Tierschutzverein verweist auf Kastrationspflicht

Viele hungrige Gäste im Tierheim Lindern

Eine Frau und ein Mann in einer Katzenhütte.
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Zutraulich zeigen sich die Tiere in der Katzenhütte gegenüber den Pflegepersonen Sonja Piephans (links) und Florian Höfler.

Sulingen – Das Tierheim Lindern, betrieben vom Tierschutzverein Sulingen und Umgebung ist derzeit gut belegt: „Wir haben so eine kleine Katzenschwemme“, sagt Leiterin Marita Görges.

Insgesamt 86 „Mäusejäger“ würden aktuell versorgt, die Mehrzahl von ihnen mit rund 60 Tieren im Tierheim selbst, die übrigen in zwei privaten Pflegestellen. Zudem betreuten die Helfer des Vereins an verschiedenen Futterstellen zwischen 80 und 90 freilaufende, kastrierte Katzen.

Überwiegend seien die Tiere um die acht Wochen alt, so die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie seien oft in der Umgebung gefunden worden, manchmal würden sie aber auch einfach in einem Karton vor dem Tierheim abgestellt. Immer häufiger komme es aber auch vor, dass Menschen fortziehen und ihre Haustiere zurücklassen. In solchen Fällen werde dann der Tierschutzverein gerufen, um die Tiere abzuholen, und bei Katzen werde oft, begleitet von der Polizei, im Gebäude noch nach Jungtieren gesucht.

Von erhöhter Warte aus unter dem Dach beobachten die vorsichtigeren Katzen das Geschehen.

Angesichts der vielen Katzen in der Einrichtung steige der Bedarf an Futter, vor allem Babyfutter für Jungkatzen werden benötigt: Ein Kätzchen brauche etwas zwei Döschen pro Tag neben dem Trockenfutter: „Die haben eigentlich immer Hunger.“ Noch jüngere Katzen würden dagegen in den Pflegestellen mit der Flasche ernährt.

Neben dem großen Futterbedarf macht sich die Katzenpopulation auch bei den Tierarztkosten bemerkbar: Die seien in den vergangenen Monaten außergewöhnlich hoch, räumt Marita Görges ein, „und das wird auch bis Ende des Jahres so weitergehen.“ Einige der Fundtiere seien schwer krank oder schwer verletzt gewesen, zudem würde alle vor der Abgabe kastriert, gechipt und geimpft. Auch auf das Feline Immundefizienzvirus (FIV), auch „Katzenaids“ genannt, würden alle Tiere untersucht. Die Krankheit sei nicht weit verbreitet, aber sie tauche immer wieder mal auf.

Kastrationspflicht für freilaufende Katzen wird missachtet

Untergebracht sind die Katzen in speziellen Schutzhütten auf dem Gelände, und seit etwa sechs Wochen ist auch wieder eine eigene Quarantänestation mit Fußbodenheizung verfügbar. „Das wird sehr gut angenommen“, weiß Marita Görges, etwa zehn bis zwölf Katzen seien dort jeweils untergebracht.

Dass so viele Jungtiere aufgefunden werden, sollte eigentlich durch eine entsprechende Regelung des Landkreises Diepholz längst unterbunden werden, wonach freilaufende Katzen ab einem Alter von fünf Monaten kastriert und mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein müssen. „Obwohl sie schon im Oktober 2012 in Kraft getreten ist, ist die Kastrationspflicht noch nicht in der Bevölkerung angekommen“, stellt die Tierheimleiterin fest.

18 Hunde aus Wohnwagen befreit

Etwas entspannter ist die Situation dagegen bei den Hunden – und das, obwohl der Verein im August auf einmal 18 Australian Shepherds aufnehmen musste. Sie seien auf Anweisung des Veterinäramtes in Sulingen befreit worden, wo sie in einem Wohnwagen gehalten worden seien. „Aufgefallen ist das nur, weil die Hunde da ausgebrochen sind“, berichtet Marita Görges, „die meisten von ihnen haben aber schon ein neues Zuhause.“

Sorgen bereite ihr dagegen „Kalli“, ein zehn Jahre alter Dackel-Terrier-Mix. Er habe bei einer alten Dame gelebt, die aber verstorben sei. „Er hat lange getrauert“, und nun suche der Verein für ihn ein Heim, wo er noch „ein wenig an der Heizung liegen“ dürfe.

Grundsätzlich sei die Lage im Tierheim aber gut. Die Vermittlungsquoten bei Hunden und Katzen seien sehr gut, und die Unterstützung für die Tierschutzarbeit sei nach wie vor sehr gut: „Die Futterbox im E-Center ist eigentlich immer voll, wenn ich da hinkomme, und wir sind immer erstaunt, wie viel an Leergutbons für uns gespendet wird.“ Daneben gebe es noch viele weitere Spender, ob Unternehmen oder Privatleute, und seit einigen Wochen gebe es mit Volker Rittwag aus Maasen auch einen Helfer, der im Tierheim ehrenamtlich als Hausmeister tätig sei: „Er hat hier schon einiges gemacht“, freut sich Marita Görges.

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