Kriterien für die Veröffentlichungen

Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing erklärt: Was wird wann gemeldet?

Ein Polizist fegt nach einem Unfall Trümmerteile von der gesperrten Straße.
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Unfälle mit größerem Schade, wie hier im vergangenen Jahr bei Sulingen, werden in der Regel vermeldet.

Sulinger Land – Jeden Tag veröffentlicht die Polizeiinspektion Diepholz eine Pressemitteilung mit aktuellen Ereignissen aus ihrer Arbeit, seien es Unfälle, Delikte unterschiedlicher Art oder auch Aufrufe zur Vorsicht. Aber enthält die Mitteilung auch alles, was tatsächlich vorgefallen ist?

Ein Leser wandte sich kürzlich an unsere Redaktion in Sulingen, weil er von einem Vorfall gehört hatte, zu dem er nichts in unserer Zeitung finden konnte. Wie ihm berichtet worden war, habe es im Sommer in einer Gemeinde im Sulinger Land eine Schlägerei unter Beteiligung von Jugendlichen gegeben, in deren Folge zwei Personen ihre Verletzungen im Krankenhaus hätten behandeln lassen müssen. Weder in unserer Berichterstattung noch in den Polizeimeldungen habe er jedoch etwas zu diesem Vorkommnis finden können.

Nachfrage bei Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion: Werden tatsächlich Meldungen zurückgehalten, und wenn ja, aus welchen Gründen geschieht das? „Seit ich für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich bin, gilt: Alles, was in irgendeiner Form wissenswert ist, wird gemeldet“, antwortet er. Allerdings gebe es durchaus Einschränkungen, die vor allem zwei Gruppen von Meldungen betreffen.

Schutz der Betroffenen spielt wichtige Rolle

Die eine Gruppe umfasse Meldungen zu kleineren Ereignissen, beispielsweise „Parkplatzrempler“ mit nur geringfügigem oder gar keinem Schaden. Diese Vorkommnisse melde er aufgrund ihrer Häufigkeit nicht, damit nicht die wirklich wichtigen Meldungen, etwa solche, in denen die Polizei um Hinweise von Zeugen bittet, nicht in der Menge der Meldungen untergehen und überlesen werden.

Die zweite Gruppe betrifft Geschehnisse, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt sind. Hier würden nur die Vorkommnisse gemeldet, die von „großer Außenwirkung“ sind. Das werde, ebenso wie bei Fällen von häuslicher Gewalt, so gehandhabt, um die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu schützen, so Thomas Gissing, „dazu sind wir auch von höherer Stelle angehalten.“

Schließlich komme es auch vor, dass mehrere gleichartige Vorkommnisse in einer Meldung zusammengefasst würden, wie etwa bei den sogenannten „Spaziergängen“ Anfang der Woche. Dabei hatten in mehreren Orten des Landkreises mutmaßliche Gegner von Coronamaßnahmen sich getroffen und das als „Spaziergang“ ausgegeben, um die Pflichten des Versammlungsrechtes zu unterlaufen (die Red.). Die Polizei habe sich entschieden, das in einer Meldung zu verarbeiten, erläutert Thomas Gissing. Ebenso sei darin bereits auf die daraus entstandenen Ordnungswidrigkeitsverfahren hingewiesen worden, um sie nicht an den folgenden Tagen jeweils einzeln vermelden zu müssen.

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