Geglücktes Himmelfahrtskommando

Projekt an der Carl-Prüter-Schule: Wetterballon auf Weltraumkurs

Andreas Richter vom Ortsverband Sulingen der Amateurfunker.

Sulingen - Nach 90 Minuten Vorbereitung waren die Weltraumforscher bereit für den Countdown: Als der Wetterballon mit vier Kubikmetern Helium gefüllt und mit entsprechender Technik versehen war, zählten die zahlreichen Zaungäste von zehn abwärts und schickten das Flugobjekt mit Applaus auf Space-Mission.

Die Amateurfunker hatten größte Sorgfalt walten lassen. Um die Haut des Latexballons nicht zu verletzen, durfte er nur mit Schutzhandschuhen berührt werden. „Selbst kleine Beschädigungen können in großer Höhe zum vorzeitigen Platzen führen“, erklärte Andreas Richter, der beim Start von vier Amateurfunkern aus Sulingen, Bückeburg und Nienburg unterstützt wurde.

Rund 500 Schüler der Carl-Prüter-Schule (CPS) und zwei Klassen der benachbarten Lindenschule verfolgten am Dienstagmorgen den Start des Wetterballons. Andreas Richter vom Ortsverband Sulingen des Deutschen Amateur-Radio-Clubs hatte das Projekt mit Schülern der Jahrgänge 7 bis 9 in Arbeitsgemeinschaften entwickelt.

Der Wetterballon.

Für die Aktion war das Einholen einer Auflasserlaubnis beim Luftfahrtbundesamt ebenso erforderlich wie der Abschluss einer Luftfahrt-Halterhaftpflichtversicherung. Viel Aufwand, große Wirkung: „Die Schüler sind sehr motiviert. Das Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge ist durch so eine Sache ein ganz anderes“, sagte Tammo Schulze, Leiter des Fachbereichs Naturwissenschaften. Andreas Richter bescheinigt den Schülern ein großes Potential: „Sie hatten Spaß an der Sache. Wenn sie dranbleiben, können sie solche Experimente irgendwann in Eigenregie durchführen.“ Auch für den Amateurfunker aus Schwaförden war das Projekt „Wetterballon“ eine Premiere, seine Kenntnisse waren bislang theoretischer Natur. 

1,80 Meter maß der Durchmesser des Wetterballons. - Fotos: mks

Am Dienstagmittag war klar: Seine Kalkulation stimmte. Der Ballon, Durchmesser beim Start: 1,80 Meter, hatte sich wegen des nachlassenden Luftdrucks während des Aufstiegs auf mehrere Meter Durchmesser ausgedehnt und war in einer Höhe von rund 34 Kilometern geplatzt. Der Wind über den Wolken hatte ihn im Zickzack-Kurs mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h in Richtung Osten getragen. „Der Ballon hat sich weitgehend an unsere Berechnungen gehalten“, sagt Andreas Richter schmunzelnd. Anders als geplant verwickelte er sich nach dem Bersten jedoch mit dem Fallschirm, der die Technik sicher zum Boden bringen sollte, und fiel wie ein Stein zu Boden. 

Die „Landung“ war daher nicht in Sehnde, sondern in Hannover-Nord auf einem Hochhaus. Andreas Richter hatte gleich nach dem Start mit elf Schülern die „Verfolgung“ des Ballons aufgenommen, um die ein Kilogramm schwere Nutzlast zu bergen. Neben einem Sender hatte die Styropor-Box drei Kameras an Bord. Das Ergebnis sei sensationell, sagte Richter, die Auswertung der Daten und der Filme werde aber einige Tage dauern. Die Kosten für das Projekt, rund 750 Euro, wurden aus Spenden und Schulmitteln bestritten. Der größte Ausgabeposten war das Helium, da die Technik „Marke Eigenbau“ war.

Eine Aktion am Rande: Andreas Richter hatte Schüler, Lehrer und Mitarbeiter aufgefordert, ihre Herzenswünsche zu notieren. Ein kleiner Partyballon mit rund 500 Zettelchen stieg mit dem Wetterballon auf und platzte – wie berechnet – in einer Höhe von 25 Kilometern. Richter: „Wünsche nach Glück, Gesundheit und Frieden regneten auf die Erde; eine Botschaft der Carl-Prüter-Schule an die Welt.“ 

mks

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