Für Vereine und Museum?

CDU bringt Idee für Grundschul-Nachnutzung ins Spiel

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Was soll mit der Sulinger Grundschule an der Schmelingstraße passieren, wenn der Neubau am Deepenpool fertig ist? Der CDU-Stadtratsfraktion schwebt eine Nutzung für die Vereine vor, verbunden mit Räumen für das Heimatmuseum. 

Sulingen - Während die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau der Sulinger Grundschule begonnen haben, nimmt die CDU-Stadtratsfraktion die Nachnutzung des jetzigen Schulgebäudes an der Schmelingstraße in den Blick: „Ein Abriss scheint nur schwer umsetzbar und auch nicht wünschenswert. Eine Nutzung sollte unserer vielfältigen Vereinslandschaft in Sulingen zugutekommen“, gibt Vorsitzender Matthias Wendland die Überlegungen wieder.

Den Fraktionsmitgliedern schwebe eine Nutzung als Ort für alle Vereine vor – verbunden mit Räumen für das Heimatmuseum, das seinen bisherigen Standort am Stadtsee Ende 2019 räumen muss.

„Damit schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe: Der Heimatverein könnte seine Ausstellung präsentieren, gleichzeitig könnte man die Räume unseren Vereinen für Versammlungen und andere Aktivitäten zur Verfügung stellen sowie weitere Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler schaffen“, erläutert CDU-Ratsherr Mario Pschunder. „Damit würde das Museum noch mehr mit Leben gefüllt.“ Wichtig sei, dass das Konzept gemeinsam mit den Sulinger Vereinen erarbeitet wird. Matthias Wendland: „Was wir uns vorstellen, ist ein erster Impuls.“ Man plane, alle interessierten Ehrenamtlichen an einen Tisch zu bringen. „Gemeinsam wollen wir schauen, was benötigt oder gewünscht wird und wie es praktikabel umsetzbar wäre“, ergänzt Wendland. „Wir brauchen jetzt Ideen für eine sinnvolle Nachnutzung, damit die Stadt diese in Gesprächen mit dem Landkreis Diepholz, dem das alte Grundschulgebäude dann gehört, einbringen kann. Eine Art Kulturhaus oder Kulturforum, in dem möglichst viel ehrenamtliche Arbeit gebündelt werden kann, ist auch ein starkes Zeichen nach außen für eine lebendige und vielfältige Stadt.“ Die CDU-Fraktion habe einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Er, Wendland, zähle bei dem Projekt „auf die Bereitschaft von Stadtrat, Verwaltung und Landkreis, das Ehrenamt in Sulingen zu unterstützen“.

Welches Echo findet der Vorschlag im Stadtrat?

 „Die Idee ist an den Haaren herbeigezogen“, findet Gunter Koop, Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Die Grundschule ist ja mit der alten Realschule ,getauscht‘.“ Man müsste sie sozusagen zurückkaufen und sanieren. „Es kann nicht sein, dass man über eine Million Euro da reinsteckt.“ Was das Museum angeht, verfolge die SPD eine andere Option. Details nennt Koop noch nicht, versichert aber: „Wir wollen den Heimatverein nicht im Stich lassen.“

Dem gehöre er seit Jahrzehnten an, stellt Heinz Riedemann (Freie Wähler Sulingen) fest, „mir liegt der Fortbestand des Museums sehr am Herzen.“ Den CDU-Vorschlag gelte es in der Fraktion zu besprechen, er persönlich sehe ihn „zum jetzigen Zeitpunkt nicht negativ, man sollte zumindest überprüfen, ob das räumlich funktioniert. Ich könnte mir vorstellen, dass der Landkreis die Räume abgeben würde.“

Hermann Schröder (Die Grünen/Die Partei) erklärt, dass man sich in der Gruppe ebenfalls Gedanken gemacht habe, „was mit der Schule geschehen kann, da der Kreis sie ja anscheinend nicht mehr braucht. Bevor das Gebäude leer steht, finde ich die Idee allemal überlegenswert. Die Frage ist, wie die Sache finanziell aussieht – und wie man mit dem Landkreis klarkommt.“

Walter Legler (Gruppe FDP/Bürger erreichen): „Die Grundschule gehört dem Landkreis, schlicht und ergreifend.“

Der Antrag der CDU-Fraktion wird laut Dirk Rauschkolb voraussichtlich auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr am 16. April gesetzt. „Dass man versucht, dem Heimatverein zu helfen, finde ich gut, das Engagement erkenne ich an“, betont der Bürgermeister. Der Gedanke eines Kulturzentrums sei nicht ganz neu. Die Idee, es in der Grundschule anzusiedeln, könne er nicht mittragen, „ein Gebäude, das uns gefühlt schon gar nicht mehr gehört, sondern dem Landkreis.“ Ein „exponiertes Grundstück“, so Rauschkolb – „und gleich gegenüber befindet sich nicht nur das Gymnasium, sondern auch die Klinik, die gerade rekommunalisiert wird.“ 

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