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„Villa Kunterbunt“ in Sulingen: Neue Möglichkeit für Krippe in Sicht

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Von: Harald Bartels

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Eine Rasenfläche vor dem Zaun eines Kindergartenspielplatzes.
Angrenzend an das Außengelände der „Villa Kunterbunt“ könnte hier eine Krippe für die Einrichtung entstehen. © Bartels

Der Sulinger Sozialausschuss empfiehlt die Erweiterung für die Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“.

Sulingen – Dass umgehend in Sulingen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder geschaffen werden müssen, ist bekannt, und nun zeichnen sich zwei neue Möglichkeiten ab, die am Montag der Ausschuss für Soziales, Schulen und Jugend des Stadtrates zur weiteren Verfolgung empfahl.

Recht kurzfristig ergeben hat sich die Option auf eine Erweiterung der städtischen Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“: Hier gibt es bislang keine Krippengruppe, doch eine Erweiterung scheiterte bisher an den Umständen. Zum einen lässt das Gebäude mit seiner besonderen Form kaum einen Anbau zu, und zum anderen verfügt die Stadt über keine Flächen für einen Erweiterungsbau. Wie Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereichs Allgemeines und Soziales der Stadtverwaltung, erläuterte, habe nun der Bauverein Sulingen einen Vorschlag unterbreitet, nachdem bereits im Februar Bürgermeister Patrick Bade den Kontakt gesucht habe. Danach plant der Verein, inzwischen eine eigenständige Niederlassung der Volksbank Niedersachsen-Mitte eG, auf einer bisher als Parkplatz genutzten Fläche am Schwafördener Weg den Bau eines Mehrfamilienhauses mit vier Wohneinheiten. Dieses Grundstück grenzt an das Außengelände der „Villa Kunterbunt“, und daher könnte an dieser Grenze ein Gebäude für eine Krippe errichtet und an die Stadt vermietet werden. „Wir haben jetzt die einmalige Chance zur Weiterentwicklung der ,Villa Kunterbunt‘“, so Dullin, und nun gehe es darum, die Zustimmung zu konkreteren Planungen zu erteilen.

Noch keine Detailplanung

Er habe dazu noch viele Fragen, merkte René Schrader (Gruppe Sulingen! / FDP / Bürger erreichen) an. Beispielsweise sei offen, wo die Anwohner parken, wenn der jetzige Parkplatz bebaut werde. Das läge noch nicht vor, entgegnete die Fachbereichsleiterin, heute gehe es nur um die grundsätzliche Entscheidung.

Auf ein gemietetes Gebäude habe die Stadt keinen Einfluss, merkte Gerd Ohrdes (CDU) an, daher sei es besser, selbst zu bauen. Seine Fraktion habe sich bereits Gedanken gemacht und könne sich den ungenutzten Garten des Grundstücks Gildeweg 1 als Standort für eine Krippe vorstellen.

Standort muss ertüchtigt werden

Elisabeth Wamhoff (Gruppe SPD / Die Grünen / Die Partei / Ibrahim) begrüßte den Verwaltungsvorschlag: Es sei eine Möglichkeit, den Standort „Villa Kunterbunt“ zu sichern – wenn die Einrichtung nicht ertüchtigt werde, müsse man sich Gedanken darüber machen, den Standort aufzulösen. „Die ,Villa Kunterbunt‘ ist ein Kindergarten, in dem sich die Kinder wohlfühlen, und so können wir das Angebot nachhaltig verändern.“

Der Kindergarten liege schon mitten in Wohngebieten, die vorrangig von jungen Familien bewohnt würden, gab Sulingens Gleichstellungsbeauftragte Anke Harzmeier zu bedenken, anders als der Bereich am Gildeweg. Man müsse auch den pädagogischen Aspekt sehen, ergänzte Dullin: „Es macht keinen Sinn, eine Krippe auf der ,grünen Wiese‘ zu errichten.“

Bauverein ist „verlässlicher Partner“

Er finde die Erweiterungsmöglichkeit gut, sagte Tammo Schulze (Freie Wähler), und man habe lange mit dem Bauverein gerungen. Trotzdem finde er den Mietpreis recht hoch und wolle gerne wissen, wie die Kosten aussähen, wenn die Stadt an der Stelle selbst baue.

Der Bauverein sei ein sehr verlässlicher Partner, betonte Bade, das habe er gerade wieder bei der Unterbringung von Schutzsuchenden gezeigt. Der Mietpreis sei den Umständen angemessen, zudem gewinne die „Villa Kunterbunt“ durch die Krippe auch eine Kita-Gruppe hinzu, weil dann die altersgemischte Gruppe aufgelöst werden könne.

Eltern sehen Angebot sehr positiv

Diese Möglichkeit sei überraschend gekommen, stellte Julian Mende für den Stadtelternrat der Kindertagesstätten fest, aber sie sei von den Eltern sehr positiv aufgenommen worden: „Wir sollten nicht die Chance vertun, den Kindergarten, aufzupeppen‘“.

Der Ausschussvorsitzende Volker Wall (Gruppe SPD / Die Grünen / Die Partei / Ibrahim) unterbrach die Sitzung, um „Villa Kunterbunt“-Leiterin Christiane Wolters zu Wort kommen zu lassen. Sie verwies darauf, dass ohne eigene Krippe ausschließlich Kinder kämen, die man nicht kenne und deren möglicher Förderbedarf nicht bekannt sei. Dadurch gebe es eine hohe Fluktuation, aber durch eine Krippe gebe es einen „festen Stamm“ an Kindern und Neuzugänge ließen sich besser integrieren.

Die Fortführung der Planungen empfahl der Ausschuss mit sechs Jastimmen bei zwei Enthaltungen.

„Wichtelgarten“-Gruppe bleibt / Keine weiteren Mietobjekte nötig

Noch im Februar hatte die Stadtverwaltung angeregt, bis zur Fertigstellung von neu gebauten Einrichtungen zusätzliche Objekte in Sulingen anzumieten, um dort Kindergartengruppen unterzubringen. Zwar würden kaum sogenannte „Flexi-Kinder“ im Sommer eingeschult werden, sondern überwiegend in den Einrichtungen verbleiben, wie Birgit Dullin auf Anfrage von Elisabeth Wamhoff (Gruppe SPD / Die Grünen / Die Partei / Ibrahim) mitteilte, aber nahezu alle Kinder aus Sulingen hätten für das kommende Kindergartenjahr untergebracht werden können. „Die Warteliste ist relativ gering.“ Sechs Kinder hätten noch keinen Kindergartenplatz, und für zwei Kinder fehle noch ein Krippenplatz. Ausgenommen seien auswärtige Kinder, die keinen Anspruch auf einen Platz in Sulingen hätten sowie die Kinder aus der Ukraine. Daher gebe es keinen Bedarf mehr für Anmietungen. Erhalten bleibe jedoch die altersstufenübergreifende Gruppe im „Wichtelgarten“.

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