Benefiz-Wanderung zum Bremer Weserstadion

Werderfan Florian Mohr in Sulingen: „Man muss sich durchkämpfen“

Florian Mohr und sein Hund Diego.
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Kurz vor Abschluss der „Werder-Wanderung“ machen Florian Mohr und Hund Diego Station in Sulingen.

Sulingen – Gute 50 Kilometer trennen Florian Mohr noch von seinem Ziel, dem Bremer Weserstadion, wenn er sich am Freitagmorgen in Sulingen auf den Weg macht. Für die Menschen im Sulinger Land ist das nicht wirklich außergewöhnlich, für den 41-Jährigen schon: Er legt die Strecke gemeinsam mit Hund Diego zu Fuß zurück – Finale einer Benefiz-Wanderung, die ihn vom heimischen Dornheim bei Groß-Gerau in Südhessen nach 466 Kilometern zum Heimspiel des SV Werder Bremen am Samstag gegen RB Leipzig führt.

„Langsam wird es schwierig“, sagt Florian Mohr am Donnerstagabend nach dem zwölften Streckenabschnitt, die ihn von Warmsen nach Sulingen führte. „Es ist gut, dass es jetzt nur noch flache Etappen sind.“ Vor allem die Schienbeine schmerzten, aber: „Ich hätte gedacht, dass es schlimmer wird – man muss sich durchkämpfen.“

Mittlerweile sei er auch sicher, die Wanderung zu bewältigen. Das sei bei ein paar Tiefs zwischendurch nicht so klar gewesen. Geholfen hätten ihm aber seine Mitwanderer, die ihn auf einzelnen Etappen begleiteten. Seien es anfangs noch Freunde und Bekannte gewesen, unterstützten ihn später auch völlig Fremde – manche ebenfalls Anhänger der Grün-Weißen wie er, aber auch Fans anderer Vereine und Fußballfremde. „Das hat es mir enorm erleichtert, weil man sich mal unterhalten oder auch einfach nur schweigend miteinander laufen konnte.“

Das Ziel Weserstadion vor Augen

Auch sein Hund Diego habe die Wanderung gut verkraftet, obwohl er eigentlich immer die doppelte Strecke laufe. Es sei aber von vornherein klar gewesen, dass er bei Bedarf abgeholt worden wäre. Die Etappe nach Bad Oeynhausen hätten sie aber abgekürzt und einen halben Ruhetag eingelegt – „das hat uns gutgetan.“

Nun hat Florian Mohr das Ziel der Reise vor Augen: „Ich freue mich riesig, das Stadion zu sehen, auch wenn ich nicht rein darf.“ Werder Bremen habe bereits angekündigt, ihn auf der letzten Etappe zum Stadion zu begleiten.

Mehr als 40 000 Euro an Spenden gesammelt

Die Wanderung war nicht die eigentliche Hauptsache – Ziel war, mit der Aktion unter dem Hashtag #zufusszuwerder Spenden zu sammeln für die Kinderkrebshilfe Mainz, das Kinderhospiz Bärenherz Wiesbaden, den Gnadenhof Kellerranch, die Werder Bremen Stiftung und den Opferhilfeverein Darmstädter Hilfe (wir berichteten). „Diese fünf Organisationen habe ich bewusst ausgewählt“, betont Florian Mohr. Das ursprüngliche Spendenziel von 25 000 Euro war schon vor dem Start erreicht, ein Großteil des Geldes sei bereits an die Empfänger ausgezahlt. Als neues Ziel hatte sich Florian Mohr 40 000 Euro gesetzt – doch auch diese Marke ist bereits überschritten.

Großen Anteil am Erfolg der Aktion habe Schirmherr Andree Wiedener. Der Ex-Profi, in der Bundesliga 164-mal für Werder Bremen aktiv und nach seiner Spielerkarriere in Frankfurt ansässig, habe ihn sehr unterstützt und rufe jeden Abend an. „Dass er bereit war, mitzumachen, war wie ein Sechser im Lotto. Und dass er, dem ich über viele Jahre zugejubelt habe, eine Etappe mit mir gelaufen ist, war ein Highlight.“

Freude auf das Wiedersehen mit der Familie

„Ich bin froh, dass ich das trotz Corona gemacht habe“, zieht Mohr ein erstes Fazit. Der Lauf sei das Hauptziel gewesen, und er habe die Aktion nicht beenden wollen, ohne gelaufen zu sein. Mitnehmen werde er definitiv die riesige Hilfsbereitschaft, Solidarität und Freundlichkeit, mit der ihm begegnet worden sei: „Ich habe Hilfsangebote in allen Varianten bekommen, das war richtig schön.“ Einige der Kontakte werde er sicher nicht abreißen lassen.

Ob er die Wanderung nach einer erneuten Verschiebung unternommen hätte, wisse er nicht, denn die Planung sei aufwendig gewesen und habe mit der Familie und seinem Beruf als Polizeibeamter in Darmstadt abgestimmt werden müssen. Seine drei Töchter im Alter von ein, drei und fünf Jahren zwei Wochen lang nicht zu sehen, sei das Schwerste gewesen. „Am meisten freue ich mich darauf, am Sonntag von ihnen geweckt zu werden!“

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