„Wahnsinns-Stimmung!“

„Mama, ich war im Moor“: Mirja Regensburg beim Benefizabend des Lions Clubs

Mirja Regensburg als Ivana Snerski.

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. Bis zum letzten Moment hielt Mirja Regensburg ihr Level an sprühendem Witz und guter Laune. Zum Abschied drehte sie ein Selfie-Video für ihre Mama in Hümme mit dem Sulinger Publikum im Hintergrund: „Mama, ich war im Moor! Wahnsinns-Stimmung in Sulingen! Wat schön!“

Der Lions Club Sulinger Land hatte für seinen Benefizabend erneut „großes Kino“ bestellt. Mirja Regensburg, Queen of Stand-up-Comedy, bot mit ihrem „Mädelsabend“- Soloprogramm „Weibern und Mitgebrachten“ Unterhaltung vom Feinsten. Ihr Versprechen: „Ich werde euch keine Küchenmaschine verkaufen. Und nicht erklären, wie Männer funktionieren – dann wären wir auch in nur zehn Minuten fertig.“

Es ist o.k., eine normale Frau zu sein und Pippi Langstrumpf taugt eher zum Vorbild als Heidi Klum oder Keira Knightley, lautete Regensburgs Botschaft an ihre Zielgruppe – eine Kampfansage an Clips für Chipstüten, an Trennkost, Fasten und Kohlsuppendiät. „Mal ehrlich: Haben wir nicht alle eine Jeans im Schrank, von der wir glauben, dass sie irgendwann wieder passt? Selbst wenn nicht: Genießt das Leben!“ Sie selbst habe ihre Weight-Watchers-Punkte schon bis Dezember 2020 verbraucht, trage aber ihre Muffin-Jeans mit Stolz, bekannte die Komikerin und präsentierte freimütig ihren Hosenbund: „Kennt ihr, oder? Wenn der Teig oben so übers Bündchen quillt?“ Eigentlich müsse sie dringend Sport machen, aber das mache sie selten: Er soll unbedingt etwas Besonderes bleiben!

„Wenn der Teig übers Bündchen quillt.“

Ihre krasse Fantasie habe sie in ihrer Heimat entwickelt. Das einzig rosane, was sie zum Spielen hatte, seien Schweine gewesen.

Zwischenfrage ins Publikum: „Kennt ihr Hümme? Nein? O.k.,...wenn ja, wären wir auch verwandt.“ Als Bauernmädchen mit Baumstamm-Beinen habe sie nach ihrer Ausbildung als Kauffrau eine zweite auf der Reeperbahn absolviert. Als Musical-Darstellerin.

Ihre gesanglichen Qualitäten überraschten: Himmlisch waren ihr Auftritt als Ivana Snerski, potenzieller Beitrag für den nächsten Eurovision Song Contest Sulingen, oder ihre Playback-Version von Abbas „Dancing Queen“ mit dem vom Google-Übersetzungsprogramm vorgeschlagenen deutschen Text: „Freitagnacht und das Licht ist tief...“

Ihr Improvisationstalent lebte Mirja Regensburg am Freitag voll aus. Ein Gedicht über Sulingen mit zugerufenen lokalkolorierten Begriffen der Theaterbesucher (Amtsschimmel, Finanzamt, Bullenschluck, Lünings Bittern und „So‘n bäten Schiet kann nich so lang duurn“) oder ein Ständchen für Erk, der der Künstlerin im Interview Stichworte hierfür geliefert hatte. Tempo, Timing und Publikumsgespür stimmten. Wer in der ersten Reihe saß, musste damit rechnen, unversehens im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Diese Erfahrung machten unter anderem die „Golden-Girls“ Marianne und Irma, die so gar nicht das Klischee der kühlen Norddeutschen bedienten. Damit konnten sie Mirja Regensburg die Hand reichen. „Ich bin aus Nordhessen. Dort gehen die Leute nicht zum Lachen in den Keller, die lachen gar nicht!“, hatte die Komikerin bekannt, der in puncto Witz und Esprit niemand so schnell das Wasser reicht.

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