Fusionspartner Volksbank und Bauverein wollen gegenseitig Stärken nutzen

Vision über Sulinger Land hinaus

Werben für die Fusion: die Volksbank-Vorstände Torsten Blietschau, Stefan Ullmann und Jörn G. Nordenholz, Bauvereinsvorstand Detlef Detlefsen (von links).
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Werben für die Fusion: die Volksbank-Vorstände Torsten Blietschau, Stefan Ullmann und Jörn G. Nordenholz, Bauvereinsvorstand Detlef Detlefsen (von links).

Sulingen – Die gelbe Sonne unter dem roten Dach ist in Sulingen ein vertrauter Anblick – und wird es auch bleiben nach der geplanten Fusion der Volksbank und des Bauvereins Sulingen, die vergangene Woche bekannt wurde. Nach den Plänen der beiden Genossenschaften besteht der Bauverein weiter als eigenständige Niederlassung innerhalb der Volksbank in Sulingen – und nach der geplanten Fusion mit der Volksbank Aller-Weser in der neuen Volksbank Niedersachsen-Mitte.

Dennoch halten die künftigen Partner an der optischen Unterscheidung fest: „Die Marke ist gut eingeführt, daher bleibt das Logo erhalten“, sagt Jörn G. Nordenholz. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Bauverein etwas für das Sulinger Land bewegen können“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Volksbank. Er sieht im Bauverein einen Verbündeten, um in der Region „Wohnpartner Nummer eins“ zu werden. „Wir sind beide seit mehr als 100 Jahren vor Ort und glauben, dass wir gemeinsam besser dastehen können als alleine.“

Der Bauverein habe nach verlässlichen Partnern gesucht, um für seine Mitglieder eine gute Zukunft zu sichern, formuliert Bauvereins-Vorstand Detlef Detlefsen. Da habe es mehr als nahe gelegen, sich mit jemandem zusammenzuschließen, der auch den genossenschaftlichen Gedanken verfolgt. „Der Klassiker“ wäre eine Fusion mit einer anderen Wohnungsbaugenossenschaft gewesen, aber da gebe es im Umfeld keine mit ähnlicher Größe und Marktposition. Die Gespräche mit der Volksbank hätten damit begonnen, gemeinsam etwas für die Region tun zu wollen und den Bauverein fit zu machen für die Zukunft; daraus erst habe sich der Gedanke der Fusion ergeben.

Wohnungsgesellschaften seien in der Tat eher selten im ländlichen Bereich, bestätigt Volksbank-Vorstand Torsten Blietschau. „Aber wir machen uns beide Gedanken um die Region und fühlen uns hier verwurzelt; Genossenschaftler ticken da vielleicht etwas anders.“ Als Bank sei man im Geld- und Kapitalmarkt unterwegs, aber das „ist eine Größe, die man nahezu nicht vorhersagen kann.“ Die Volksbank habe bereits Immobilien erworben, und „wir glauben, dass wir unsere Fähigkeiten und Kompetenzen verbinden können, um nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

„Das ist eine Win-Win-Win-Situation für Sulingen“, findet Jörn G. Nordenholz: Die Volksbank könne ihre Geschäfte diversifizieren, der Bauverein erhalte einen kapitalstarken Partner und für die Stadt lasse sich so städtebaulich einiges auf den Weg bringen. Die beiden Fusionspartner könnten gegenseitig ihre Stärken ausbauen: Der Bauverein übernehme beispielsweise auch die Verwaltung der Immobilien in Eigentum der Volksbank, die Marketing-Abteilung der Volksbank werde auch für den Bauverein tätig.

Aussicht auf Schub für Sanierungsprogramm

Vor allem aber verspricht sich Detlef Detlefsen einen Schub für das Sanierungsprogramm im Immobilienbestand des Bauvereins: Als „größter Vermieter Sulingens“ habe der Bauverein in den vergangenen zwei Jahren höhere Investitionen als üblich geleistet, und die Sanierungen seien noch nicht abgeschlossen. „Wir haben mehrjährige Pläne, wie es weitergeht, aber ich gehe davon aus, dass wir nach der Fusion die Schlagzahl erhöhen können.“

Zustimmung gibt es auch von Stefan Ullmann, Vorstand der Volksbank Aller-Weser: „Wir begrüßen das Vorhaben mit dem Bauverein ausdrücklich. Wir sind zwar nur indirekt dabei, aber wurden jederzeit über die Gespräche informiert.“ Der Bauverein bringe Know-how mit, und weil beide Banken ihren Immobilienbestand ausbauten, passe das gut. Das müsse auch nicht auf das Sulinger Land beschränkt bleiben – passend zur Volksbank Niedersachsen-Mitte könne der Prozess eine Vision für die nächsten Jahre sein.

Mit der Fusion würden die Mitglieder des Bauvereins automatisch Mitglieder der Volksbank Sulingen als übernehmender Genossenschaft, erklärt Nordenholz. Damit erhielten sie auch alle Vorteile, etwa die aus dem Mitglieder-Mehrwertprogramm. Die Geschäftsstelle des Bauvereins am Vogelsang bleibe – wie auch der Servicepunkt an der Langen Straße – erhalten und bilde eine eigene Niederlassung neben den vier Bankniederlassungen Sulingen, Diepholz, Hoya und Verden. „Nur der juristische Sitz der künftigen Volksbank wird Hoya, aber Teile des Vorstands, die Verwaltung und einige Spezialisten bleiben in Sulingen“, betont Nordenholz. Auch die Steuerzahlungen an die Stadt Sulingen blieben gleich; tendenziell würden sie sogar noch etwas steigen, wenn weitere Mitarbeiter in Sulingen beschäftigt seien. „Es gibt keine Hauptstelle mehr“, avisiert Blietschau. Schon bei der vorigen Fusion mit der Volksbank Diepholz-Barnstorf sei zur Stärkung der jeweiligen Regionen gerade keine Hauptstelle eingerichtet worden.

Infoveranstaltungen im Vorfeld der Fusionen

Zur Vorbereitung beider Fusionen werde es drei Informationsveranstaltungen für die Vertreter der Volksbank Sulingen geben und zwei für die der Volksbank Aller-Weser; der Bauverein habe seine Mitglieder schriftlich benachrichtigt und biete Einzelgespräche an, erläutert Nordenholz. Über die Fusionen entschieden werden solle am 8. Oktober auf der Mitgliederversammlung des Bauvereins sowie auf den Vertreterversammlungen der Volksbank Aller-Weser am 13. Oktober und der Volksbank Sulingen am 15. Oktober. Die Fusion zwischen Volksbank und Bauverein trete dann rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft, die Fusion beider Banken zum 1. Januar 2021.

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