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Von Asbestplatten bis Zweirad: Illegale Müllentsorgung ein Dauerthema

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Von: Harald Bartels

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Ein Stapel Reifen an der früheren Bundesstraße 214.
Ein Stapel Reifen an der früheren Bundesstraße 214. © Stadt Sulingen

Sulingen – „Das ist ein leidiges Thema“, sagt Beate Neidhardt. Gemeint ist das illegale „Entsorgen“ von Abfällen, mit dem sie sich im Fachbereich Ordnungswesen der Sulinger Stadtverwaltung beruflich beschäftigen muss.

Entdeckt wird der Müll oft von Spaziergängern, Joggern oder Radfahrern, die am Wegesrand auf die Hinterlassenschaften stoßen und sich dann telefonisch im Rathaus melden oder einen Hinweis in der Rubrik „Bürgertipps“ (buergertipps.sulingen.de) geben. Ebenfalls oft fündig werden die Mitarbeiter des Bauhofs, wenn sie im Rahmen ihrer Aufgaben im Stadtgebiet und den Ortschaften unterwegs sind, berichtet Neidhardt. Die Bandbreite der Funde sei groß: Säcke mit Hausmüll seien ebenso darunter wie alte Autoreifen, Hausrat, Bauschutt oder Fahrräder. Liegt der Müll auf einem Privatgrundstück, werde der Eigentümer zur Beseitigung aufgefordert, andernfalls die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) des Landkreises informiert – und wo die Fahrzeuge der AWG nicht hinkommen, müssten die Bauhofkollegen den Müll einsammeln.

Erstaunlich sei, welche Wege die Leute auf sich nehmen, wundert sich Beate Neidhardt: Einmal sei jemand mit Auto und Anhänger in einen Wald gefahren, um einen ganzen Haufen alter Möbel dort abzuladen – „an einer Stelle, wo selbst unser Bauhoffahrzeug kaum hinkam.“ Ein anderes Mal hätten Unbekannte an einem nur schwer zugänglichen Ort Fahrräder und einen Einkaufswagen auf alte Bahngleise geworfen.

Die Überreste eines geschlachteten Schafes.
Die Überreste eines geschlachteten Schafes in der Entsorgungstonne. © Stadt Sulingen

Besonders unappetitlich sei es, wenn Schlachtabfälle illgal „entsorgt“ werden: „Es stinkt, wilde Tiere haben schon Teile herausgezogen – und unsere Bauhofmitarbeiter müssen das dann einsammeln.“ Die Überreste kämen in eine gesonderte Tonne und sie melde den Vorfall an die zuständigen Stellen der Kreisverwaltung, die dann die Entsorgung durch eine Spezialfirma in Auftrag gebe. Alleine von Januar bis März des vergangenen Jahres habe es 14 solcher Fälle gegeben. Durchschnittlich stoße man jede Woche auf mindestens eine illegale Müllentsorgung.

Nach Möglichkeit werde versucht, diejenigen zu ermitteln, von denen der Müll stammt – und manchmal machen die es der Verwaltung auch leicht: „Wir hatten einen Fall, da fanden wir in einem Müllsack die Grundschulzeugnisse der Kinder der Familie“, erinnert sich Beate Neidhardt. Ein mögliches Bußgeld lege dann der Landkreis Diepholz fest.

Zu Abfallcontainern werden oft andere Dinge hinzugestellt.
Zu Abfallcontainern werden oft andere Dinge hinzugestellt. © Stadt Sulingen

Nicht vom Bußgeld abgedeckt sind jedoch die Kosten, die die Müllbeseitigung verursacht: Mit Anfahrt zum Abladeplatz, Einsammeln des Abfalls, Rückkehr und wieder Ausladen seien zwei Mitarbeiter je Einsatz für ein bis zwei Stunden beschäftigt. „Die Kosten dafür müssen alle mit ihren Steuergeldern tragen.“

Nachvollziehen kann Beate Neidhardt das illegale Beseitigen nicht im Geringsten: „Wir haben in Sulingen den AWG Wertstoffhof Sulinger Land vor Ort, da kann man alles abgegeben.“ Das koste wenig, und Sperrmüll werde kostenlos abgeholt.

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