In vierter Welle zur Reifeprüfung

Wie erleben Sulinger Gymnasiasten im Abiturjahrgang die Pandemie?

Endspurt zum Abitur: Der Bücherstapel der Sulinger Gymnasiastin Karolin Reinert.
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Endspurt zum Abitur: Der Bücherstapel der Sulinger Gymnasiastin Karolin Reinert.

Sulingen – Lockdowns, Online-Unterricht und Kälte im Klassenzimmer – Schüler haben in den letzten zwei Jahren aufgrund der Corona-Pandemie zweifelsohne viel mitmachen müssen. Die Jugendlichen am Gymnasium Sulingen sind da keine Ausnahme: Nurselin Yalman, Finn Borstelmann und Ronja Kübler aus der Jahrgangsstufe 13 berichten, wie sie kurz vor dem Abitur die Lage in der vierten Welle erleben.

Die meisten Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs am Gymnasium Sulingen waren bis kurz vor den Weihnachtsferien sehr beschäftigt: Die Vorabitur-Klausuren standen an. Wie sehr beeinflusst Corona in dieser Zeit den Schulalltag? Die 18-jährige Nurselin Yalman findet: „Ich kann einfach nicht einschätzen, was demnächst in der Schule passieren wird. Ich finde das schon drastisch, wie sich die Lage so schnell verändert. Von daher muss ich im Hinterkopf immer diesen Gedanken haben, besonders, weil wir im Abi sind, dass die Schule irgendwann wieder zumachen könnte und dass auch wir davon betroffen sein könnten. Das ist schon schwierig.“

Finn Borstelmann, 20 Jahre alt, nimmt die Situation anders wahr: „Eigentlich beeinflusst Corona meinen Schulalltag gerade nicht wirklich. Wir tragen ja alle Masken und desinfizieren uns die Hände. Das ist das Einzige, was bemerkbar ist. Ich habe das letzte Jahr wiederholt und in der zwölften Klasse, also letztes Jahr im ,Lockdown light‘, da hat mich das auf jeden Fall belastet. Da sind meine Noten auch rapide runtergegangen vom Zweier- in den Vierer-Bereich. Jetzt aktuell geht’s eigentlich gut.“

Die Situation für die Schülerinnen und Schüler im Abschlussjahrgang am Gymnasium Sulingen entschärft, dass der Großteil von ihnen geimpft ist. Deshalb müssen die meisten keine Selbsttests durchführen.

Wie stehen die Schüler zu Impfverweigerern oder Impfgegnern? „Ich kann’s verstehen, wenn man sich nicht impfen lässt, weil man Angst hat. Aber man muss auch wissen, dass es eine irrationale Angst ist. Meiner Meinung nach muss man eher vor der Krankheit an sich Angst haben, als vor der Impfung, weil von der Krankheit viele Leute sterben und von der Impfung fast niemand. Ich kann’s irgendwo verstehen und irgendwo auch nicht“, sagt Finn Borstelmann.

Die 19-jährige Ronja Kübler sieht es ähnlich: „Also ich persönlich bin geimpft, aber ich habe auch Leute im entfernteren Verwandtenkreis, die das Ganze sehr kritisch sehen. Klar gibt es Leute, die sich aus gesundheitlichen Gründen wirklich nicht impfen lassen können oder für die es einfach keine Empfehlung dafür gibt – da ist das Ganze für mich natürlich auch total nachvollziehbar. Aber wenn Menschen sich generell dem Impfen gegenüber verweigern oder das ganze Corona-Thema leugnen, finde ich das extrem problematisch und ich will mich davon auf jeden Fall distanzieren.“

Welche Gedanken machen sich die Schülerinnen und Schüler über das nahende Abitur? Da sehen sie unterschiedliche Probleme: „Definitiv mache ich mir Sorgen im Hinblick auf das Abi, weil wir im vergangenen Jahr gesehen haben, wie schnell sich Entscheidungen ändern können. Obwohl aktuell vorgesehen ist, dass wir ,Dreizehner‘ weiterhin zur Schule gehen werden, kann es, denke ich, sehr schnell passieren, dass auch wir ins Homeschooling müssen. Das würde ich als sehr nachteilig empfinden für uns Abiturienten“, äußert Nurselin Yalman ihre Bedenken. „Im Hinblick auf die Abiklausuren habe ich Angst, dass sie entweder sehr stark verschoben oder dass sie vom Format her komplett verändert werden.“

Ronja Kübler sieht es gelassener: „Für mich liegt das Abitur noch relativ weit in der Zukunft, deshalb denke ich da noch nicht so ganz viel drüber nach. Also – klar macht man sich so ein bisschen Gedanken darüber, ob nicht vielleicht, wenn jetzt noch eine vierte Welle kommt oder der Unterricht nach den Ferien nicht stattfinden sollte, Lernrückstände aufkommen. Aber auch, weil ich jetzt die Erfahrung mit dem Vorabitur gemacht habe, mache ich mir keine allzu großen Sorgen.“

Von Karolin Reinert

Endspurt zum Abitur

Nach den Weihnachtsferien soll es erst einmal normal weitergehen mit dem Unterricht in Präsenz, heißt es aktuell für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Sulingen. Von Februar bis Anfang März gibt es eine gewöhnliche Klausurenphase, sodass dann am 21. März „Punkteschluss“ ist. Die schriftlichen Abiturprüfungen beginnen am 21. April und dauern bis zum 12. Mai. Die mündlichen Prüfungen erfolgen dann im Juni.

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