Westfälisches Landestheater begeistert Kinder in Sulingen mit Witz und viel Musik

Ein Löwe möchte einen Kuss

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Da brüllt der Löwe: Seine tierischen „Ghostwriter“ haben es nicht geschafft, seiner Liebe Ausdruck zu verleihen.

Sulingen - Von Kristina Sirjanow. Eine exotische Savanne in warmen Gelb- und Brauntönen dominiert die Bühne, in der Mitte ein kahler Baum. Ein Löwe springt aus dem Gestrüpp hervor und zieht die Aufmerksamkeit seiner Untertanen auf sich: Das Westfälische Landestheater bringt am Mittwochmorgen mit dem musikalischen Kinderstück „Der Löwe, der nicht lesen konnte“ von Martin Baltscheit das Tierreich Südafrikas in das Sulinger Stadttheater. Fünf junge Akteure bescheren Kindergartenkindern und Grundschülern einen lustigen und phantasievollen Vormittag.

Der Löwe tapst wild und fröhlich durch die sonnige Steppe, brüllt und fletscht seine Zähne. Er scheint jeder Herausforderung gewachsen zu sein; einzig lesen und schreiben kann er nicht. Dem König der Tiere scheint dieses Manko nicht zu stören; bis er der schönen Löwin begegnet. Er sieht sie in einem großen grünen Buch lesen und gerät ins Grübeln: Eine Dame, die liest, begeistert man nicht mit Gebrüll, weiß der Löwe. Er wünscht sich von der Löwin einen Kuss und nimmt sich vor, ihr einen Liebesbrief zu schreiben.

Dazu wendet sich der Verliebte an verschiedene Tiere. Der Clou: Diese gehen aus ihrer ganz eigenen Perspektive an den Liebesbrief heran. Bei den Affen schallt das Lachen der kleinen Zuschauer am lautesten. Sie schwingen an Seilen über die Bühne, albern herum und erobern mit einer coolen Tanz- und Rapeinlage die Herzen der Kinder. Mit Eifer schreiben sie dem Löwen einen Brief an seine Geliebte. Doch bevor der Löwe den Brief zur Post bringt, lässt er ihn sich vom Nilpferd vorlesen – von Bananen und Kletteraktivitäten die Rede. Das gefällt dem Löwen gar nicht. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Ein Nilpferd im rosa Bademantel mit gewagtem Hüftschwung, ein Mistkäfer, der sich von seinen Misthaufen nicht trennen kann und eine auf der Leiter jonglierende Giraffe – keiner von ihnen kann den Löwen zufrieden stellen.

Der Geier überzeugt mit Fliegermütze, Hakennase und einer stimmungsmachenden Rockeinlage – aber mit keinem Liebesgedicht. Der Löwe weiß sich nicht anders zu helfen, also brüllt er all die schönen Dinge, die er selbst schreiben wollte – mit glücklichem Ausgang: Die Löwin gibt ihm eine Chance.

Die Dame fungiert in dem Stück nicht nur als Augenweide, sondern auch als Erzählerin, die die kleinen Zuschauer ruhig und verständlich durch das Geschehen führt. Die witzige knappe Handlung von 50 Minuten und eine Atmosphäre, die zum Mitmachen einlädt, wird einem Kind ab dem vorgegebenen Alter von vier Jahren gerecht. Einige Kinder kennen bereits das gleichnamige Buch. Es langweilt sich niemand – gespannt und aufmerksam wirken die Kleinen.

Das Familienstück überzeugt mit witzigen Charakteren, schrillen Kostümen und bewegungsanregender Musikeinlagen, die die Höhepunkte der Aufführung sind. Die musikalische Leitung hat in der Inszenierung Tankred Schleinschock. Zwischen den einzelnen Szenen erklingen variantenreich modifizierte Versionen von „The Lion sleeps tonight“ von „The Tokens“. Euphorisch wackeln die Kindergartenkinder und Grundschüler auf ihren Sitzen und bewegen ihren Kopf zum Rhythmus der Musik. Von Rap über Rock bis Liebesballaden – Hauptsache, die Musik macht Spaß.

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