Verantwortliche des Tierschutzvereins klagen über steigende Kosten

Reißleine schon in der Hand

Marita Görges (l.) und Christine Nordenholz.
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Marita Görges (l.) und Christine Nordenholz.

Sulingen - Vorstand und Aufsichtsrat des Tierschutzvereins Sulingen und Umgebung senden Warnsignale: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Reißleine ziehen müssen“, sagt Vorsitzende Marita Görges mit Blick auf die Vereinskonten. Christine Nordenholz, Mitglied im Aufsichtsrat, nickt. Görges und Nordenholz betrachten weniger den augenblicklichen Kontostand mit Sorge, mehr die steigenden Kosten für die Unterhaltung und den Betrieb des Tierheimes in Lindern sowie die Haltungskosten für die Tiere in ihrer Obhut. Die Vorsitzende: „Wir können uns zurzeit nur mit Entnahmen aus den Rücklagen über Wasser halten.“

Konkrete Zahlen nennen die beiden Frauen nicht, sprechen zumindest nicht über Höhen der Rücklagen. Marita Görges: „Die Beträge stammen aus Sonderveranstaltungen oder Sonderaktionen, wie dem ‚Tag des offenen Tierheims‘ und den Flohmärkten im Sommerhalbjahr, oder auch aus unseren Spendendosen, die wir überall im Stadtgebiet verteilt haben.“ Gedacht seien die Einnahmen und Zuwendungen für Investitionen am Tierheim oder auf dem Tierheimgelände.

Der Tierschutzverein Sulingen war 1987 gegründet worden. Noch im selben Jahr entstand die Idee der Gründung des Tierheimes, das dann ein Jahr später eröffnet wurde.

Aktuell gewähren die Tierschützer in Lindern zwölf Hunden und 41 Katzen Kost und Logis. Görges: „Nach 25 Jahren ist es normal, dass die Heizungsanlage abgängig ist und die Zwinger des Hauptgebäudes dringend saniert werden müssen. In Teilbereichen fallen schon die Fliesen von den Wänden. Dafür waren unsere Rücklagen gedacht.“

Die Gründe dafür, dass das Finanzpolster jetzt mit in die Unterhaltung und den Betrieb der Einrichtung fließt, hat sie schnell bei der Hand: „Zum einen werden immer mehr Tiere als Fundtiere gemeldet, vor allem Katzen, zum anderen werden immer öfter unsere Leistungen durch das Veterinäramt des Landkreises nachgefragt. Hinzu kommt, dass wir immer mehr ältere Tiere in unsere Obhut nehmen müssen, die sich nur schlecht oder gar nicht vermitteln lassen.“

Das Mehr an Fundtieren führen die Tierschützer unter anderem auf die Einführung der Kastrationspflicht für Katzen zurück, die für den Tierhalter mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sei. Darüber hinaus werde es insbesondere für ältere Tierhalter immer schwieriger, die Kosten für den Unterhalt der vierbeinigen Begleiter zu finanzieren.

Fundtiere fallen in die Zuständigkeit der Gemeinden. Marita Görges: „Wir kooperieren mit den Samtgemeinden Kirchdorf, Schwaförden und Siedenburg sowie der Stadt Sulingen, sie beteiligen sich an den Unterhaltungskosten.“

Pro Hund kalkulieren die Sulinger Tierschützer mit zehn Euro Haltungskosten am Tag, pro Katze mit fünf Euro. Görges: „Kosten wie die Erstversorgung durch den Tierarzt, etwa für das Chippen, das Entwurmen, das Impfen oder das Kastrieren noch nicht mitgerechnet.“ Die Unterhaltung für Räume und Gelände in Lindern verschlinge monatlich zusätzlich an die 2000 Euro an laufenden Kosten.

Personalkosten fallen für den Verein nur für die Leiterin des Tierheimes an, „für die anderen drei Mitarbeiter haben wir andere Lösungen gefunden“, erklärt Christine Nordenholz.

Ohne die Zuwendungen, die der Verein von Dritten bekommt, etwa in der Form von Futterspenden, „wäre der ganze Betrieb gar nicht zu finanzieren“, klagt Marita Görges mit Blick auf die schwindenden Rücklagen. „Jetzt wird Rat teuer.“

Die Vorsitzende gehört nicht zu der Spezies Mensch, die bei einem Loch in der Kasse gleich nach der öffentlichen Hand ruft, sucht mit ihren Mitstreitern in Vorstand und Aufsichtsrat nach Lösungsmöglichkeiten.

Christine Nordenholz kündigt für den 28. September einen Spendenlauf an. Marita Görges will verstärkt Patenschaften für einzelne Tiere einwerben, die nicht vermittelt werden können. „Wir hoffen, damit das Gröbste abfangen zu können.“

Dennoch: Gespräche mit den Kommunen scheinen unumgänglich, auch wenn sich die Tierschützer damit zurzeit schwer tun. Christine Nordenholz: „Vorgespräche mit der Stadt Sulingen sind schon geführt.“

oti

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