Ortsrat berät am Dienstag

Welcher Weg führt zum neuen Sulinger Baugebiet „Windmühlenweg“?

Die Magdeburger Straße in Sulingen mit Blick auf die Windmühle.
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Die Magdeburger Straße bis zum Windmühlenweg zu verlängern und eine neue Erschließungsstraße anzubinden ist Teil der Variante A.

Sulingen – Das geplante Wohnbaugebiet „Windmühlenweg“ rund um die Mühle Labbus beschäftigt den Ortsrat Lindern – in zwei Tagesordnungspunkten der Sitzung am kommenden Dienstag. Beide gehen zurück auf die Entscheidung eines Eigentümers, seine Flächen nicht, wie ursprünglich avisiert, zu verkaufen.

Wie den bereits im Ratsinformationssystem der Stadt Sulingen veröffentlichten Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist, gab es nach mehreren Treffen zuvor im vergangenen Oktober ein Gespräch über den Verkauf von Flächen an der Nienburger Straße zwischen dem Eigentümer, seiner Familie sowie Vertretern der Sulinger Stadtverwaltung und Michael Hanke, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG). Dabei habe sich der Eigentümer Bedenkzeit erbeten und im Januar auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Familie vom Verkauf Abstand nehme. Diese Entwicklung war mit ein Grund für den Grundsatzbeschluss, den der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung fasste (wir berichteten), wonach landwirtschaftliche Flächen erst dann per Bauleitplanung in Wohn- oder Gewerbeflächen umgewidmet werden, wenn ihre Verfügbarkeit für die Stadt oder die STEG gesichert ist. Entsprechend hat nun der Ortsrat darüber zu beraten, den bestehenden Flächennutzungsplan zu ändern: Da der Eigentümer laut Beschlussvorlage angegeben hat, die fraglichen Flächen auch künftig nur landwirtschaftlich nutzen zu wollen, sollen sie nicht länger als gemischte Baufläche eingestuft, sondern als landwirtschaftliche Nutzfläche dem Außenbereich zugeordnet werden.

Wesentlich größere Auswirkungen hat der Verzicht auf den Verkauf aber für das geplante Baugebiet: Die ursprünglichen Planungen hatten vorgesehen, die Grundstücke über eine neue Zufahrt zu erschließen, die über die noch zu erwerbende Fläche zur Nienburger Straße führen sollte. Das ist nun nicht mehr möglich, deswegen hat die Stadtverwaltung zwei mögliche Alternativen erarbeitet.

Den Windmühlenweg vollständig für die Erschließung zu nutzen sieht die Variante B vor.

Variante A sieht vor, die Magdeburger Straße nach Osten bis zum Windmühlenweg zu verlängern und die Erschließung hierüber bis zu einer neuen Erschließungsstraße nördlich der Windmühle zu führen. Der Vorteil dieser Planung läge darin, dass für die Anlieger des Windmühlenwegs keine Erschließungsbeiträge fällig würden, weil die Straße nicht auf ganzer Länge ertüchtigt werden müsste. Gegen diese Lösung spricht allerdings aus Sicht der Planer, dass sie die Zahl der möglichen Baugrundstücke reduziert. Ebenfalls wenig vorteilhaft ist aus städtebaulicher Perspektive, dass der Weg in ein Wohngebiet durch ein Gewerbegebiet führt.

Die Variante B sieht dagegen vor, für die Erschließung vollständig den Windmühlenweg zu nutzen. Dafür spreche laut Beschlussvorlage eine klare und schlüssige Verkehrsführung, außerdem könne die Straße optisch aufgewertet werden durch Baumtore, Pflanzinseln und eine durchgehende Beleuchtung, die bisher fehlt. Der zunehmende Verkehr werde allerdings die Anlieger stärker belasten, und insbesondere bei Veranstaltungen wie dem Mühlentag seien Konflikte zu befürchten. Vor allem aber führt diese Variante zu erheblichen finanziellen Belastungen für die Anlieger durch die aufgrund der Grundstücksgrößen teils erheblichen Erschließungsbeiträge.

Ortsrat Lindern tagt am Dienstag in der Alten Bürgermeisterei

Vor diesem Hintergrund seien im Februar Gespräche mit einigen Anliegern geführt worden. Sie hätten darum gebeten, auch eine Erschließung über die Rostocker Straße oder den Labbuser Weg zu prüfen. Beide Vorschläge sind jedoch laut Verwaltung zu verwerfen: Von der Rostocker Straße aus müsste die Zufahrt in den Bereich des Wasserschutzgebiets verschwenkt und dann nach Süden zum Wohngebiet geführt werden, was eine Länge von 760 Metern ausmache. Der Labbuser Weg sei 400 Meter vom Wohngebiet entfernt, und für die Zufahrt wäre der Erwerb weiterer Flächen nötig.

Die Verwaltung habe keine Präferenzen bezüglich der Erschließung, sagt Wiebke Blohm, Teamleiterin Bauplanung und Bauordnung der Stadt, ob die Variante A oder B gewählt werde, sei eine politische Entscheidung. „Wir brauchen aber den grundsätzlichen Beschluss, damit die Bauleitplanung fortgeführt werden kann.“

Der Ortsrat Lindern tagt in öffentlicher Sitzung am Dienstag, 18. Mai, ab 19 Uhr in der Alten Bürgermeisterei. Die Zahl der Besucherplätze ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich.

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