Wiederaufnahme des Güterverkehrs in Planung

Schienen futsch: Schreiben klärt über abgebaute Gleise bei Sulingen auf

Ein leeres Gleisbett ohne Schienen.
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Auch bei Maasen sind die alten Gleise bereits entfernt, nur die Schwellen liegen noch im Gleisbett.

Sulingen / Staffhorst – Die verschwundenen Gleise der früheren Bahnstrecke zwischen Sulingen und Staffhorst sorgten für Nachfragen – allerdings war nicht, wie von manchen vermutet, der Schrottwert der alten Schienen ausschlaggebend, sondern die Vorbereitungen für einen späteren Bahnverkehr.

Spaziergängern war im Sulinger Ortsteil Hassel aufgefallen, dass die alten Anlagen des 2018 von der Deutschen Bahn AG veräußerten Abschnitts weitgehend entfernt worden waren (wir berichteten). Zu diesem Artikel erreichte die Redaktion eine gemeinsame Stellungnahme der Eigentümergesellschaft des Abschnitts und der Diepholzer Kreisbahn Holding GmbH (DKB).

„Der gesamte Streckenabschnitt zwischen Sulingen und Staffhorst-Harbergen wurde von uns, der Eigentümergesellschaft, 2018 erworben und an die Diepholzer Kreisbahn Holding GmbH langfristig verpachtet, um eine Trassensicherung für nachfolgende Generationen zu garantieren“, heißt es darin. Und weiter: „Für 2023 planen beide Gesellschaften eine Teilinbetriebnahme der Strecke mit Güterverkehr.“

Noch keine Details zu Kosten und Dauer der Maßnahmen

Im Zuge der zweiten Planungsphase sei daher kürzlich veranlasst worden, den Bewuchs der Strecke mit Bäumen und anderen Pflanzen zu entfernen. Außerdem seien in den Abschnitten, die wegen Absackungen und anderer Schäden nicht mehr befahrbar wären, die zum Teil noch von 1938 stammenden Schwellen aus Holz und Beton demontiert und fachgerecht entsorgt worden. Teilweise hätten sich die Gleise bereits verzogen, führt Matthias Huck aus, Generaldirektor der DKB.

Wie viel der alten Anlagen entsprechend demontiert werden müsse, könne er noch nicht abschätzen: „Wenn wir die komplette Strecke, die sich im Eigentum befindet, freigeschnitten haben, können wir mehr sagen.“ Auch zu den Kosten des Rückbaus könne er noch keine Aussage treffen, ebenso wenig zur Dauer; die durch die DKB erstellte Bau- und Betriebsanweisung (Betra) gehe zunächst bis zum 31. Dezember 2021.

Entwidmung der Strecke bei Sulingen nicht vorgesehen

Warum von einer Entwidmung der Strecke gesprochen werde, könne man nicht nachvollziehen, heißt es in der Stellungnahme: „In unseren Augen dient dieser Artikel lediglich als reißerische Verdrehung von Tatsachen und stellt die Frage in den Raum, ob die Initiative wirklich ein Interesse an der Wiedereröffnung von Bahnstrecken hat oder lediglich medienwirksam Konflikte schüren möchte.“ Einer kompletten Wiederinbetriebnahme der Strecke stünden, neben den nicht mehr befahrbaren Gleisen, hauptsächlich die rechtlich fragwürdigen Überbauungen durch Straßen und Gebäude im Wege. „Dies kann man am kompletten Sulinger Kreuz beobachten.“

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„Erst nach Freistellung von Eisenbahnbetriebszwecken, § 23 Allgemeinen Eisenbahngesetz (früher Entwidmung), geht ein Flurstück in die kommunale Bauordnung über“, findet sich als Erläuterung in der Stellungnahme. Der Landkreis Diepholz als Baubehörde dürfe erst dann eine Baugenehmigung erteilen, wenn die Freistellung durchgeführt ist. „Hier werden die Protagonisten und die Behörden in Diepholz Verantwortung zeigen müssen.“ Für bereits gebaute Straßen werde es wohl gesonderte Verfahren und Kreuzungsverträge geben, merkt Huck an – künftig seien diese nicht mehr so einfach zu genehmigen. Man spreche „nicht jahrelang ergebnislos über theoretische Wiederinbetriebnahmen, wie manche Initiativen: Wir nehmen wieder in Betrieb und packen es an.“

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