Hochzeit nicht aus der Not heraus

Volksbanken Sulingen und Barnstorf-Diepholz planen Fusion

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Die Vorstände der Banken: Jürgen Düver, Jörn G. Nordenholz, Heinrich Gödke und Torsten Blietschau (v.l.).

Sulingen - Von Carsten Schlotmann. Die Volksbank eG, Sulingen und die Volksbank Diepholz-Barnstorf nehmen Sondierungsgespräche auf. Ziel ist die Fusion der Genossenschaftsbanken zum 1. Januar 2018.

Die Vorstände Jörn G. Nordenholz und Torsten Blietschau (beide Sulingen) sowie Jürgen Düver und Heinrich Gödke (beide Diepholz-Barnstorf) stellten am Dienstagnachmittag in Sulingen Details der Überlegungen vor. Das letzte Wort sprechen die Vertreter beziehungsweise Mitglieder während der Vertreter- und Generalversammlungen im November beziehungsweise Dezember dieses Jahres.

Hauptsitz: Sulingen

Hauptsitz der zukünftigen Volksbank ist nach bisherigen Planungen Sulingen. Laut Jörn G. Nordenholz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG, Sulingen, wird es keine fusionsbedingten Kündigungen geben. Am Netz der dann 17 Geschäftsstellen wolle man ohne Abstriche festhalten.

Nordenholz: „Das wird keine Fusion aus der Not heraus. Es geht darum, Antworten auf die Herausforderungen zu geben, die den Bankensektor in den kommenden Jahren beschäftigen.“ Exemplarisch nannte der Vorsitzende des Vorstandes der Volksbank Sulingen am Dienstag die Niedrigzinsphase, gesetzliche Anforderungen und die zunehmende Digitalisierung. „Der Wettbewerb liegt im Netz – und nicht unbedingt vor der Haustür.“

Für die Zukunft bereit sein, statt reagieren zu müssen

Ziel beider Häuser sei, aus der Stärke heraus zu agieren und die Zukunft anzugehen, um später nicht reagieren zu müssen. „Am Ende geht es darum, dass wir unseren Mitgliedern und Kunden eine starke Bank präsentieren.“ Mitte vergangener Woche hatten die Aufsichtsräte der Banken die Vorstände beauftragt, die Sondierungsgespräche aufzunehmen.

Die insgesamt 206 Mitarbeiter waren am Montag über die Planungen informiert worden. Jörn G. Nordenholz: „Wir passen nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch menschlich zusammen.“ Er, Nordenholz, sehe einen ganzen Strauß an Synergien, die die Verschmelzung mit sich bringe: „Je größer die Bank ist, umso mehr Spezialisten kann sie für einzelne Bereiche zur Verfügung stellen. Das macht vieles einfacher.“

Größe der zukünftigen Bank wird von Vorteil sein

Als echtes Plus bezeichnete der Vorsitzende des Vorstandes der Volksbank Sulingen die Größe des zukünftigen Hauses; insbesondere in puncto des Verhältnisses des Eigenkapitals und des Gewinns zur Höhe der zu vergebenden Kredite. „Umso größer die Bank, umso höher die Kreditgrenzen. Wir stellen im Moment fest, dass unsere Kunden immer größer werden, immer mehr Kredite bei uns abfordern, wir dann häufiger an der einen oder anderen Stelle Konsortialkreditgeschäfte tätigen. Diese Geschäfte können wir zukünftig aus der eigenen Bilanz besser darstellen und den Ertrag auch in der Region lassen.“

Heinrich Gödke: „Wir merken das vor allem in der Landwirtschaft. Unsere Landwirte wachsen und wachsen. Da entsteht ein riesen Bedarf.“ Zum Stichtag 31. Dezember zählte die Volksbank Sulingen 15.996 Mitglieder, die Volksbank Diepholz-Barnstorf 3939. Die Bilanz der Volksbank Sulingen wies Ende 2016 eine Bilanzsumme in Höhe von 702 Millionen Euro aus; die der Volksbank Diepholz-Barnstorf 273 Millionen. Nordenholz: „Wenn wir für 2017 von ganz normalen Wachstumsraten ausgehen, sprechen wir am Ende des Jahres von einer Bilanzsumme in Höhe von einer Milliarde Euro.“

Vorstandssitze bleiben regional besetzt

Absicht der Partner sei, auch zukünftig die Regionalität des Hauses zu leben und auszuleben. Nordenholz: „Die zukünftigen Vorstandssitze werden wir regional besetzt halten; in Sulingen, Barnstorf und Diepholz.“ Den Vorsitz des Vorstandes werde wahrscheinlich er, Nordenholz, selbst übernehmen. Wer dem zukünftigen Aufsichtsrat mit seinen dann 13 Mitgliedern vorsitzt, sei noch offen. „Das entscheiden die Aufsichtsratsmitglieder während ihrer konstituierenden Sitzung.“

Bis Mitte des Jahres wollen sich die Partner Zeit lassen, am Fusionsvertrag zu feilen. Im September steigen die Planer dann in die Detailberatungen mit den Vertretern und Mitgliedern Banken ein.

Im vergangenen Jahr hatten bereits die Volksbanken Syke-Bassum und Delmenhorst-Schierbrok erklärt 2018 fusionieren zu wollen.

Und auch die Volksbanken Nienburg, Steyerberg und Aller-Weser planen den Zusammenschluss.

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