Viel Licht und geschwungene Galerie

Neues Berufschulzentrum in Sulingen seiner Bestimmung übergeben

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Geschwungene Architektur, viel offener Raum und viel Weiß: Das Forum des neuen Berufsbildungszentrums in Sulingen war gestern Schauplatz einer Feierstunde. Die offizielle Einweihung erfolgt nach Fertigstellung der Außenanlagen.

Sulingen - Von Anke Seidel. Viel Raum, viel Licht und eine strahlend weiße, geschwungene Galerie, über die sich eine Decke mit Leuchtelementen spannt: Nein, das ist nicht die Elbphilharmonie in Hamburg, sondern das Herzstück des neuen Berufsbildungszentrums in Sulingen. Für elf Millionen Euro hat der Landkreis dort einen Neubau mit einer Architektur realisiert, die sich von anderen Schulbauten enorm unterscheidet.

Feierlich übergab Architekt Mario Schurbohm den symbolischen Schlüssel am Donnerstag an Landrat Cord Bockhop, der ihn an Schulleiterin Birgitt Kathmann weiterreichte.

Altes Gebäude hatte Probleme mit dem Brandschutz

Den Mitgliedern des Schulausschusses sowie den anderen Gästen der kurzen Feierstunde – darunter Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb – riet der Landrat mit Blick auf das Ambiente: „Genießen Sie es!“ Er war überzeugt, dass in dieser Schule „Lernen nicht zur Last wird“ und sprach sowohl dem Planungsbüro als auch dem Bauunternehmen seine Anerkennung aus – ebenso dem Leiter des Landkreis-Fachdienstes Liegenschaften, Mischa Flaspöhler.

Platz für den Neubau mit 4200 Quadratmetern umbauten Raum hatte der Abriss der alten Schule geschaffen. „Eine Baracke war das nicht“, gestand Bockhop. Aber es habe sowohl bauliche Mängel als auch Probleme mit dem Brandschutz gegeben.

Der Landkreis habe es geschafft, sowohl diesen Neubau in Sulingen zu errichten als auch genügend Raum für die Unterbringung der Flüchtlinge zu schaffen (diese Aufgabe war während der Bauzeit zu bewältigen).

Optik sorgt für Staunen

Das Berufsbildungszentrum in Sulingen ist eine Außenstelle des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup Diepholz. Bis zu 700 Schüler nehmen täglich am Berufschulunterricht oder an der Berufsvorbereitung in Sulingen teil. Schulleiterin Kathmann zeigte sich „unheimlich froh und glücklich, hier unterrichten zu können“.

Die Schüler, so verriet sie während eines Rundgangs durch das neue Gebäude, würden auffallend respektvoll mit ihrer neuen Schule umgehen. Beeindruckt zeigten sich auch die Mitglieder des Schulausschusses mit ihrem Vorsitzenden Dieter Engelbart (CDU) während des Rundgangs – zum Beispiel von den Sichtbetonwänden in der Optik von Eichenbrettern. Für Staunen sorgte die Tatsache, dass sie in Kunststoff-Verschalungen gegossen worden waren.

Harmonisch darauf abgestimmt: die schweren Eichentüren zu den Klassenräumen, teilweise mit Glaselementen versehen. Den gewünschten Kontrast zur Optik in Weiß und Holz bildet grauer oder apfelgrüner Fußboden. Lichteffekte setzen immer wieder neue Akzente – zum Beispiel der beleuchtete Handlauf aus Eichenholz im Forum.

Pünktlich und im Kostenrahmen

„Das ist besser geworden, als sich gedacht habe“, erklärte Frank Seidel für die SPD. „Es gibt viele pfiffige Kleinigkeiten.“ Außerdem sei der gesamte Bau nicht nur im Kostenrahmen geblieben, sondern auch pünktlich fertiggestellt worden: „Ein Augenschmaus.“

Genauso begeistert zeigte sich Schulausschuss-Vorsitzender Dieter Engelbart, selbst Berufsschullehrer, bevor er die Sitzung seines Gremiums in einem Klassenraum einberief.

Auf der Tagesordnung: Ein weiterer Schulbau – diesmal in Bassum. Wie erwartet entschieden sich die Mitglieder einstimmig für die Sanierung der Oberschule Bassum und gegen einen Neubau. 9,4 Millionen Euro kostet das Projekt, verursacht aber – anders als ein Neubau – 23.400 Euro Folgekosten im Jahr, weil bei der Sanierung mehr Fläche zu bewirtschaften ist. Ein Neubau wäre allerdings deutlich teurer.

Deshalb war die Sanierung für Frank Seidel eine gute Lösung: „Es ist so, dass man am Ende weniger bezahlt, aber mehr hat.“ Als Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion hielt auch Stephan Kawemeyer die Sanierung für die richtige Lösung. Hermann Schröder (Freie Wählergemeinschaft) schlug vor, auch anderen Institutionen Räume anzubieten. Elke Oehlmann (Grüne) lobte die gute Vorbereitung durch die Verwaltung.

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