Ex-Landvolk-Chef

Lampe muss 7,5 Millionen Euro Schadenersatz zahlen

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Der ehemalige Landvolk-Vorsitzende Lothar Lampe (sitzend) während der Güteverhandlung in Verden im Mai 2014.

Verden/Sulingen  - Von Anke Seidel. Der ehemalige Geschäftsführer des Landvolks in Diepholz, Lothar Lampe, muss rund 7,5 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Das Landgericht Verden verurteilte ihn am Montag wegen Untreue und Verletzung der Geschäftsführerpflichten.

"Wir freuen uns über das Urteil und sind damit sehr zufrieden", sagte Theo Runge als Vorsitzender des Landvolk-Verbands Grafschaft Diepholz in einer ersten Stellungnahme. Denn nach vier Jahren intensiver Recherche und fast zwei Jahren der juristischen Auseinandersetzung ist am Montag vor dem Landgericht Verden ein entscheidendes Urteil gesprochen worden. Der ehemalige Landvolk-Vorsitzende Lothar Lampe muss dem Landvolk-Verband Grafschaft Diepholz rund 7,5 Millionen Euro zurückzahlen. So hat Michaela Brunssen als Vorsitzende Richterin der zehnten Zivilkammer des Landgerichts Verden entschieden.

Damit ging ein äußerst komplizierter Prozess um windige Geschäfte mit der Windkraft zu Ende – die juristische Aufarbeitung eines Geschäftsgeflechts, an dem nicht nur der ehemalige Geschäftsführer, sondern auch drei damalige Mitarbeiter und sowie eine Partnerfirma beteiligt waren. Nach einer Großbetriebsprüfung des Finanzamtes hatte der Landvolk-Verband Verdacht geschöpft, intensive Recherchen betrieben und mehrere Gerichtsverfahren angestrengt.

Vor der zehnten Zivilkammer, die für Handelssachen zuständig ist, ging es gestern um die Schadensersatzklage des Verbands gegen Lothar Lampe sowie die Firma Westwind und deren Geschäftsführer Gerard Meindertsma.

Das Urteil umfasst 90 Seiten. Demzufolge muss Lampe unter anderem die Spende in Höhe von einer Million Euro zurückzahlen, die aus dem Vermögen der Landvolk-Dienstleistungsgesellschaft an die Stiftung Deutsche Kulturlandschaft geflossen war. Weil Lampe diese hohe Spende nicht öffentlich gemacht hatte, sah die Richterin den Straftatbestand der Untreue als erfüllt an. Auch eine weitere Spende in Höhe von 100 000 Euro an die Edmund-Rehwinkel-Stiftung sowie verschiedene Beraterhonorare soll Lampe dem Landvolk zurückzahlen – genauso einen Betrag von 2,8 Millionen Euro, hinter dem sich laut der Richterin „Schmiergeldzahlungen“ verbergen.

Auch die Firma Westwind und ihr Geschäftsführer hätten ihren Vertrag mit dem Landvolk „schuldhaft verletzt“. Sie sollen deshalb 610 000 Euro zurückzahlen.

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