Nach Klinik-Entscheidung: Sulinger Stadtrat beschließt Vermarktung wiederaufzunehmen

Vorwerker Heide wird wieder Gewerbegebiet

Der Standort, den die Stadt für die Zentralklinik des Landkreises Diepholz angeboten hatte, soll nun seiner ursprünglichen Bestimmung als Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“ dienen.
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Der Standort, den die Stadt für die Zentralklinik des Landkreises Diepholz angeboten hatte, soll nun seiner ursprünglichen Bestimmung als Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“ dienen.

Sulingen – Das Thema Zentralklinik scheint in Sulingen abgeschlossen: Der Stadtrat beschloss am Donnerstag mit 15 zu sieben Stimmen (eine Enthaltung), die Fläche Vorwerker Heide nicht länger für den Klinikbau zu reservieren und deren Vermarktung als Gewerbegebiet umgehend wiederaufzunehmen.

Eingangs richtete Ratsvorsitzender Reinhard Meyer (SPD) Dank „an alle, die sich für Sulingen als Standort engagiert haben.“ Sehr überrascht habe ihn der eindeutige Beschluss des Kreistages für Twistringen – und ebenso der Umstand, dass es von den Umlandgemeinden keine Unterstützung für Sulingen gegeben habe.

Sulingen, drittplatziert in der Bewertung, könne theoretisch noch als Standort zum Zuge kommen, stellte Bürgermeister Dirk Rauschkolb fest. Allerdings könne es lange dauern, bis eine Entscheidung fällt, und die Stadt Twistringen habe dank einer Veränderungssperre zwei Jahre Zeit, die Planungen zu betreiben. Abzuwarten berge die große Gefahr, dass Sulingen am Ende weder die Klinik noch das Gewerbe habe. „Ich habe das Gefühl, dass für die Klinik der Standort Sulingen so oder so nicht gewollt ist.“ Auf die Frage von Uwe Overhoff (Freie Wähler), wie aktuell die Liste der Interessenten für Flächen im Gewerbegebiet ist, antwortete Rauschkolb, dass bei zweien „ganz konkretes“, bei einem „großes“ Interesse bestehe und es gebe sieben oder acht weitere Namen auf der Liste.

Die SPD-Fraktion hatte im Vorfeld den Antrag eingebracht, mit der Vermarktung bis zum 1. Januar 2021 zu warten. Zudem solle der Landkreis erklären, die Fläche nicht für die Klinik zu benötigen. Das Verfahren des Kreistags sei angesichts der „ganzen Unwägbarkeiten“ der Twistringer Flächen an Absurdität nicht zu überbieten, sagte Elisabeth Wamhoff (SPD). Trotzdem solle Sulingen nicht zu früh aufgeben, wobei auch die Gewerbeansiedlung nicht unnötig verzögert werden solle. Fraktionskollege Volker Wall regte an, den SPD-Antrag dahingehend zu erweitern, dass der Landkreis über den 31. Dezember 2020 hinaus nur Zugriff auf die Fläche erhält, wenn er einen noch zu verhandelnden „Vorhaltebetrag“ an die Stadt Sulingen zahlt. Beide Vorschläge fanden jedoch keine Mehrheit im Rat.

Thomas Baier (Gruppe Die Grünen / Die Partei) verwies darauf, dass nicht nur der Standort Borwede, sondern dann zunächst noch der Standort Mörsen in Twistringen geprüft werde, bevor Sulingen zum Zug kommen könnte. Daher solle schnell die Vermarktung als Gewerbegebiet vorangetrieben werden. Für die Gruppe CDU / Bürger erreichen berichtete Matthias Wendland, dass der CDU-Stadtverband Briefe an alle Kreistagsabgeordneten geschrieben habe, von den Antworten „fühlt man sich als Sulinger isoliert.“ Genehmigungsbehörde für den Klinikbau sei zudem der Landkreis, und er gehe davon aus, dass Twistringen „auf Biegen und Brechen“ durchgeboxt werde.

Auf Anfrage von Mario Pschunder (CDU / Bürger erreichen) bestätigte der Bürgermeister, dass die Fläche groß genug sei, um sowohl die Klinik als auch Gewerbe zu ermöglichen, aber „mit zunehmenden Betrieben wird es immer enger.“

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