Verkaufsoffener Sonntag in Sulingen / „Termin hat sich bewährt“

Brot, Bier, Bressot

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Ungewohnt für einen verkaufsoffenen Sonntag: Auf eine Sperrung der Langen Straße hatte die Initiative Sulingen verzichtet.

Sulingen - Wilfried Lühs zieht am Zigarillo, beobachtet ungläubig das Treiben auf dem Vorplatz des E-Centers zwischen Süd- und Langer Straße.

Lühs lacht: „Man hat heute sonst ja nichts vor.“ Die Initiative Sulingen hatte für den 27. Dezember zum verkaufsoffenen Sonntag in das Mittelzentrum gebeten. „Ohne Beiprogramm, ohne Straßensperrungen“, hieß es in der von Veranstaltungskoordinator Andreas Eils signierten Ankündigung. Beiprogramm und Straßensperrungen hätten gegebenenfalls auch nur gestört. Nach den Weihnachtsfeiertagen strömten die Kunden auch so in die Innenstadt.

„Brot, Aufschnitt – Süßigkeiten gehen auch schon wieder“, sagt E-Center-Mitarbeiterin Ingrid Niemeyer, während sie den einen oder anderen Artikel über den Scanner der Kasse zieht. „Die Leute sind sehr gut gestellt, also sind wir es auch.“

Marc Steen, Geschäftsführer des Verbrauchermarktes, beobachtet das Treiben in der Kassenzone, in der durchgehend von 13 bis 18 Uhr sechs Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter eingesetzt sind – und bei denen keine Langeweile aufkommt. Steen: „Wir hatten heute Morgen schon Inventur. Da hatten bereits die ersten Kunden an der Tür gekratzt.“ Die Kundschaft nutze am ersten Tag nach den Weihnachtsfeiertagen die Sonderöffnungszeiten, um ihre Vorräte wieder aufzufüllen. Steen: „Bier, Bratwurst, Bressot – heute geht fast alles.“ Der Geschäftsführer, der auch im Vorstand der Initiative Sulingen mitwirkt. „Der Zuspruch zeigt, mit unserer Praxis, den Sonntag nach Weihnachten als verkaufsoffen zu beantragen, sind wir auf dem richtigen Weg.“

Rolf Hoffmeyer, neben Jürgen Krauß Inhaber des EP:Technikhaus Krauß, sieht das ähnlich. „Die Leute kommen nicht, um Waren umzutauschen, sondern um sich zu informieren beziehungsweise sich selbst das ein oder andere Weihnachtsgeschenk zu machen; wenn auch nachträglich.“ Die Nachfrage erstrecke sich nahezu über das ganze Sortiment: „Angefangen beim Handy bis zur ‚Weißen Ware‘.“ Unter „Weißer Ware“ versteht der Fachhandel Haushaltsgeräte, darunter fallen auch Waschmaschinen, Kühlschränke und Geschirrspüler. Hoffmeyer: „Heute haben die Leute Lust rauszugehen und sich beraten zu lassen.“

Auf der Straßenseite gegenüber sitzt Schausteller Christian Weber im Kassenhaus des Kinderkarussells und lässt seine Blicke über den Adventsmarkt schweifen. „Die Leute kommen inzwischen gerne zu uns“, sagt der Uchter. „Auch noch nach den Feiertagen.“ Bis zum 30. Dezember bleibt der Markt geöffnet. Und: „Nächstes Jahr kommen wir wieder. Das steht heute schon fest.“

Bürgermeister Dirk Rauschkolb, der sich am Sonntag unter die Besucher des verkaufsoffenen Sonntags mischt und den Adventsmarkt nutzt, um zu pausieren, wird das gerne vernehmen. Er weiß um die Akzeptanz des Adventsmarktes bei den Sulingerinnen und Sulingern, befürwortet genauso die verkaufsoffenen Sonntage zwischen Weihnachten und Neujahr. „Auch wenn vielleicht der ein oder andere Mitarbeiter unzufrieden ist, für unsere Mittelstandsbetriebe ist dieser Tag inzwischen immens wichtig.“

2016 wird es übrigens keinen verkaufsoffenen Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr geben; dann fallen der erste Weihnachtstag und Neujahr jeweils auf einen Sonntag – und Feiertage sind und bleiben laut Gesetzgeber auch auf Antrag der Gewerbetreibenden unantastbar.

oti

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