Widerstand macht sich breit

Bürger wollen Schließung des Möbelkaufhauses in Sulingen verhindern

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Eva Kurth war am Montagmorgen im Bereich des Sulinger E-Centers unterwegs, um Unterschriften für den Erhalt des Möbelkaufhauses einzuwerben. „Die Resonanz ist gut“, sagte die Vorsitzende des Senioren- und Behindertenbeirates. 

Sulingen - Es regt sich Widerstand gegen die Absicht von „Bethel im Norden“, noch in diesem Halbjahr das Möbelkaufhaus „Hin und Weg – wir möbeln sie auf“ an der Nienburger Straße in Sulingen zu schließen. 448 Personen hatten sich bis Montag am späten Nachmittag der durch den Sulinger Andreas Schünemann initiierten Online-Petition angeschlossen. Die Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt (SBB) riefen derweil eine Unterschriftenaktion ins Leben, mit der sie ihrer Forderung des Erhaltes der sozialen Einrichtung mehr Gewicht geben wollen.

Eva Kurth, Vorsitzende des Beirates: „Wir haben uns Ende vergangener Woche darauf verständigt, mit der Aktion den Erhalt der Einrichtung einzufordern. Und seitdem sind die Mitglieder des Beirates damit beschäftigt, bei ihren Mitbürgern Unterstützungsunterschriften einzuholen.“ Eva Kurth war am Montagmorgen gemeinsam mit Jörn Ocken im Bereich des Sulinger E-Centers unterwegs. „Die Resonanz ist gut“, sagt die Vorsitzende. „Bis Mittwoch kommender Woche machen wir auf jeden Fall weiter. Unterschriftenlisten liegen unter anderem an der Information des E-Centers aus.“ Nach Sichtung der Listen wollen Kurth und Mitstreiter ihre Arbeitsergebnisse dann an Verantwortliche von Bethel im Norden weiterleiten – und in Kopie auch Landrat Cord Bockhop für den Kreistag und Bürgermeister Dirk Rauschkolb für den Rat der Stadt Sulingen übermitteln. „Sie alle müssen helfen, dass das Möbelkaufhaus erhalten bleibt.“ Unterstützung erhofft sich die Beiratsvorsitzende genauso von den Sulinger Kreistagsabgeordneten Wiebke Wall, Lothar Plumhof und Heinz Riedemann. „Vor allem, wenn es darum geht, beim Landkreis zu intervenieren.“

Mit der Einrichtung des Möbelkaufhauses im Jahr 2014 hatte „Bethel” eine Anregung des Landkreises aufgenommen, der sich zunächst auch an der Finanzierung beteiligte. 2016 zog sich der Landkreis aus der Finanzierung zurück. Wohl auch aus Zuständigkeitsgründen, wie Kreisrätin Ulrike Tammen schon vergangene Woche mit Blick auf die Beschäftigungsmaßnahmen auf Anfrage bestätigt hatte: „Das Konzept, das ‚Bethel‘ verfolgt, fällt nach unserer Rechtsauffassung in die Zuständigkeit des Sozialgesetzbuches II und damit in die der Jobcenter. Darüber herrschte in unseren Gesprächen mit ‚Bethel‘ 2016 auch Einigkeit.“ Wir berichteten.

Eva Kurth schätzt nicht nur die Bemühungen der Mitarbeiter von Bethel im Norden, vom Weg abgekommenen Menschen den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen, sondern genauso die Leistungen, die sie im Mittelzentrum anbieten.

Auch sie habe bereits die Dienste der Beschäftigten in Anspruch genommen. „Wir suchten jemanden, der unseren Dachboden entrümpelt. Das haben sie ganz toll gemacht. Nicht nur bei uns, sondern auch bei Nachbarn. Die Dinge wurden dann in der Werkstatt aufbereitet – und weiterverkauft.“

Gerade ältere Menschen seien oft hilflos, wenn sie, etwa, vom Eigenheim in eine kleinere Wohnung ziehen und sich von lieb gewonnenen Möbeln trennen müssen. Eva Kurth: „Der Aufwand ist das eine, die Trennung von den Stücken das andere. Da ist man froh, wenn man die Sachen einer sinnvollen Verwendung zukommen lassen kann. Das ist eine unglaubliche Hilfe; auch oder gerade für die Senioren.“

Einer, der Montagmorgen die Bemühungen des Senioren- und Behindertenbeirates unterstützte, ist der Sulinger Günter Meyer. „Nicht nur, weil ich sozial eingestellt bin“, sagt Meyer. „Die Beschäftigungsangebote sind das eine.“ Und: „Weshalb soll ich etwas wegwerfen, wenn ich das Gefühl habe, es hat noch jemand Verwendung dafür. Die von ‚Bethel‘ leisten gute Arbeit. Das muss erhalten bleiben.“ 

 oti

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