubaugebiete seien deswegen Rückzugsorte für die Tiere – aber zu oft seien die Gärten „zubetoniert“, weil das für die Besitzer pflegeleichter ist.

Nistmöglichkeiten schaffen für Insekten

Sand oder Lehm würden von manchen Arten wie den Mauerbienen auch benötigt als Baumaterial für ihre Brutröhren. Viele seien aber durchaus erfinderisch: So sei er einmal zu einer Familie gerufen worden, die ein Wespennest auf ihrem Balkon befürchtet habe, weil dort so reger Flugverkehr geherrscht habe. Vor Ort habe er aber festgestellt, dass es keine Wespen, sondern Wildbienen gewesen sind, die in einer aufgerollten Bambusmatte die Rohre für ihre Brutröhren genutzt hatten – „oft kommt es nur auf den richtigen Durchmesser an.“ Er habe im vergangenen Jahr Blattschneiderbienen entdeckt, die eine Brutröhre im Deckel eines seiner Bienenstöcke angelegt hatten.

Gartenbesitzer könnten in einer Ecke eine Steinmauer anlegen, die von der Sonne beschienen wird: „Das wird von Insekten gerne angenommen und ist auch für Eidechsen hilfreich.“ Viele Nistmöglichkeiten, ob für Insekten oder Vögel, böten oft auch Hütten in Schrebergärten.

Pflanzen mit offenen Blüten nötig

Bleibt die Frage nach dem Futter für die Bienen: „Sie brauchen Pflanzen, die blühen und dabei Pollen und Nektar zur Verfügung stellen.“ Bei beliebten Gartenblumen sei aber problematisch, dass viele von ihnen, die über Generationen oder gar Jahrhunderte veredelt worden sind, keine offenen, für die Insekten zugänglichen Blüten mehr haben. Das gelte insbesondere für Rosen, die nur noch geschlossene Blüten hätten: „Wildrosen sind für Insekten wertvoller.“ Spezielle Samenmischungen mit insektenfreundlichen Pflanzen seien hilfreich, Gartenbesitzer könnten sich auch in den Gärtnereien vor Ort beraten lassen. Außerdem biete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Homepage eine Broschüre mit einer Auflistung bienenfreundlicher Pflanzen zum kostenlosen Download an.

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